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Heim der Berufsfachschule für Physiotherapie

Für blinde und sehbehinderte Schüler, die in der Berufsfachschule für Physiotherapie eine schulische Ausbildung zum Masseur, Medizinischen Bademeister und Physiotherapeuten absolvieren, besteht die Möglichkeit während dieser Zeit im Wohnheim zu leben.

Das Wohnheim bietet für 28 junge Menschen eine Unterbringung und eine sinnesspezifische Förderung und Betreuung an. Der Beruf Masseur, Medizinischer Bademeister und Physiotherapeut ist ein Dienstleistungsberuf für die Menschen und setzt ein hohes Maß an qualifizierten medizinischen Kenntnissen, sozialen und kulturellen Fähigkeiten wie Verantwortungsbewusstsein, Selbstständigkeit und Mobilität und an persönlicher Reife voraus.

Dabei nimmt die Betreuung und Begleitung der Schüler im Wohnheim einen besonderen Stellenwert ein. Das Erlernen und Festigen lebenspraktischer Handlungskompetenz und somit ein selbstständiges Gestalten des Lebensalltags gehört genauso zu den Förderschwerpunkten wie die Angebote für den Einstieg in das Erwerbsleben und die Bewältigung des Berufsalltags.

 

Differenzierte Wohnformen für individuelle Bedürfnisse

Das Heim der Berufsfachschule bietet differenzierte Wohnformen an und befindet sich in eigenen Wohnhäusern innerhalb und außerhalb des Geländes des SFZ Förderzentrums.

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen leben in Einzel- und Doppelzimmern zusammen, nutzen gemeinsam eine Küche, Sanitäreinrichtung und einen Klubraum. Die Ausstattung der Zimmer entspricht dem Standard und umfasst Objektmöbel, Waschmaschine, Trockner und Freizeiteinrichtungen. Alle Zimmer sind mit modernen Medienanschlüssen ausgestattet. Separate Lernzimmer mit Computerarbeitsplatz und Blindenhilfsmitteln können gemeinschaftlich genutzt werden. Das gemeinsame Lernen und die Gruppenarbeit zur Prüfungsvorbereitung tragen wesentlich zur Verbesserung der Lernatmosphäre und der Prüfungserfolge bei.

Die Zusammensetzung der Wohngruppen wird nach Stärke des Betreuungs- und Hilfebedarfes der Jugendlichen und jungen Erwachsenen entschieden. Es gibt Gruppen mit hoher und weniger hoher Betreuung. Minderjährige blinde und sehbehinderte Jugendliche werden in eigenen Wohngruppen zusammengefasst und betreut.

Dabei bilden die verschiedenen Wohnformen kein starres System, sondern jeder Bewohner hat die Möglichkeit, Wünsche zu äußern. Gemeinsam mit den Erziehern wird über eine geeignete Wohnform innerhalb des Hauses entschieden, die jederzeit entsprechend des Entwicklungsstandes des Jugendlichen gewechselt werden kann. In den Wohngruppen mit hoher Betreuung ist die Fixierung auf den Erzieher noch besonders stark, so dass ein Stück familiäre Atmosphäre geschaffen wird.

Selbstständigere Jugendliche leben in Wohngemeinschaften außerhalb der Einrichtung im Stadtgebiet Kaßberg zusammen. Sie verfügen über ein möbliertes Einzelzimmer in einer Drei-Raum-Wohnung und nutzen die eingerichtete Küche mit Balkon, Bad und Freizeiteinrichtungen gemeinsam. Alle Wohnungen sind barrierefrei und die Zimmer haben eigene Medienanschlüsse. Ein Lernzimmer mit Computerarbeitsplatz und Blindenhilfsmitteln kann von allen Bewohnern genutzt werden.

Die Erzieher üben zunehmend eine beratende Tätigkeit aus und unterstützen die jungen Erwachsenen besonders in Problem- und Konfliktsituationen und geben Hilfen zur Zukunftsplanung. Zunehmend sind die Bewohner für die Organisierung des Alltags, eigenständige Führung ihres Haushalts, die Verwaltung ihrer Finanzen sowie die Planung und Durchführung von Freizeitaktivitäten verantwortlich. Sie treffen ihre eigenen Regeln für die Gestaltung des Zusammenlebens und bereiten sich so auf ein eigenständiges Erwachsenen- und Erwerbsleben vor.

Bild eines gezeichneten Briefes

Ilona Thiele
Tel.: +49 371 3344-360
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