SFZ Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte Chemnitz gGmbH, 02.12.2010
Am 01.12.2010 erhielt das Filmprojekt "Tunnelblick" den ersten Preis in der Kategorie "schulische Projekte" der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM). Dieser Preis wird seit 2006 zusammen mit dem Sächsischen Kultusministerium vergeben und gestern auch im Beisein des Kultusministers und zahlreichen hohen Vertretern von Funk, Fernsehen und Politik in Dresden überreicht.
Dabei wurden insgesamt 63 Arbeiten in diesem Jahr eingereicht. Dieser Film entstand im Rahmen des Sozialkompetenztrainings Lebensgestaltung und Zukunft (LuZ) des SFZ Berufsbildungswerkes für Blinde und Sehbehinderte Chemnitz gGmbH (BBW). Die praktische Umsetzung des Films erfolgte in Zusammenarbeit mit der SAEK Chemnitz.
Hintergrund der Kurzfilmproduktion waren Eingangsbeobachtungen beim Sozialtraining der Auszubildenden in der Berufsvorbereitenden Bildung, bei denen Probleme in Richtung Gewalt und Aggression auftraten.
Das Team der Betreuer wollte die Probelmatik nicht in Gesprächskreisen bearbeiten, sondern durch das Tun. So entstand die Idee für die Filmproduktion.
Die Jugendlichen fanden für sich relativ schnell die Handlung für den Film. Dabei wird aus der Sicht eines Täters, der einen Jugendlichen überfällt und beraubt erzählt, wie dieser immer wieder aufgrund von Begegnungen und Gesprächen sich mit seiner Tat auseinandersetzen muss und schließlich bereut.
Die Produktion mit den Vorarbeiten dauerte von Oktober 2009 bis Juli 2010.
Für die Gruppe war das Filmprojekt nicht nur ein ein Erfolg auf der Leinwand, sondern auch im wahren Leben. Der Gruppenzusammenhalt und die Motivation konnten enorm gesteigert werden.
Das mit der Preisverleihung verbundene Siegerprämie von 3000,00 € soll dafür verwendet werden, weiterhin medienpädaogisch im BBW Chemnitz mit Auszubildenden arbeiten zu können. CK
DeutscheHandwerksZeitung, 30.11.2010
GEGENWART, 10/2010
Uwe Nestler ist ein großer stattlicher Mann, der in seinem Leben viel mit seiner Hände Arbeit geleistet hat, denn sein erster Beruf ist Zimmermann. Aufgrund einer Sehnerventzündung verlor er 1997 innerhalb von drei Tagen fast vollständig sein Augenlicht. Eine besondere Methode, das exzentrische Sehtraining, half Nestler, seinen kleinen Sehrest optimal zu nutzen,
Im Jahr 2001 begann Uwe Nestler nach der blindentechnischen Grundausbildung eine Ausbildung zum Kaufmann für Bürokommunikation im Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte (BBW) Chemnitz. Für den damals 37-jährigen gab es neben der Ausbildung den dringenden Wunsch, wieder mobiler und unabhängiger zu werden. Neben seinem Bildschirm-lesegerät wollte er ein Hilfsmittel haben, das er auch unterwegs, etwa für das Lesen von Schildern beim Einkaufen oder beim Kochen, nutzen könnte. Optiker und Augenärzte winkten ab, aber nach einer ausführlichen Sehfunktionsdiagnostik im Sehzentrum des SFZ Förderzentrums stand fest: Uwe Nestler kann von einem exzentrischen Sehtraining profitieren.
Das exzentrische Sehtraining wurde in den 1980er Jahren in den USA entwickelt. Es setzt dort an, wo die Probleme aufgrund zentraler Sehausfälle beginnen. Petra Oertel-Verweyen, Orthoptistin im Sehzentrum Chemnitz, lernte während ihrer Zusatzausbildung zur Sehfunktionstherapeutin bei einem Lehraufenthalt in Linköping (Schweden) eine spezielle Methode kennen. Im Rahmen eines Low-Vision-Projekts der Christoffel-Blindenmission in Kenia, wo sie vor ihrer Zeit in Chemnitz acht Jahre lang tätig war, führte sie das exzentrische Sehtraining dann regelmäßig durch.
Probleme machen Uwe Nestler und vielen anderen Betroffenen vor allem die zentralen Sehausfälle. Sie führen dazu, dass stets dort, wo man hinschaut, das Sehen schlecht ist, Dinge aus dem Blickwinkel verschwinden. Oftmals wird mit einer schiefen oder gedrehten Kopfhaltung versucht, den Blick zu lenken. Das Objekt bleibt aber nur kurz im Fokus, dann beginnt die Suche von Neuem. Tätigkeiten wie Nähen, Lesen oder Basteln werden schwierig bis unmöglich. Das Resultat: schnelle Überanstrengung und Vermeidung bestimmter Tätigkeiten. Ein Stück Selbstständigkeit wird aufgegeben und Lebensfreude gemindert.
Die Ursache für zentrale Sehausfälle liegt meist in einer Schädigung der Makula, der zentralen Stelle der Netzhaut. Beim Normalsichtigen wird das Auge so eingestellt, dass die Sehinformation genau auf der Makula auftritt und von dort weitergeleitet wird, um im Gehirn als scharfes Bild wahrgenommen zu werden. Ist die Makula nicht funktionstüchtig, so werden zwar umliegende Sehreize wahrgenommen, diese sind jedoch nur unscharf zu erkennen und das eigentliche Bild fehlt. Man kann sich in der Umgebung gut orientieren, kann aber nichts genau sehen. Es kommt zu unstetigen Suchbewegungen des Auges, flüssiges Lesen ist unmöglich.
Sehzentrum des SFZ Förderzentrums Seit 2003 steht das Sehzentrum Chemnitz Menschen offen, die Tätigkeiten aufgrund einer Sehstörung nur unvollständig, fehlerhaft oder gar nicht durchführen können. Ihnen werden Möglichkeiten eröffnet, wieder aktiv am Leben teilzunehmen. Dabei arbeiten verschiedene Berufsgruppen und Institutionen im Low-Vision-Bereich des SFZ interdisziplinär zusammen. Hilfsmittel können getestet und der Umgang damit kann vermittelt werden. Weitere Leistungen sind Sehtraining, Lichtberatung, Schulung in LPF und O&M, sozialrechtliche Beratungen, berufliche Rehabilitation, PC-Schulung, Schulungen in Braille und psychologische Betreuung. Das SFZ Förderzentrum unterhält auch Sehzentren in Dresden, Berlin und Königs Wusterhausen. Mehr Infos unter www.sfz-chemnitz.de
Bei Uwe Nestler wurden zunächst sämtliche Sehfunktionen genauestens untersucht. Dazu gehört die Vermessung des zentralen Ausfalls, des so genannten Zentralskotoms, wie auch der funktionsfähigen Netzhautareale. Anders als beim Augenarzt konzentriert sich die Gesichtsfelduntersuchung nicht auf die Defizite, sondern auf die Funktionsfähigkeit der lichtempfindlichen Sinneszellen. Um eine geeignete Lesestelle zu finden, wird bei verschiedenen Sehaufgaben ein Fixationstest durchgeführt.
Beim exzentrischen Sehtraining lernt das Gehirn, in welchem Winkel das Auge eingestellt werden muss, um eine andere Stelle als die Makula effektiv auszunutzen. Das ist in der Regel die Stelle, wo noch das beste Sehvermögen vorhanden ist. Um eine flüssige Lesefähigkeit zu erreichen, muss die genutzte Stelle jedoch nicht nur über Sehschärfe, sondern auch über eine gewisse Ausdehnung verfügen. Nur dann sind mehrere Buchstaben gleichzeitig erkennbar. Ohne Training nutzen Betroffene häufig eine Restinsel mit bester Sehfähigkeit, die zum Lesen aber zu klein ist. So werden nur einzelne Buchstaben erkannt, die Wortzusammenhänge fehlen und der Lesefluss stockt.
Das exzentrische Sehtraining setzt sich aus mehreren Lesetrainingseinheiten zusammen, Begonnen wird mit gut lesbaren großen Schriftgrößen und kurzen Worten, Im Laufe der Zeit wird die Schriftgröße immer kleiner und der Leseabstand geringer. Parallel werden optische Sehhilfen angeboten und getestet. Mit Hilfe einer speziellen Lesetechnik werden längere Worte und sogar ganze Sätze wieder lesbar gemacht. So kann bei Sehschärfen von fünf Prozent und darüber wieder die Lesefähigkeit von Zeitungsdruck erreicht werden.
Uwe Nestler übte das Lesen mit großer Ausdauer, was für den Erfolg des Sehtrainings sehr wichtig ist. Nach drei Monaten und zwölf Trainingseinheiten konnte er die Zeitung mit einer Speziallesebrille (Hyperokular) wieder flüssig lesen. Zusätzlich bekam er ein Monokular angepasst, das ihm als Orientierungshilfe im Straßenverkehr dient, etwa für das Erkennen von Ampeln, Straßenschildern oder Busnummern. Nestler war 2003 der erste Patient, der das exzentrische Sehtraining in Chemnitz ausprobierte. Nach seinen guten Erfahrungen wurde das Angebot ausgebaut, so dass mittlerweile zahlreiche Betroffene das Training durchlaufen haben. Sogar umliegende Augenärzte verweisen Patienten an das Sehzentrum des SFZ Förderzentrums, obwohl das Sehtraining eine Privatleistung ist und nicht von den Krankenkassen übernommen wird.
Wissenschaftliche Studien in Kooperation mit Fachhochschule Jena konnten die Wirksamkeit des Trainings nachweisen. Davon ausgehend, wurde gemeinsam mit Prof. Erich Kasten von der Universität Lübeck ein Computerprogramm entwickelt, das seit 2007 beim Sehzentrum Chemnitz erhältlich ist. Betroffene können nun mit einer individuellen Computereinstellung zu Hause trainieren, was die Trainingseinheiten reduziert und die Gesamtkosten des Trainings auf 200 bis 250 Euro senkt.
Petra Oertel-Verweyen und Cornelia Knorr, SFZ Förderzentrum gGmbH, Chemnitz
GEGENWART, 09/2010
Die Berufsschule des Berufsbildungswerks (BBW) für Blinde und Sehbehinderte Chemnitz wurde im Rahmen des Wettbewerbs „Schule mit Idee“ ausgezeichnet. Einmal im Jahr verleiht das Sächsische Staatsministerium für Kultus diesen Titel an fünf Schulen. Bei den eingereichten Projekten werden Kreativität, Beteiligung der Schüler, Teamarbeit, Fächerübergreifendes Arbeiten, gesellschaftliche Relevanz und Lebensbezug beurteilt.
Beworben hatte sich die Berufsschule mit einem berufsübergreifenden Projekt zum Thema Holzbearbeitung, das Praxisbezug herstellen und die Teamarbeit fördern sollte. Insgesamt sieben Auszubildende – Flechtwerkgestalter, Gartenbaufachwerker, Gärtner und Fachwerker für Gebäude – und Umweltdienstleistungen im dritten Ausbildungsjahr – waren beteiligt. Unter Anleitung der Künstlerin, Tischlerin und Restauratorin Iris Stöber fertigten sie je eine Holzkiste, bei der alle Grundfertigkeiten der Holzbearbeitung zum Einsatz kamen. Heraus kamen sieben individuelle Kisten, die je nach Geschmack als Spielzeug-, Werkzeug- oder Getränkekiste genutzt werden können. Weiterhin entstanden zwei Sitzbänke, an denen gemeinsam geplant und gearbeitet wurde, um die eigene Kommunikations-, Kooperations- und Konfliktfähigkeit zu schulen.
Ein großer Erfolg war das Projekt auch für die beteiligten Lehrer, Ausbilder und Handwerker des Berufsbildungswerks, die eine ganz neue Form der Zusammenarbeit erproben konnten.
die kontaktlinse, 7/8 2010
Ulrike Meinhold1, Petra Oertel-Verweyen2, Erich Kasten3
Kurzfassung:
Die SFZ Förderzentrum gGmbH Chemnitz bietet seinen Patienten seit sieben Jahren das exzentrische Sehtraining (ESTj als rehabilitative Leistung bei Zentralskotom an. Um das Training effektiver zu gestalten, wurde eine Software entwickelt und seit 2007 erfolgreich angewandt. Am Computerbildschirm sucht der Therapeut gemeinsam mit dem Patienten eine außerhalb des Skotoms gelegene exzentrische, zum Lesen geeignete, Netzhautstelle aus. Die Nutzung dieser Stelle wird daraufhin mit Hilfe des Programms eingeübt. Im Anschluss wird die erlernte Technik auf das Lesen von gedrucktem Text übertragen. Die Lesegeschwindigkeit kann mit der Software bei geringerem Zeitaufwand durchschnittlich um 34% von 57 ± 33 W/min auf 77 ± 52 W/min signifikant (p = 0,002) gesteigert werden.
Die fachspezifisch angewandte Software eröffnet neue Chancen die Leseflüssigkeit zielgerichtet und erfolgreich zu trainieren.
Schlüsselwörter:
exzentrisches Sehtraining, Lesegeschwindigkeit, Zentralskotom, Altersbedingte Makuladegeneration, Computersoftware
Es existieren verschiedene Verfahrensweisen des exzentrischen Sehtrainings (EST), mit dem Ziel, bei Patienten mit Zentralskotom die Lesefähigkeit zu trainieren. Die SFZ Förderzentrum gGmbH sammelt seit nunmehr sieben Jahren Erfahrungen in der Anwendung des exzentrischen Sehtrainings. In den letzten Jahren hat das Training durch verschiedene Publikationen zudem stark an Bekanntheit und Akzeptanz gewonnen. Gleichermaßen ist die Methode zu einem festen Bestandteil des Rehabilitationsangebotes der SFZ Sehzentren in Chemnitz, Dresden, Berlin und Königs Wusterhausen geworden. Das Angebot bezieht sich in erster Linie auf die Verbesserung der mobilen Lesefähigkeit. Bei zentraler Fixation überdeckt ein bestehendes Zentralskotom das zu Lesende. Aufgrund des abnehmenden Auflösungsvermögens zur Netzhautperipherie hin können umliegende Textbestandteile nur unscharf gesehen werden. Der Patient muss also lernen, an dem, was er sehen beziehungsweise lesen möchte, vorbeizuschauen. Dabei wird eine optische Vergrößerung bereitgestellt. Auf diese Weise kann das reduzierte Auflösungsvermögen der zu nutzenden exzentrischen Netzhautstelle kompensiert werden. Es ist somit möglich, die gewählte Stelle zum Lesen zu sensibilisieren, wobei der Patient die Nutzung dieser Stelle eintrainiert. Dabei ist das Ziel, eine höhere Lesegeschwindigkeit zu erreichen.
Mögliche Gründe zur Steigerung der Lesegeschwindigkeit beruhen auf zwei Hauptkriterien:
1 Die Auswahl einer zum Lesen geeigneten Netzhautstelle, die nicht immer mit der bevorzugten Einstellung des Patienten übereinstimmt
2 Das Training der konstanten Nutzung der ausgesuchten exzentrischen Einstellung. Kritisch muss angemerkt werden, dass es in den bisher durchgeführten Studien keine Vergleichsgruppe gab. Deshalb kann nicht ausgeschlossen werden, dass die persönliche Betreuung des Patienten und das Üben des Lesens auch Einfluss auf den Erfolg hat. Seit vier Jahren wird in den Sehzentren der SFZ Förderzentrum gGmbH für das exzentrische Sehtraining eine Computersoftware verwendet. Sie wurde von den Mitarbeitern entwickelt und von Prof. Erich Kasten, LernrehaSoftware Travernünde, programmiert. Damit konnte die Effektivität des Trainings im Vergleich zu der bis dahin ausschließlich manuell durchgeführten Methode1 gesteigert werden: Eine vorläufige Programmversion wurde 2006 von der Diplomantin Peggy Kahl (FH Jena) an einer Probandengruppe getestet. Das Ergebnis war ein höherer Trainingserfolg in Form einer größeren Steigerung der Lesegeschwindigkeit und einer höheren Effektivität als bei der bisher angewandten Methode (adaptive Methode nach Nilsson}. Dabei konnte die Lesegeschwindigkeit nach 4,4 ± 1 Trainingseinheiten (TE) um 34% von 57 ± 33 Wörter pro Minute (W/Min) auf 77 ± 52 W/Min gesteigert werden2. Die Lesegeschwindigkeitssteigerung mit der bisherigen Methode betrug nach 7,1 ± 2,5 TE nur 25%1.
Das computergestützte Training besteht aus drei Teilen:
Im ersten Teil suchen Patient und Therapeut mittels der Software nach bestimmten Kriterien eine exzentrische Stelle zum Lesen aus und trainieren diese. Am Bildschirm wird stetige Fixation durch Darbietung eines roten Fixierkreuzes unterstütz. In verschiedenen Positionen des Gesichtsfelds können Buchstaben und Zahlen, sowie weiterführend Wörter, Sätze und Geschichten angeboten werden. Ein Fließtext stimuliert die ausgesuchte Stelle zum Lesen. Zwischen den einzelnen Trainingseinheiten gibt der Therapeut die individuellen Einstellungen auf einem Datenträger zusammen mit Leihsehhilfen dem Patienten für ein Heimtraining mit. (Bild)
im zweiten Teil erlernt der Patient das Lesen von einem realen Drucktext unter Beibehaltung der erlernten exzentrischen Einstellung. Der Patient erlernt nicht die Augen, sondern den Text zum Lesen zu bewegen. Der Therapeut erstellt individuelle Hausaufgaben in Form von Leseübungsblättern. Nach und nach wird auch hier die Schriftgröße verkleinert und die optische Vergrößerung verstärkt, bis im optimalen Fall der Patient das Lesen von Zeitungsdruckgröße erreicht hat.
Auf Basis der optischen Vergrößerung, mit welcher ein zufrieden stellendes Ergebnis erzielt wurde, suchen Patient und Therapeut im Teil drei die entsprechende Sehhilfe aus. Der Erfolg des exzentrischen Sehtrainings ist von einer gezielten Auswahl an geeigneten Patienten abhängig. Hierbei kommt es keineswegs auf das Alter an. Viel wichtiger sind Motivation und Geduld. Weitere Kriterien sind reduzierte Leseflüssigkeit oder sogar Leseunfähigkeit. Zusätzlich zum relativen oder absoluten Zentralskotom sind eine suchende Fixation oder eine wechselnde exzentrische Einstellung, sowie ein Visus von mindestens 0,02 Voraussetzungen.
Mögliche Ausschlusskriterien sind eine nicht gesicherte Augendiagnose oder eine nicht abgeschlossene medizinische Therapie. Bei der Software handelt es sich nicht um ein Programm, welches einer einmaligen Einweisung des Patienten genügt und dann „von alleine" abläuft. Vielmehr stellt die Software ein Hilfsmittel für den Therapeuten dar. Die Bereitstellung von Leihsehhilfen während des Trainings muss gewährleistet werden. Die SFZ Förderzentrum gGmbH bietet Therapeuten die Software zum exzentrischen Sehtraining zum Verkauf an. Darüber hinaus wird mit dem Erwerb der Software zu einer Schulung geraten, damit die Methodik des Trainings sowie die in den letzten Jahren gesammelten Erfahrungen weitergegeben werden können. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Kontaktadresse.
Literaturhinweise:
[1] Schreckenbach, U.: Untersuchungen zum Erfolg einer adaptierten Variante des exzentrischen Sehtrainings nach Nilsson bei Sehbehinderungen mit Zentrolskotom, Diplomarbeit Fachhochschule Jena 2006
[2] Kahl, P.: Entwicklung und Erprobung eines computergestützten exzentrischen Sehtrainings bei Sehbehinderungen mit Zentralskotom,
Diplomarbeit Fachhochschule Jena 2006
horus, Nr. 2/2010
Die Berufsfachschule für Physiotherapie bietet jetzt eine verkürzte Ausbildung vom Masseur/medizinischen Bademeister zum Physiotherapeuten an. Das neue Angebot dauert 18 Monate und umfasst sowohl praktischen als auch theoretischen Unterricht. Im Herbst 2009 gestartet, steht im Februar 2011 die Abschlussprüfung des ersten Kurses an. Ein neuer Kurs wird im September 2010 beginnen. Anmeldungen dafür sind noch möglich unter Telefon: 0371 3344124 oder E-Mail: bfs(at)sfz-chemnitz.de.
Im Sehzentrum Berlin kann man jetzt auch seine Sprachkenntnisse in Englisch und Russisch verbessern. Die Palette der neuen Angebote reicht von Spezialsprachkursen für die Anforderungen im Berufsleben über Kursen, die auf den Freizeit- und Urlaubsgebrauch ausgerichtet sind, bis hin zu Nachhilfeangeboten für Schülerinnen und Schüler. Sehgeschädigte Menschen finden speziell auf sie ausgerichtete Lehr- und Lernbedingungen vor. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an das Sehzentrum Berlin, Tel. 030 72616871.
Einmal im Jahr wird durch das Sächsische Staatsministerium für Kultus an fünf Schulen aus jeder Regionalstelle der Sächsischen Bildungsagentur der Titel "Schule mit Idee" verliehen. An diesem Wettbewerb können sich Schulen aller Schularten beteiligen. Bei den eingereichten Projekten werden die Kreativität, die Beteiligung der Schüler beim und Umsetzen, die Teamarbeit, das fächerübergreifende Arbeiten, die gesellschaftliche Relevanz und der Lebensbezug beurteilt.
Die Berufsschule des Berufsbildungsbildungswerkes für Blinde und Sehbehinderte Chemnitz ist eine von fünf Schulen, die am 23.06.2010 ausgezeichnet wurden.
Im Sächsischen Kultusministerium gingen insgesamt 120 Bewerbungen ein.
Die Berufsschule erhielt den Preis für ihr berufsübergreifendes Schulprojekt zum Thema Holzbearbeitung. Das Projekt hatte das Ziel, einen größeren Praxisbezug herzustellen und die Teamarbeit zu fördern.
In das Projekt waren Flechtwerkgestalter, Gartenbaufachwerker, Gärtner und Fachwerker für Gebäude- und Umweltdienstleistungen des dritten Ausbildungsjahres (sieben Auszubildende)und zwei Fachlehrer eingebunden. In allen drei gewerblichen Berufsgruppen spielt das Material Holz eine Rolle. Da in der Berufschule keine Möglichkeit der Holzbearbeitung besteht, wurden Werkstatträume der Ausbildung genutzt. Dann konnte das einwöchige Projekt Holzbearbeitung beginnen.
Damit das Ergebnis der Projektwoche allen Maßstäben gerecht werden konnte, wurde die Künstlerin Iris Stöber, die gleichzeitig Tischlerin und Restauratorin ist, mit in das Projekt einbezogen. Unter ihrer Anleitung fertigten die Auszubildenden der verschiedenen Berufsgruppen je eine Holzkiste. An dieser kamen alle handwerklichen Grundfertigkeiten der Holzbearbeitung zum Einsatz. So musste geplant, angerissen, gezinkt, geschlitzt, gezapft, gesägt, gestemmt und verleimt werden. Selbstverständlich lernten die Auszubildenden auch ihre Werkzeuge selbst zu schleifen. Heraus kam eine ganz individuelle Kiste, die je nach persönlichen Geschmack, als Spielzeug-, Werkzeug- oder Getränkekiste genutzt werden kann. Bemerkenswert dabei ist, dass ein blinder Auszubildender die gelungenste Kiste fertigte.
Des Weiteren entstanden für das geplante "grüne Klassenzimmer" der Berufsschule zwei Sitzbänke im Holzprojekt. Dabei kam es vor allem für die Auszubildenden darauf an, an einem Objekt gemeinsam zu arbeiten und dabei die eigene Kommunikations- Kooperations- und Konfliktfähigkeit zu schulen. Aber auch die Konstruktion und Planung der Bänke kam zu den handwerklichen Tätigkeiten dazu. Das Ergebnis kann sich sehen lassen - die Bänke haben einen hohen Gebrauchswert und erfüllen die an sie gestellten Ansprüche.
Für die Jugendlichen war dieses Projekt sehr wichtig, sie sind in dieser Zeit über sich hinausgewachsen und haben viele praktische Dinge für ihr späteres Berufsleben mit großer Freude und Nachhaltigkeit erlernt.
Ein großer Erfolg war das Projekt auch für die involvierten Lehrer, Ausbilder und Handwerker des Berufsbildungswerkes, die auch in neuen Formationen und unter anderen Voraussetzungen zusammen arbeiten konnten.
An der gestern stattfindenden Auszeichnungsveranstaltung im Plenarsaal des Sächsischen Landtages in Dresden nahm Hanka Blesse, Lehrerin an der Berufsschule und Projektleiterin sowie Auszubildende des Projektes teil. Für sie war es ein tolles Erlebnis.
Die Auszeichnung der Berufsschule des Berufsbildungswerkes für Blinde und Sehbehinderte Chemnitz für das Projekt Holzbearbeitung setzt den I-Punkt auf eine Erfolgsgeschichte. Zeigt sie doch, dass mit guten Ideen Schule gemacht werden kann.