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Aktuelle Medienberichte, SFZ intern/extern


Aktuelle Medienberichte, SFZ intern/extern

Die Beiträge stammen aus internen und externen Medienformaten.
Die Anordnung ist chronologisch gegliedert.

Klangliege für Blindenwohnheim
Klangliege
Wochenspiegel, 13.01.2010

Klangliege für Blindenwohnheim

(red.) Die 34 Bewohner des im Juni 2009 eröffneten Blindenwohnheimes können sich über ein neues wirkungsvolles Therapiegerät freuen. Die musiktherapeutische Klang- und Wellnessliege schult bei den blinden und mehrfachbehinderten Menschen die akustischen und vibratorischen Reize und hilft bei der Förderung und Entspannung. Gebaut wurde die Klangliege in der Werkstatt für behinderte Menschen des Blindeninstitutes und finanziert mit Erträgen der Glücksspirale und Spenden.   

 

Foto: Noch ein paar Tropfen Balsamico, dann ist die Vorspeise perfekt. Steffen Pfeifer (im Bild) beteiligt sich gemeinsam mit Andy König, beide vom Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte Chemnitz, an diesem ersten Berufswettbewerb für Köche am SFZ Förderzentrum. Foto: uw
Noch ein paar Tropfen Balsamico, dann ist die Vorspeise perfekt. Steffen Pfeifer (im Bild) beteiligt sich gemeinsam mit Andy König, beide vom Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte Chemnitz, an diesem ersten Berufswettbewerb für Köche am SFZ Förderzentrum. Foto: uw
Wochenspiegel, 21.11.2009

Wanderpokal wandert nach Hessen

Erstmals Berufswettbewerb für angehende Köche ausgetragen

(uw). Der erste Berufswettbewerb für Azubis von überbetrieblichen Ausbildungsbetrieben fand am Mittwoch im SFZ Förderzentrum für Blinde und Sehbehinderte statt. Steffen Pfeifer und Andy König haben dabei ihre gastgebende Einrichtung würdig vertreten, denn sie belegten den zweiten Platz.

Das Team des Berufsbildungswerkes Südhessen entführte den Wanderpokal in Form eines gut gebauten Keramikkochs nach Hessen.

Die Jury aus Chemnitzer Gastronomiebetrieben hatte außerdem den beiden Teams der Weiterbildungsakademie Sachsen aus Chemnitz gemeinsam den dritten Platz zuerkannt. Der Veranstalter hofft, dass sich das Kochduell zu einem jährlichen Ereignis für die Kochgilde entwickelt.

 
Artikel der Morgenpost vom 12.11.2009. Es sind zwei Fotos mit den Teilnehmern in der Lehrküche, Haus 47 und den Gästen im Foyer, Haus 47 zu sehen.
Morgenpost, 12.11.2009

Kochduell mit vier Gängen: Das SFZ fördert Nachwuchs am Herd

Wie das duftet! Nachwuchsköche schnippelten, brutzelten und rührten gestern im SFZ Förderzentrum im ersten Kochduell deutscher Berufsbildungswerke um die Wette. Am Ende lockt nicht nur ein leckeres 4-Gänge-Menü, sondern auch ein Pokal, der in der Behindertenwerkstatt kreiert wurde. Im Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte war schon früh am Morgen der Startschuss zum Kochen gefallen. „Vor Monaten kam uns die Idee, ein Kochduell für Azubis der Berufsbildungswerke auszurichten“, sagt Ausbilderin Birgit Krätzer (47). Die vier Teams sozialschwacher oder behinderter Jugendlicher mussten Theorieprüfungen bestehen, Rezepte und Speiskarten schreiben. Ab 7.30 Uhr schwitzten sie dann in der Küche. Die Chemnitzer Teams gingen zwar leer aus, der Wanderpokal kommt aber aus ihren Händen. Frau Krätzer: „Dieser kleine Koch wurde von Sehbehinderten gestaltet und ging ans Team aus Hessen. Das Bildungswerk wird im nächsten Jahr das zweite Kochduell ausrichten.“

 

Kochen wie die Besten

10/11.11.09 - Auszubildende aus verschiedenen überbetrieblichen Ausbildungbetrieben treten im Kochduell gegeneinander an

Der 10/11.11.09 ist für die Köche im Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbhinderte Chemnitz (BBW) ein ganz besonderes Datum.
An diesen beiden Tagen findet der erste Berufswettbewerb der Köche in Form eines Kochduells gemeinsam mit drei anderen Teams im BBW statt. Dazu wurden überbetrieblich ausbildende Einrichtungen eingeladen.

An dem Kochduell nimmt ein Team aus Hessen und drei Teams aus Chemnitzer Einrichtungen teil, die Köche ausbilden. Jedes Team besteht aus jeweils zwei angehenden Köchen im dritten Lehrjahr.

Am ersten Tag wird nach einer kurzen Phase des gegenseitigen Kennenlernens und der Vorstellung des BBW Chemnitz für die Teams zunächst ein schriftlicher Wettbewerb auf dem Speisezettel stehen. Dabei wird es um Fragen der Technologie, Waren-, Wirtschafts-, und Sozialkunde gehen. 

Am Mittwoch geht es ab 7.00 Uhr dann richtig zur Sache. Die Köche sollen ein Menü zaubern, dass aus vier Gängen besteht. 12.00 Uhr muss das Essen dann auf dem Tisch stehen.

Sachkundige Beobachter werden das Vorgehen und die Qualität beurteilen und schließlich auch das beste Team küren. Dafür konnten aus verschiedenen Chemnitzern Gastronmiebetrieben Fachleute gewonnen werden. Ein schöne Rolle kommt zwanzig eingeladenen Gästen zu - sie dürfen das Menü genüsslich verspeisen. 

Das Chemnitzer Berufsbildungswerk hofft sehr, dass sich dieser Wettbewerb zu einem jährlichen Ereignis für die Kochgilde entwickelt. Ein entsprechender Wanderpokal, in Form eines gut gebauten Keramikkoches steht dafür schon bereit.

 
Schweriner Volkszeitung, 22.10.2009

Blind am PC - na und?

Blinde und Sehbehinderte haben schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Dass auch sie gut ausgebildet oder umgeschult werden - und vor allem am Computer fit sind, davon konnten sich interessierte Arbeitgeber gestern in einem Fachgespräch überzeugen.

Ramona Klehn sitzt am Rechner. Flink haut sie in die Tasten. Unterhalb der Tastatur ist eine Leiste angebracht, die so genannte Braillezeile (nach dem Erfinder der Blindenschrift). Immer wieder tastet die blinde 36-Jährige über die Leiste. "Sie stellt die Zeichen, die sich auf dem Bildschirm befinden, in Blindenschrift dar", erklärt Klehn. So kann sie selbstständig am Computer arbeiten und Zeile für Zeile mit den Fingern lesen. "Zum Tippen muss ich nicht sehen können", sagt sie schmunzelnd - dank Zehn-Finger-System. Seit über drei Jahren arbeitet sie in Rostock, im Schreibservice von Marion Bohl. Im mittlerweile "2. Fachgespräch zur beruflichen Integration und Teilhabe blinder und sehbehinderter Menschen in MV" standen Erfahrungsberichte im Vordergrund. "Blinde am Computer - wie soll das gehen?", hat sich Bohl anfangs gefragt. Mittlerweile weiß sie: "Man muss keine Berührungsängste haben, mit Sehbehinderten oder Blinden zu arbeiten." Auch im Rostocker Ikea-Service-Center sind spezielle Arbeitsplätze für sehgeschädigte Mitarbeiter eingerichtet.

Entsprechende Ausstattung ermöglicht etliche BerufeVoraussetzung dafür sind entsprechende Ausstattung und Finanzierungsmöglichkeiten. Medizinprodukteberater Harald Reinhardt zeigt, wie Sehbehinderte mit relativ wenigen Mitteln die gleiche Arbeitsleistung wie ihre sehenden Kollegen vollbringen können. Eine Tastatur mit besonders hohen Kontrasten, ein großer Monitor plus Vergrößerungssoftware. Für Blinde gibt es ein spezielles Programm mit Sprachausgabe, das gleichzeitig die Braillezeile erstellt. "So können Blinde und Sehbehinderte etliche Berufe ausüben", so Reinhardt.

Am SFZ Berufsbildungswerk Chemnitz bilden Kerstin Göhler und Hans-Joachim Jenß Blinde und Sehbehinderte unter anderem zu Fachinformatikern und Kaufmännern für Bürokommunikation aus. "Dazu zählen natürlich die gängigen Computerprogramme", so Göhler. Sie betont, dass Ausbildungsinhalte und -prüfungen identisch mit denen Nichtbehinderter seien. "Die Absolventen können in sämtlichen Bereichen von Unternehmen, Ämtern und Behörden eingesetzt werden." Allerdings könnten blinde Fachinformatiker keine Designer werden, räumt Jenß schmunzelnd ein. Trotz dieser vorbildlichen Beispiele bedauert Mitinitatorin Gudrun Buse, Landesvorsitzende des Blinden- und Sehbehinderten-Vereins MV, dass wenige Arbeitgeber der Einladung gefolgt sind.

 

Fotoinhalt: Rüdiger Wittig bedient eine CNC-Maschine. Foto: SFZ
Rüdiger Wittig schult um. Eine fortschreitende Sehschwäche zwang ihn, seinen Beruf als Fernsehmechaniker aufzugeben. Künftig bedient er CNC-Maschinen. Foto: SFZ


Sächsische Zeitung, 10.10.2009

Wenn die Augen für den Job nicht mehr taugen

Umschulung Sehbehinderte können in Förderzentren einen neuen Beruf lernen.

Rüdiger Wittig schult um. Eine fortschreitende Sehschwäche zwang ihn, seinen Beruf als Fernsehmechaniker aufzugeben. Künftig bedient er CNC-Maschinen.Foto: SFZ

Rüdiger Wittig hatte mehr als 25 Jahre als Rundfunk- und Fernsehmechaniker in Senftenberg gearbeitet. Seine angeborene Kurzsichtigkeit war dabei zunächst kein Problem. Mit den Jahren verschlechterte sich jedoch seine Sehkraft, und die technische Entwicklung tat das Ihre – die Elektronikbauteile wurden immer kleiner. Im März 2007 hatte er keine Chance mehr, seine Arbeit zu erledigen, seine Sehkraft betrug nur noch 40 Prozent – er musste seinen Beruf aufgeben.

Was nun? Beim Sächsischen Förderzentrum (SFZ) in Chemnitz fand er die Weiterbildung, die ihm die Chance für eine neue berufliche Perspektive bot. Einen Monat testete er an der Bildungseinrichtung, die sich auf Umschulung und Weiterbildung für Blinde und Sehschwäche spezialisiert hat, seine Interessen, Fertigkeiten und Fähigkeiten. Alles unter der Maßgabe des ihm verbliebenen Sehrests. Danach stand für ihn fest, dass er zukünftig CNC-Maschinen programmieren und bedienen wollte.

Die Ausbildung beinhaltete zwei längere Praktika. Diese nutzte er für sich in der Firma Hoppe in Hoyerswerda – ein mittelständiger Betrieb für Präzisionswerkzeuge und Kleinserien.

Gestern beendete Rüdiger Wittig seine Ausbildung in Chemnitz. Seine Anerkennung als CNC-Fachkraft, wofür er bei der Industrie- und Handelskammer die Prüfung abgelegt hat, ist ihm schon sicher. Von seiner Praktikumsfirma hat Rüdiger Wittig ein Schreiben erhalten, das ihm die Einstellung im Unternehmen in Aussicht stellt.

So wie Rüdiger Wittig machen sich viele Menschen auf einen neuen Berufsweg. Fachlich unterstützt und finanziell gefördert werden sie von Kostenträgern wie Berufsgenossenschaften, Unfallkassen, Rentenversicherungsträgern, Agenturen für Arbeit, Krankenkassen und dem SFZ Förderzentrum.

Dabei ist es nicht immer so, dass Betroffene gänzlich eine andere berufliche Richtung beschreiten müssen. Oftmals reicht es aus, dass innerhalb des Unternehmens die Arbeit neu strukturiert wird. Oder es werden Hilfsmittel eingesetzt, die das Weiterarbeiten in der Firma ermöglichen. SZ

 

Freie Presse, 08.10.2009

Abitur ohne Augenlicht?

Zwei Einrichtungen bundesweit

Von Hannah Metzger

Chemnitz. Ohne Augenlicht Abitur machen? Das scheint für viele unmöglich zu sein - oder zumindest mit großem Aufwand verbunden. Es gibt zwar integrative Schulen - auch Gymnasien -, auf die sehbehinderte Kinder gehen können. Aber bei ganz blinden Kindern ist das nicht der Regelfall. Diese gehen in spezielle Einrichtungen: entweder auf die Carl-Strehl-Schule der Deutschen Blindenstudienanstalt im hessischen Marburg oder auf die Brandenburgische Schule für Blinde und Sehbehinderte Königs-Wusterhausen. Bundesweit gibt es nur diese zwei weiterführenden Schulen extra für Sehbehinderte.

"Und wir sind die einzige staatliche Einrichtung dieser Art", sagt Erik Dorow, Oberstufenkoordinator an dem Gymnasium in Königs-Wusterhausen, nicht ohne Stolz. Schon seit mehr als 50 Jahren bestehe die Schule - zu DDR-Zeiten war sie die einzige Erweiterte Oberschule für Sehbehinderte. "Derzeit haben wir 90 Schüler von der ersten bis zur 13. Klasse. Und die kommen aus sechs Bundesländern", so Dorow. Vor allem aus dem Osten, das sei eben schon immer so gewesen. Auch die Kinder, die an der Sächsischen Blindenschule in Chemnitz bis zur 10. Klasse lernen, werden danach meist nach Königs-Wusterhausen weitervermittelt. "Nach der 10. Klasse nehmen wir die sehbehinderten Schüler auf, die auf ihrem Zeugnis den Vermerk ,berechtigt zum Besuch der gymnasialen Oberstufe' haben", erklärt Erik Dorow. Gelernt wird dann in kleinen Klassen von etwa neun Schülern, um möglichst individuelle Betreuung zu gewährleisten. Abschluss ist in Königs-Wusterhausen die Fachhochschulreife oder das Abitur.
Da die Schule eine staatliche Einrichtung ist, fallen in Brandenburg für die Gymnasialbildung keine Kosten an. Im hessischen Marburg auf dem Gymnasium in freier Trägerschaft kostet der Besuch pro Jahr zwischen 50.000 und 60.000 Euro - auch wenn diese Summen meist von Wohlfahrtsverbänden übernommen werden.

Ganz kostenlos ist aber auch das brandenburgische Gymnasium nicht: An der Unterbringung im Internat, das vom Sehförderzentrum Chemnitz unterhalten wird, müssen sich die Eltern im Rahmen ihres Einkommens beteiligt

 

Andreas Krzos bei der Arbeit an einem CNC Bearbeitungszentrum. Diesen Job hat er aufgrund einer Sehbehinderung am SFZ Förderzentrum Chemnitz völlig neu erlernt. Foto: Andreas Seidel
Andreas Krzos bei der Arbeit an einem CNC Bearbeitungszentrum. Diesen Job hat er aufgrund einer Sehbehinderung am SFZ Förderzentrum Chemnitz völlig neu erlernt. Foto: Andreas Seidel
Freie Presse, 08.10.2009

Trotz Augenleidens Neustart im Job

Heute beginnt die Woche des Sehens - Viele Möglichkeiten der Rehabilitation bei Sehbehinderungen angeboten

Der heute 49-jährige CNC-Facharbeiter Andreas Krzos leidet an einer angeborenen Sehnervschädigung. Sein Augenlicht ist mittlerweile so beeinträchtigt, dass er in seinem Beruf als Instandhaltungsmechaniker keine Arbeit mehr fand. Das Förderprogramm "1 plus 11" soll verhindern, dass Menschen wie er aufgrund von Augenerkrankungen zu Hartz IV- oder Rentenbeziehern werden. Die heute beginnende Woche des Sehens soll für solche Hilfsmöglichkeiten sensibilisieren.

Von Stephanie Wesely

Chemnitz. So konnte es nicht mehr weitergehen, darüber war sich Andreas Krzos im Sommer 2007 klar. Seit 2003 war er arbeitslos und lebte von Hartz IV. Seine Augenerkrankung - eine angeborene Sehnervschädigung, in der Fachsprache Opticusatrophie genannt -, war die Ursache dafür, dass er, nachdem sein Betrieb dicht gemacht hat, keine neue Beschäftigung fand. Hunderte Bewerbungen hat er abgeschickt und nur Ablehnungen bekommen. Eine hat ihn besonders schockiert: Man sei doch kein Sanatorium, könne Sehbehinderte nicht beschäftigen.
All diese Ablehnungen, die wirtschaftliche Zwangslage, die Scham wegen seiner Arbeitslosigkeit und sein fortschreitendes Augenleiden nahmen ihm jegliche Lebensfreude. Er mied soziale Kontakte, wurde immer einsamer. Alkohol, Übergewicht, hoher Blutdruck - alles Gift für seine Augenkrankheit - zogen ihn immer weiter nach unten.

Wink des Schicksals
Das Angebot vom Rentenversicherungsträger für eine "1 plus 11"-Maßnahme kam dann wie ein Wink des Schicksals, "wenngleich ich es erst heute mit einem gewissen Abstand so sehe, damals war ich nicht so motiviert", gibt der sympathische Mann selbstkritisch zu. Ina Oertel, Case-Managerin im SFZ Förderzentrum (Einrichtung zur beruflichen Bildung blinder und sehbehinderter Menschen) erklärt die besondere Bezeichnung der Fördermaßnahme: "1 plus 11 ist ein Angebot für Menschen, die wegen ihrer Augenerkrankung bei der Berufsausübung stark eingeschränkt sind. Deren Beschäftigungsverhältnis ist entweder stark gefährdet oder die Arbeitslosigkeit ist bereits eingetreten. Die Zahlen bedeuten, dass im ersten Monat eine ausführliche Eingangsanalyse erfolgt. Dazu werden bereits erlangte berufliche Fertigkeiten erfasst, die Erkrankung genau diagnostiziert, Fähigkeiten und Wünsche des Klienten aufgenommen, aber auch psychologische, familiäre und persönliche Besonderheiten ausgelotet."

Andreas Krzos war früher als Instandhaltungsmechaniker tätig, hat auch als Hausmeister gejobbt. Großes technisches Interesse und Verständnis sowie eine überdurchschnittliche Intelligenz wurden ihm nach der Analyse bescheinigt. Krzos: "Ich habe diese gute Beurteilung meiner Person gar nicht ernst genommen, ich dachte, dass sie jedem so etwas erzählen würden", berichtet er. "Ja, Herr Krzos hatte ein sehr geringes Selbstwertgefühl und kaum Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten. Erst im Laufe der Zeit, als sich immer mehr Erfolgserlebnisse einstellten, hat er es uns geglaubt", schmunzelt Ina Oertel.
Von Beginn an fand Andreas Krzos Freude an der Arbeit mit computergesteuerten Werkzeugmaschinen, so dass seine Richtung im Grunde gleich feststand. Um seine Isolation zu beseitigen, legte Ina Oertel ihm einen zeitweiligen Umzug ins Wohnheim des SFZ Förderzentrums nahe. Aus heutiger Sicht war auch das ein Glücksgriff für den Mann. Er fand Kontakt zu Gleichaltrigen, ist heute noch befreundet mit einigen, gestaltet mit ihnen seine Freizeit.

Sofort Anstellung gefunden
Zu den elf Monaten beruflicher Aus- und Weiterbeildung gehörte auch ein dreimonatiges Praktikum in der Koki-Technik Niederwürschnitz, eine der vielen Firmen, mit denen das SFZ zusammenarbeitet. "Der Chef war gleich angetan von Herrn Krzos, wir haben vorher auch alles mit der Personalabteilung genau geplant, so dass einer Weiterbeschäftigung nach dem Praktikum nichts im Wege stand", berichtet die Case- Managerin. Nach Ablauf der Befristung seines Arbeitsvertrages bekam er eine weitere Verlängerung. "Und das mitten in der Wirtschaftskrise, wo kaum jemand neu eingestellt wird", ist Andreas Krzos begeistert.
Für ihn hat sich trotz Augenerkrankung und dauerhafter Sehbehinderung das Leben vollkommen verändert. "Ich bin sehr glücklich, dass sich alles zum Guten gewendet hat und kann Gleichbetroffenen nur raten, etwas zu unternehmen, sich Hilfe zu suchen und nicht zu resignieren. Es gibt immer einen Weg", so sein Statement.

Weitere Informationen
Kostenträger für die Maßnahme "1 plus 11" sind: die Deutsche Rentenversicherung, Berufsgenossenschaften, Unfallkassen, die Agentur für Arbeit, die ARGE und das Integrationsamt. Die Case- Manager unterstützen auch bei der Suche nach einem neuen Job oder der Qualifizierung. Im SFZ Förderzentrum erhält man außer der beruflichen Rehabilitation auch Hilfe bei der Beantragung von Fördermöglichkeiten, Diagnostik und Beratung bei Augenkrankheiten sowie Schulungen zur Festigung lebenspraktischer Fertigkeiten. Kontakt: SFZ Förderzentrum, Flemmingstraße 8c, 09116 Chemnitz, Telefon: 0371 33440.www.sfz-chemnitz.de
www.woche-des-sehens.de
www.augeninfo.de

 

Artikel des Wochenspiegels vom 02.10.09. Das enthaltene Foto zeigt Stefanie Jerchel auf dem Balkon des Wohnheims für behinderte Menschen. Die Bildunterschrift lautet: Stefanie Jerchel ist eine der neuen Bewohner des neuen Wohnheims für Behinderte auf der Flemmingstraße 8c. Sie ist glücklich in ihrem neuen zu Hause, da sie selbst mit einrichten konnte. Foto: SFZ
Wochenspiegel, 2.10.2009

Wohnheim für behinderte Menschen

SFZ Förderzentrum gGmbH übergibt Neubau an die Bewohner

Am Mittwoch wurde das Wohnheim für Behinderte auf der Flemmingstraße 8c feierlich eingeweiht. Moderne Räume schaffen ein gemütliches Umfeld für die behinderten Menschen. Gemeinschaftsräume bieten vielfältige Möglichkeiten für die Tagesstrukturierung. Dies ist vor allem für die schwerstmehrfach behinderten Bewohner des Heims wichtig. So werden besonders gern die Pflegebäder und der Whirlpool genutzt. Großzügige Terrassen laden zum Verweilen ein und ermöglichen auch den Bewohnern, die sich nicht selbst fortbewegen können, den Aufenthalt im Freien.

Dank des Engagements von Eltern und Firmen konnten bereits eine Hollywoodschaukel und Möbel für die Terrasse angeschafft werden.

Insgesamt können in dem Heim 45 Personen ein zu Hause finden. Der angegliederte Förder- und Betreuungsbereich bietet zusätzlich 12 Tagesbetreuungsplätze. Derzeit sind im Heim noch einige freie Plätze vorhanden.

 

Stefanie Jerchel läuft im Gang des neuen Wohnheimes für behinderte Menschen im SFZ Förderzentrum. Bildlink zum Fernsehbericht des SACHSEN FERNSEHENS.
SACHSEN FERNSEHEN, 01.10.2009

Wohnheimeröffnung

Fernsehbeitrag zur Eröffnung des Wohnheimes für behinderte Menschen am 30.09.2009 im SFZ Förderzentrum. Link zum Fernsehbeitrag

 

Märkische Allgemeine, 23.09.2009

BILDUNG: Geschichte sprechen lassen

Kooperationsvertrag zwischen Blindenschule und „Förderverein Sender KW“ unterzeichnet

KÖNIGS WUSTERHAUSEN - Manchmal bedarf es im Leben eben erst eines Anstoßes von außen, um Institutionen noch enger zusammenzuführen, die das Stadtbild von Königs Wusterhausen seit Jahren prägen. Diesbezüglich sprach Ebeg-Gesprächsführer Colin de Lage von den beiden „Leuchttürmen“ Blindenschule und Funkerberg, die nahezu einmalig in Deutschland sind.

So unterzeichneten gestern die Stadt Königs Wusterhausen als Eigentümer des Funkerbergs, der Förderverein „Sender Königs Wusterhausen“ sowie die ortsansässige Blindenschule einschließlich Internat nach Jahren guter Zusammenarbeit einen Kooperationsvertrag. Er sieht vor, dass das Rundfunkmuseum auch für blinde und sehschwache Schüler stärker erlebbar wird.

Den Anstoß dazu gab der blinde Jurist Thomas Groß, der vor einem Jahr in die Stadt Königs Wusterhausen zog und als Amateurfunker beim „Brandenburg-Tag“ Kontakte zum Förderverein knüpfte. Er verwies darauf, dass gerade Blinde eine Affinität zum Rundfunk besitzen. Viele von ihnen hätten hier als Moderator oder Musiker Karriere gemacht. Groß regte daher an, das Informationssystem des Rundfunkmuseums verstärkt behindertengerecht auch für Blinde zu gestalten. Zumal mit der Blindenschule und dem vom SFZ Förderzentrum Chemnitz betriebenen Internat die geeigneten Partner mit der pädagogischen Erfahrung bereits in der Stadt ansässig seien. So betonte Karsten Hohler, Geschäftsführer des SFZ, gestern, dass sein Förderzentrum beispielsweise für die Führung durch das Museum eine spezielle Kassette für Blinde erarbeiten könnte. Die Exponate könnten mit der für Blinde geeigneten Punktschrift, der sogenannten Brailleschrift, ausgezeichnet werden.

Auch Martina Reichmuth vom Förderverein sieht gute Chancen, um das Museum besser für Sehbehinderte zu erschließen. „Als gebürtige Königs-Wusterhausenerin bin ich seit Jahren gewohnt, mit Sehbehinderten in der Stadt umzugehen. Diese Erfahrungen sollten wir nutzen, um dem Museum deutschlandweit für blinde Menschen eine besondere Anziehungskraft zu verleihen.“ Die ehemalige Lehrerin für Elektrotechnik verwies darauf, dass sie ohnehin schon viele Führungen mit Sehbehinderten veranstaltet habe.

Zugleich ist für Sehbehinderte von besonderem Interesse, dass das Museum mit seinen Röhren und Transformatoren nicht nur „kalte“ Technik verkörpert, sondern auch Geschichte sprechen lassen kann. So wies Wolfram Seyfert vom Beratungsunternehmen Fach & Werk darauf hin, dass man den Schülern der Blindenschule hier beispielsweise anhand des Volksempfängers die Propagandamaschinerie des Dritten Reiches sehr gut erläutern kann. „So vermittelt der Klang der Bomberströme lebendige Geschichte“, betont Seyfert. Worthülsen, wie hier begann das Medienzeitalter, könnten in diesem Museum auch für Blinde einen Klang erhalten. Ähnlich gilt Seyfert zufolge auch für den Kalten Krieg, wenn Sehbehinderte die damaligen Störsender tatsächlich hören können. Dies alles sieht das neue Museumskonzept vor, das de Lage zufolge 2010/11 schrittweise umgesetzt werden soll. Die entsprechenden Förderanträge werden jetzt erarbeitet.

Zumal der Bauantrag für die Herrichtung des Sendehauses 1 als Veranstaltungsort und Museum inzwischen genehmigt ist. Vorgesehen ist, dass in der ersten Bauphase für 110 000 Euro acht Räume einschließlich des großen Maschinensaals mit den notwendigen Fluchtwegen für den Brandschutz ausgestattet werden. In der zweiten Bauphase soll der Eingang verändert und ein Fahrstuhl eingebaut werden. Dies allein kostet in den nächsten Jahren rund 700 000 Euro. (Von Franziska Mohr)

 

11.09.2009,
Sara Bonin, Praktikantin in der Regionalstelle Berlin, BA Europastudien 

Erster Blinden- und Sehbehinderten-Integrationskurs in Berlin 

Nach langer Vorbereitungszeit hat am 31.08.09 der erste Blinden- und Sehbehinderten-Integrationskurs in Berlin begonnen. Morgens um 9:00 Uhr trafen sich das Mitarbeiterteam des SFZ Förderzentrums, die fünf neuen Kursteilnehmer und von seiten der BAMF-Regionalstelle Berlin Fr. John und ich in den neuen Kursräumen des SFZ. Mit viel Einfühlungsvermögen und Sensibilität ging es zunächst darum, die einzelnen Teilnehmer auf ihre Sehfähigkeit hin zu testen, um ihnen die optimalen Hilfsmittel für eine erfolgreiche Kursteilnahme zur Verfügung zu stellen. Hauptaugenmerk lag hierbei, im Gegensatz zu herkömmlichen augenärztlichen Untersuchungen zur Einschätzung des Behindertengrades, nicht auf der Krankheit oder dem Leiden an sich. Vielmehr galt es herauszufinden, über welche Sehfähigkeiten der Teilnehmer noch verfügt und welche Sehhilfen im Unterricht eingesetzt werden könnten. Parallel dazu verliefen die ersten Einstufungstests zur Feststellung des Sprachstandes in Form von Interviews und Einweisungen in die neue Technik und Software. So können sich die Sehbehinderten bzw. blinden Teilnehmer über Monitore, Punktschriftmaschinen, Bildschirmlesegeräte, Scanner, Kameras und einen besonders imposanten Punktschriftdrucker die Kursinhalte erschließen.

Fünf Unterrichtsstunden am Tag und über 945 Unterrichtseinheiten lang werden die hochgradig motivierten Teilnehmer im Sehzentrum in der Möllendorffstraße 3, 10367 Berlin von einem erfahrenden DaZ-Lehrer und einer Punktschriftlehrerin, ebenfalls DaZ-Lehrerin, unterrichtet.

Eine Warteliste wurde bereits angelegt und die Hoffnungen sind groß, dass dieser Kurs nicht nur ein Pilotprojekt bleibt, sondern Anreiz für viele Folgekurse geben wird. Interessenten können sich direkt an Frau Schmeer (kschmeer(at)sfz-kw.de ) vom SFZ Förderzentrum oder an Frau John (stefanie.john(at)bamf.de) vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge wenden.

 

Sehzentrum Berlin, 21.08.09

Kursangebot: Integrations- und Alphabetisierungskurs für sehbehinderte und blinde Migranten 

Am 31.07.09 begann im Sehzentrum Berlin der erste Integrationskurs. Die Zulassung wurde dafür dem Sehzentrum Berlin vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erteilt. 

» Teilnahmebedingung
Ob ein Migrant am Integrationskurs teilnehmen darf oder ob er dazu verpflichtet werden kann, ist in den §§ 44 und 44a des AufenthG, § 11 Abs. 1 FreizügG EU und § 9 Abs. 1 BVFG geregelt. Die Berechtigung zur Teilnahme erteilt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nach Antragstellung. Das Sehzentrum Berlin übernimmt die Antragstellung.  

» Kursumfang
Der Integrationskurs umfasst insgesamt 945 Unterrichtseinheiten (UE). Den ersten Teil (Grundkurs und Aufbaukurs), bestehend aus 900 UE , bildet der sog. Sprachkurs (DaZ). Der zweite Teil (Orientierungskurs) umfasst 45 UE. In diesem Kursabschnitt stehen die Themenbereiche Politik, Demokratie, Geschichte, Mensch und Gesellschaft im Vordergrund. Der Kurs hat das Ziel, die Sprachniveaustufe B1 zu erreichen.  
Der Kurs ist auf  vier  Teilnehmer begrenzt. Hat ein Teilnehmer seinen Kurs abgeschlossen, kann der Platz jederzeit (auch im laufenden Kurs) an einen neuen Teilnehmer vergeben werden.  
Der Kurs wird in Vollzeit von Montag bis Freitag mit täglich fünf UE (je 45 Minuten) angeboten.   

» Unsere Spezialisierung
Die Besonderheit des im Sehzentrum Berlin angebotenen Integrationskurses liegt darin, dass auf die speziellen Anforderungen blinder und sehbehinderter Menschen  eingegangen wird. Dafür stehen eine Rehabilitationslehrerin (Punktschriftlehrerin), mit der Qualifikation DaZ und eine weitere DaZ Lehrkraft für den Kurs zur Verfügung.   

» Kontakt und weitere Informationen
Für Informationen zum Angebot und den organisatorischen Voraussetzungen wenden Sie sich bitte an: 
Sehzentrum Berlin, Möllendorfstraße 3, 10367 Berlin  
Telefon: 030 726168-71/-73, Fax: 030 726168-72
E-Mail: SehzentrumBerlin(at)sfz-kw.de

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Das Bild zeigt ein Foto von Dipl.-Psych. Catrin Hastreiter im Sehzentrum des SFZ, Haus 15.
Dipl.-Psych. Catrin Hastreiter
Freie Presse vom 06. Juni 2009

Sehprobleme bei Kindern oft unentdeckt

Deutschland erfasst keine Zahlen blinder und sehbehinderter Menschen - Vorsorgeuntersuchung wird nicht von Augenärzten durchgeführt

Der 6. Juni ist bundesweit "Tag der Sehbehinderung". Während Erwachsene bei Augenproblemen meist von sich aus einen Arzt aufsuchen, können Kinder dies nicht machen. Oftmals merken sie nicht einmal, dass mit ihren Augen und dem Sehen etwas nicht stimmt.

Von Anika Heber

Chemnitz. Verhaltensauffälligkeiten und Lernprobleme erschweren es zahlreichen Kindern, ihre schulische Laufbahn und ihren Alltag erfolgreich zu meistern. Über die Ursachen können Eltern, Lehrer und Ärzte meist nur spekulieren. Dass eine Sehstörung oder -behinderung Grund für das Verhalten eines Kindes sein kann, ist dabei oftmals kaum bekannt. Häufiges Blinzeln, Zwinkern und sich in den Augen reiben sowie das Dichtherangehen beim Lesen können erste Anzeichen sein, dass ein Kind Probleme mit seinen Augen hat.
"Es ist enorm wichtig, dass die Kinder schon frühzeitig auf Sehauffälligkeiten hin untersucht werden, möglichst noch im ersten Lebensjahr", sagt Diplom-Psychologin
Catrin Hastreiter vom SFZ Förderzentrum in Chemnitz, das Menschen mit Seh- oder Mehrfachbehinderung ausbildet und fördert. "Von den Kindern selbst kann man nicht erwarten, dass sie darüber klagen, wenn etwas mit dem Sehen nicht stimmt", erklärt sie.
Lediglich wenn durch Krankheiten oder Unfälle vorher nicht da gewesene Probleme auftreten, kann dies von den Kindern selbst bemerkt werden. Bei von Geburt an vorhandenen Sehfehlern aber kennt das Kind keine andere Wahrnehmung seiner Umwelt, ihm sind auftretende Störungen also nicht bewusst.

Sehschäden bei aufmerksamen Beobachten erkennbar

Zwar werden durch die Vorsorgeuntersuchung U7 die Sinnesorgane eines Kindes und somit auch sein Sehvermögen untersucht, die Eltern sind aber nicht verpflichtet, diese durchführen zu lassen. Ein weiteres Problem ist laut Hastreiter, dass die Untersuchung von den Kinder- oder Hausärzten durchgeführt wird. "Diese verfügen meist nicht über das spezielle Untersuchungsmaterial und entsprechende Tests, um Sehbehinderungen festzustellen", gibt sie zu bedenken. Manche Augenprobleme würden zudem erst später auftreten. So kann es sein, dass die augenärztliche Untersuchung im Kleinkindalter einen organisch unauffälligen Befund ergeben hat und die Eltern auf Grund dessen keine weiteren Kontrollen für ihr Kind vereinbaren.
Laut der Psychologin gibt es zahlreiche Auffälligkeiten, die auf eine Sehstörung hindeuten und von den Eltern und anderen Personen erkannt werden könnten. "Wenn zum Beispiel Menschen nicht wiedererkannt oder der Blickkontakt nicht immer aufgenommen beziehungsweise gehalten werden kann, sind das mögliche erste Hinweis auf Sehprobleme. Auch eine fehlerhafte Hand-Auge-Koordination ist eine mögliche Folge von Sehbeeinträchtigungen", erklärt sie. Weiterhin könnten Konzentrationsstörungen, Probleme in der Fein- und Grobmotorik, eine Lese-Rechtschreibschwäche oder Hyperaktivität auf diese hindeuten.
Aber nicht nur Sehstörungen werden bei Kindern teilweise übersehen. Auch andere Sinneseinschränkungen, beispielsweise Hörschädigungen, erkennen Eltern und Ärzte meist erst nach langer Zeit, obwohl diese oft mit einer Sehbehinderung einher gehen. Ein Beispiel dafür ist das häufig unerkannte Usher-Syndrom. Bei dieser erblichen Krankheit handelt es sich um eine Kombination von Schwerhörigkeit beziehungsweise Taubheit und einer Netzhautverkümmerung. Die Erkrankung kann zwischen Kindesalter und frühem Erwachsenenalter beginnen, wobei sich die Augenerkrankung erst später bemerkbar macht und dadurch oft unentdeckt bleibt.


Statistiken zur Zahl betroffener Kinder gibt es nicht

Wie viele Kinder in Deutschland an einer Sehstörung oder -behinderung leiden, lässt sich indes nicht sagen, da Blinde und sehbehinderte Menschen in der Bundesrepublik nirgendwo statistisch erfasst werden. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) aber
geht davon aus, dass es bundesweit etwa 150.000 blinde und rund 500.000sehbehinderte Menschen gibt.

 

Blick-Sport zum Sonntag vom 24. Mai 2009

Internationale Sportspiele 2009 in Chemnitz

Das Foto zeigt eine Startszene beim Schwimmwettkampf. Sportler starten vom Startblock mit Kopfsprung oder stoßen sich im Wasser von der Wand ab.
Pressefoto Sportspiele 09
Freie Presse vom 23. Mai 2009

Regen vermasselt Finalläufe

Blinde und sehbehinderte Jugendliche ermitteln bei Internationalen Sportspielen ihre Sieger

Um Medaillen in den Disziplinen Leichtathletik, Schwimmen und Goalball kämpfen an zwei Tagen in Chemnitz etwa 100 Teilnehmer bei den Internationalen Sportspielen für blinde und sehbehinderte Jugendliche. Die Aktiven kommen aus vier Ländern.

Von Matthias Fiedler

"Wir bitten die Teilnehmer und Wettkampfrichter, sich unterzustellen. Der Wettbewerb wird vorerst unterbrochen", klang es gestern Mittag aus den Lautsprechern des Stadions im Sportforum. Mykola Prodanyuk vom SFZ Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte Chemnitz hatte sich gerade für das 100-Meter-Finale bereit gemacht. Nun stand er regenüberströmt mit einem Becher heißen Tee fröstelnd unter dem Stadiondach und hoffte auf baldige Wetterbesserung.
Der gebürtige Ukrainer ist bei den Internationalen Sportspielen für blinde und sehbehinderte Jugendliche das erste Mal dabei. Und für den Sprint hatte er sich trotz zwickender Wade einiges vorgenommen "Nachdem mir der Regen schon beim Weitsprung in die Quere kam, will ich bei den 100 Metern ganz vorn mit dabei sein", sagte der 22-Jährige. Obwohl für ihn der Spaß an erster Stelle stehe, dürfe der Ehrgeiz nicht zu kurz kommen. "Wer hier nicht einhundert Prozent gibt, der sollte erst gar nicht antreten", verdeutlichte Prodanyuk, der nicht nur in den Leichtathletik-Disziplinen, sondern auch beim Schwimmen und Goalball an den Start geht. Beim Ballspiel rechnet er sich allerdings keine zu großen Chancen aus. "Für mich ist dieser Sport absolutes Neuland, denn ich konnte erst vier Mal trainieren. Mannschaften wie Königs Wusterhausen sind da weitaus besser besetzt."
Über 100 Nachwuchssportler aus Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Polen kämpfen am Wochenende im Sportforum um Platzierungen und Medaillen. Dabei ist Chemnitz nach 2003 bereits zum zweiten Mal Ausrichter der Internationalen Jugendsportspiele.
Zum zweiten Mal dabei ist auch Dominik Schubert. Seit Januar dieses Jahres trainiert der Leichtathlet und Schwimmer intensiv für die Sportspiele. "Der Wettkampf ist mein Jahreshöhepunkt und gleichzeitig der Abschluss meiner aktiven Laufbahn", sagte der 21-Jährige, der noch in diesem Jahr eine Stelle als Bürokraft im Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte antritt. "Der Beruf geht vor. Zum Fitnesstraining und Schwimmen will ich aber trotzdem noch ab und zu gehen", versicherte der Auszubildende.
Bei der Vorbereitung auf die Jugendspiele konnten Schubert und Prodanyuk auf professionelle Unterstützung setzen. Im Rahmen eines Sportprojektes der TU Chemnitz wurden sie von den CFC-Kickern Tobias Becker, David Sieber und Sascha Thönelt angeleitet. "Die Jungs haben tolle Arbeit geleistet und uns super vorbereitet. Vor allem beim Ballweitwurf habe ich mich richtig verbessert", freute sich Schubert.
Dass sich das viele Training gelohnt hat, wollen die beiden Athleten bei den Finalläufen beweisen. Diese mussten aufgrund des Regens auf den heutigen Wettkampftag verlegt werden. Einen Grund zum Jubeln hatte Mykola Prodanyuk dennoch schon. Die Fußballer seiner Heimatstadt Donezk holten sich am vergangenen Mittwoch gegen Werder Bremen den Uefa-Pokal.

 

Presseartikel

Freie Presse vom 20. Mai 2009

Gastgeber rechnen sich vordere Plätze aus

Blinde und sehbehinderte Jugendliche aus Europa ermitteln bei Internationalen Sportspielen in Chemnitz ihre Sieger

Von Tommy Van Doorn

Mit einem lauten Klingeln rollt der blaue Gummiball über das neun mal achtzehn Meter große Spielfeld. Bevor der Ball die Torlinie überschreiten kann, krallt sich unter beherztem Eingreifen einer der drei Abwehrspieler die "Pille".
Das Spiel nennt sich Goalball und ist eine Mannschaftssportart für blinde und sehbehinderte Menschen. Die beiden Teams stehen sich in zwei Hälften gegenüber. Um Betrug auszuschließen, wird das Spiel mit verbundenen Augen gespielt. Ziel ist es, mit der Hand den Ball in das gegnerische Tor unterzubringen.
Am Freitag und Samstag können sich alle Interessierten selbst ein Bild von diesem Sport machen. Bei den Internationalen Sportspielen für blinde und sehbehinderte Jugendliche sind auch viele Chemnitzer dabei. Neben dem Goalball gibt es Wettkämpfe in der Leichtathletik und im Schwimmen. "Sinn und Zweck dieses Ereignisses ist der Leistungsvergleich auf breitensportlicher Ebene. Aber das Miteinander überwiegt natürlich", erklärt Mitorganisator Jürgen Müller. In Einzelwertungen werden die besten gekürt und am Ende die beste Mannschaft ermittelt. Dabei rechnen sich auch die Gastgeber, die in allen Disziplinen am Start sind, vordere Plätze aus.Jedes Team besteht aus maximal zehn Teilnehmern. "Die sollten aber alle Allroundsportler sein. Denn jeder muss im Schwimmen und in der Leichtathletik an den Start gehen. Und dann gibt es ja noch das Goalballspiel", so Müller. Nahezu 100 Sportler aus Polen, Tschechien, der Slowakei und Deutschland werden erwartet. Austragungsorte sind die Leichtathletik- und die Schwimmhalle im Sportforum sowie die Sporthalle an der Flemmingstraße.
In letzterer spielt seit 2005 auch das Chemnitzer Goalball-Team unter dem Dach des Sächsischen Förderzentrums für Blinde und Sehbehinderte. "Es ist ein sehr schnelles Spiel. Man muss von der ersten bis zur letzten Minute unheimlich konzentriert sein", beschreibt Jens Hielscher die Sportart. Seit 1977 hat der Chemnitzer sich dem Goalball verschrieben.
"Als die Verantwortlichen vor sechs Jahren an mich herantraten, musste ich nicht lange überlegen", fungiert der frühere Nationalspieler als Trainer und Spieler in einer Person. In diesem Jahr feierte das Team um den 43-Jährigen seinen größten sportlichen Erfolg. Bei der deutschen Goalball-Meisterschaft im brandenburgischen Königs Wusterhausen errangen die Chemnitzer sensationell den dritten Platz. In einem spannenden "kleinen Finale" besiegten sie das Team von Marburg mit 12:10.(MS)

Presseartikel
Freie Presse vom 30. April 2009

Wettkämpfe in drei Sportarten

Behindertensport. Wettkämpfe in der Leichtathletik, im Schwimmen sowie im Goalball werden während der internationalen Sportspiele für Blinde und Sehbehinderte, die am 22. und 23. Mai in Chemnitz stattfinden, ausgetragen. Laut gestriger Information der SFZ Förderzentrum gGmbh werden dazu Teilnehmer aus Polen, der Slowakei und Tschechien erwartet. Unterdessen hat die Chemnitzer Goalball-Mannschaft bei den deutschen Titelkämpfen in Königs-Wusterhausen Platz drei belegt und damit den größten Erfolg seit ihrer Gründung 2003 gefeiert. Der Ball bei diesem Teamsport ist im Inneren mit einem Glöckchen ausgestattet, sodass er akustisch wahrgenommen werden kann. (MS)

Presseartikel
Freie Presse vom 13. April 2009

Jugendliche erneuern Spielplatz

Jugendliche des SFZ Berufsbildungswerkes für Blinde und Sehbehinderte werden das Außengelände des Kinder- und Jugendnotdienstes der Arbeiterwohlfahrt Chemnitz neu gestalten, heißt es in einer Pressemitteilung der Arbeiterwohlfahrt. Bei dem gemeinsamen Projekt beider Einrichtungen werden die Jugendlichen den Zaun erneuern sowie die Grünflächen und den Außenspielplatz neu gestalten. Hintergrund: Das SFZ betreut blinde- und sehbehinderte Menschen, bietet Ausbildungs- und Arbeitsplätze an und unterstützt Jugendliche bei der Integration in die Gesellschaft. Mit dem Projekt werde ihnen die Möglichkeit gegeben, einen Bauauftrag mit Grünflächengestaltung und Zimmermannstätigkeit umzusetzen. Der Kinder- und Jugendnotdienst berät in Not- und Konfliktsituationen und beherbergt Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. (kl)

Freie Presse vom 27. März 2009

"Wir sind mindestens genauso schnell wie Sehende"

Blinde und Sehbehinderte haben im Auftrag der CVAG per Telefon Fahrgäste befragt - Antworten sollen in 14 Tagen ausgewertet sein. Für ihre erste Kundenfragung haben sich die Chemnitzer Verkehrsbetriebe Unterstützung geholt: Blinde und sehbehinderte Auszubildende vom SFZ Förderzentrum Chemnitz haben täglich sechs Stunden am Telefon gesessen und Fahrgäste um ihre Meinung gebeten

Von Sandra Czabania

Altendorf. Vier Computer mit Flachbildschirmen, davor Leute mit Kopfhörern und Mikrofon - ein kleines Callcenter, wie man es sich so vorstellt. Und doch ist hier etwas anders: Die vier an den Telefonen sind sehbehindert oder gar blind. Es sind angehende Servicekräfte für Dialogmarketing, die am SFZ Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte ausgebildet werden. Sie haben die Chemnitzer Verkehrs-AG (CVAG) bei ihrer ersten Kundenbefragung unterstützt. Wenig oder nichts zu sehen, spielt für die Auszubildenden dabei offenbar keine Rolle: Ganz fix und sicher "springt" Claudia Herrmann in den Menüs auf dem Bildschirm hin und her.

Ein Gerät mit einer Leiste in Blindenschrift unter der Tastatur hilft der 21-Jährigen bei der Orientierung auf dem Schirm. Getippt wird auf den "normalen" Tasten. Natürlich mit zehn Fingern. "Wir sind beim Dateneingeben mindestens genauso schnell wie Sehende, oft sogar schneller", erklärt Kerstin Trommer dem erstaunten Zuschauer. "Wir benutzen die Tastenkombinationen, der Sehende meist die Maus." "Von der Zusammenarbeit haben beide Seiten etwas", erklärt CVAG-Sprecher Stefan Tschök die Kooperation mit der Blindenschule: Das Nahverkehrsunternehmen erreicht mehr Kunden und damit bessere Ergebnisse bei der Befragung. Und die Auszubildenden könnten ihr Können in einer lebensechten Situation anwenden. Diese scheint für sie aber nicht neu zu sein. "Wir haben auch schon von anderen Firmen Projekte übernommen", sagt Henri Chiarcos. 17 Fragen bekamen die CVAG-Fahrgäste gestellt. "Die Reaktionen reichten von ,Kein Interesse' bis ,Endlich fragt mal jemand nach unserer Meinung'", sagt Henri Chiarcos.

Sechs Stunden täglich haben er und seine Mitstreiter an den Telefonen gesessen. "Manchmal haben wir auch unsere Arbeitszeit auf den Abend verlegt, weil wir viele erst dann erreichen konnten." Die Befragung soll nach Tschöks Auskunft in 14 Tagen ausgewertet sein. Die Ergebnisse sollen in die Arbeit und den Service der CVAG einfließen. Eine Zusammenfassung werde später auch veröffentlicht. Und was würden Blinde und Sehbehinderte der CVAG sagen, wenn man sie um ihre Meinung bitten würde? Henri Chiarcos: "Dass die Busfahrer häufiger ihre Außensprechanlage benutzen. Vor allem an der Zentralhaltestelle."

Artikel aus der Freien Presse
Freie Presse vom 24.Januar 2009

Spiel fordert vorwiegend gutes Gehör

CFC übernimmt Blindenfußball-Mannschaft vom Sächsischen Förderzentrum für Blinde und Sehbehinderte

Von Peggy Schellenberger

Mit Eifer wird gedribbelt, aufs Tor geschossen und den Anweisungen des Trainers gelauscht - ein Fußballtraining wie es jeden Tag auf vielen Sportplätzen und Turnhallen abläuft. Wenn jedoch Blinde und stark Sehbehinderte dem runden Leder nachjagen und ohne das Gehäuse sehen zu können, sogar Tore schießen, dann ist das eine besondere Leistung.

In Chemnitz gibt es seit zwei Jahren eine Blindenfußball-Mannschaft, die einmal wöchentlich in der Sporthalle im Sächsischen Förderzentrum für Blinde und Sehbehinderte (SFZ) den mit Rasseln gefüllten Bällen hinterher flitzen. "Seit diesem Jahr sind wir offiziell eine Mannschaft des Chemnitzer FC. Dass dies zu Stande gekommen ist, freut uns sehr", sagt Jürgen Müller, der zusammen mit Kay Schürer die Mannschaft trainiert.

Vor einem Jahr startete das Team in der neu gegründeten Blindenfußball-Bundesliga. In der bevorstehenden zweiten Saison werden die Kicker nun in himmelblauen Trikots auflaufen. Aus einer Anfrage des SFZ beim CFC wurde eine Kooperation. "Die Blindenfußball-Bundesliga wird von der Sepp-Herberger-Stiftung gefördert und man tendiert dazu, die Mannschaften in den Schoß großer Fußballvereine zu legen. Wir nehmen die Sportler gern bei uns auf", betont Eberhard Langer, Vizevorstandsvorsitzender des Chemnitzer FC.

Zehn Mannschaften, darunter Teams aus Dortmund, Mainz, Marburg und Stuttgart, werden in dieser Saison in der Bundesliga an den Start gehen. "Wir spielen mit vier Feldspielern und einem sehenden Torhüter. Die Trainer und ein so genannter Guide, der hinter dem gegnerischen Tor steht, dürfen Anweisungen geben", versucht Jürgen Müller bildlich zu erklären, was man sich, ohne es erlebt zu haben, kaum vorstellen kann.
Das Spiel fordert vorwiegend gutes Gehör, Orientierungssinn, Koordination, viel Kraft und auf Grund der teilweise harten Zweikämpfe auch die nötige Robustheit. Andreas Hausmann, bekannt als Leistungsschwimmer bei Ascota, spielt seit einem Jahr Blindenfußball. "Man muss lange üben, um die Ballführung zu beherrschen, aber das wird mit der Zeit. Das Mannschaftsgefühl ist großartig", verrät der zweimalige Paralympics-Teilnehmer. Der 33-Jährige freut sich auf die Bundesliga. "Auch wenn sicher andere besser sind als wir", schmunzelt er.

Nur acht Spieler üben diesen Sport in Chemnitz aus, mit Jana Schlegel ist auch eine Frau dabei, die gleichzeitig die Kapitänsbinde trägt. Sie verpasst kein Heimspiel der Himmelblauen und liebt die Atmosphäre auf den Rängen im Stadion an der Gellertstraße. Die Blindenfußballer des CFC haben etliche Ziele und Wünsche. In erster Linie brauchen sie unbedingt Zuwachs in ihrem Fußballteam, denn personell sähe es im Falle von mehreren Ausfällen nicht rosig aus.
Außerdem möchten die Chemnitzer bald selbst einen Spieltag ausrichten. "Dafür brauchen wir aber eine Spielfeldbande, die 10.000 Euro kostet. Uns fehlt noch knapp die Hälfte der Summe", so Trainer Müller, der nun hofft, dass dank des CFC der Bekanntheitsgrad des Blindenfußballs in Chemnitz eine erhebliche Seigerung erfährt.

Artikel Wochenspiegel 07.01.09
Wochenspiegel vom 07. Januar 2009

Auf gepackten Koffern...

Stephan Klose absolviert Ausbildung im indischen Kerala

 

 

 

 

 

 

 

GEGENWART September 2009 Das Fachmagazin "GEGENWART für blinde und sehbehinderte Menschen und ihre Freunde" des Deutschen Blinden und Sehbehindertenverbandes DBSBV e.V. berichtete in seiner letzen Ausgabe mehrfach über das SFZ Förderzentrum.

Sachsen-Fernsehen: Stadtrallye für Blinde und Sehbehinderte

Dienstag, 2. September 2008. "Azubis des SFZ Berufsbildungswerkes für Blinde und Sehbehinderte erkundeten am Dienstag die Stadt Chemnitz.

22 Jugendliche der Berufsfachschule für Physiotherapie besuchten mit ihren Betreuern den öffentlichen Nahverkehr, Ihren Praktikumsbetrieb, öffentliche Einrichtungen und Einkaufsstätten. Ziel soll die bessere Orientierung in der Stadt Chemnitz sein. Die Jugendlichen mit unterschiedlich starken Sehbehinderungen entschieden sich für eine Physiotherapeutische Ausbildung. Über das Erfahren und Erfühlen des neuen Umfeldes sollten sich die vierer und fünfer Gruppen anschließend austauschen. Auch die CVAG unterstützte die Aktion mit Freifahrscheinen."

Quelle: Sachsen-Fernsehen.de

Titelblatt Optometrie

Unter dem Titel "Der Zusammenhang zwischen Gittersehschärfe und verschiedenen Sehleistungskomponenten bei Erwachsenen mit und ohne Sehbehinderung" veröffentlichte Frau Verena Hienzsch (Dipl.-Ing. (FH) Augenoptik Absolventin der Fachhochschule Jena, Studiengang Augenoptik), Optometristin am SFZ Förderzentrum gGmbH, Chemnitz einen Beitrag in Ausgabe 2/2008 des Fachmagazines "Optometrie".

 

"Nicht heilbare Erkrankungen der Augen führen bei Betroffenen zu Funktionseinschränkungen beim »normalen« Leben in einer Welt der sehenden. In solchen Fällen kommt es zu einer beeinträchtigten Lebensqualität, was sich auf verschiedene Funktionsbereiche auswirken kann, wie beispielsweise auf die Orientierung und Mobilität. Da vermutet wird, dass die Gittersehschärfe eine wesentliche Komponente sein könnte, um das Ausmaß der Sehschädigung einer sehbehinderten Person zu charakterisieren, wurde diese im Rahmen einer Diplomarbeit der Autorin untersucht und Zusammenhänge zu anderen Sehleistungskomponenten erarbeitet. International wurden nur wenige Studien zur Gittersehschärfe durchgeführt, welche überwiegend an Säuglingen und Kleinkindern stattfanden, so dass hier noch viel Aufklärungsbedarfbesteht."

Der vollständige Artikel steht hier als PDF zum Download bereit.

 

 

"Blinde und Sehbehinderte profitieren nicht von sinkenden Arbeitslosenzahlen", 21/07/08

HANNOVER (Joachim Gäres). Rund 630 000 Menschen sind in Deutschland blind oder sehbehindert - sie können ihre Umwelt trotz Hilfsmittel nur unscharf wahrnehmen. Nur rund 30 Prozent von ihnen haben eine Arbeitsstelle. Trotz abnehmender Arbeitslosigkeit sinken ihre Chancen in vielen Berufen. Das beklagt der Verband der Blinden- und Sehbehindertenpädagogen und -pädagoginnen (VBS), der jetzt seinen Bundeskongress in Hannover veranstaltete.

"Seit 2004 ist die Zahl unserer jungen Leute, die nach der Ausbildung eine Arbeit finden, drastisch zurückgegangen", sagt Erwin Denninghaus vom LWL-Berufsbildungswerk Soest. Dort wurden früher drei Viertel aller Absolventen in einen Beruf vermittelt, heute ist es nur noch gut jeder Zweite.

Die Bundesanstalt für Arbeit habe die Höhe der Einarbeitungszuschüsse drastisch gesenkt und den Fachvermittlungsdienst für blinde und sehbehinderte Akademiker aufgelöst. Sie gebe Schwerbehinderte immer häufiger an die Arbeitsgemeinschaften ab. "Die Arbeitsgemeinschaften sollen einen festgelegten Prozentsatz von Arbeitslosen eingliedern und diese Zahl erreicht man eher mit der Förderung nicht-behinderter Menschen, die nicht so aufwendig ist. Das können wir nicht akzeptieren", sagt VBS-Vorstandsmitglied Denninghaus.

Die Berufschancen entwickeln sich sehr unterschiedlich. "Von den bei uns ausgebildeten blinden und sehbehinderten Masseuren, Physiotherapeuten und medizinischen Bademeistern haben 75 Prozent innerhalb von einem halben Jahr eine Stelle im ersten Arbeitsmarkt", sagt Joao Cerqueira vom Berufsförderungswerk Mainz, in Europa nach eigenen Angaben der größte Anbieter von entsprechenden Aus- und Fortbildungen. Noch besser seien die Chancen in Metallberufen. Dagegen brechen andere typische Berufsfelder für Blinde ganz weg. "Telefonisten werden immer weniger gesucht, bei Korb- und Flechtwerkern fehlt ebenfalls die Nachfrage. Es bleiben nur noch wenig handwerkliche Berufe mit Zukunft wie zum Beispiel der Klavierstimmer", sagt Karsten Hohler vom SFZ Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte Chemnitz. Die meisten sehbehinderten und blinden jungen Leute werden dort zum Kaufmann für Bürokommunikation und zu Fachinformatikern ausgebildet.

"Besonders schwer ist es heute, Blinde und Sehbehinderte in einfache Tätigkeiten zu vermitteln. Die gibt es immer weniger", sagt Hohler. Als Reaktion auf diese Entwicklung schaffen auf Behinderte spezialisierte Bildungsträger selber Stellen, in dem outgesourcte Bereich wie die Kantine oder der Reinigungsdienst wieder in eigene Regie übernommen und dort Sehbehinderte eingestellt werden.

Generell sieht er einen Trend zur Frühverrentung von Blinden und Sehbehinderten, die auf Grund ihres niedrigen Verdienstes im Alter am Existenzminimum lebten.

Weser Kurier

"Führerschein für die Datenautobahn.", 01/07/08
 
Chemnitz (kobinet) Blinde und sehbehinderte Menschen können in Sachsen jetzt die Prüfung für einen Computerführerschein ablegen. Am SFZ Förderzentrum in Chemnitz haben bereits die ersten Interessenten den ECDL-Führerschein erworben.

Die European Computer Driving Licence (ECDL) ist ein modulares, international anerkanntes Zertifikat, das grundlegende Fertigkeiten am Computer attestiert. Das Prüfungszentrum in Chemnitz ist das einzige in Sachsen, das diesen Führerschein auch blinden und sehbehinderten Menschen ermöglicht.

Inhalte der Prüfung sind die Grundlagen der Informationstechnologie, Betriebssysteme, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbanken, Präsentation, Internet und E-Mail. Die Prüfungen werden in dem autorisierten Prüfungszentrum online abgelegt. Direkt nach dem Testende stehen die Ergebnisse fest. Um zu wissen, ob man bereits das verlangte Prüfungswissen hat, werden zur Vorbereitung vom Prüfungszentrum verschiedene Tests angeboten. sch 
Medienbericht, Kobinet

 

"Konferenz zum Lernen am Computer in Rostocker eröffnet", 23/06/2008
18.06.2008: Rostock/MVregio In Rostock hat am Dienstag die Konferenz "E- Learning Baltics" zum Lernen und Lehren am Computer begonnen.

Wissenschaftler, Bildungsexperten und Wirtschaftsvertreter tauschen ihre Erfahrungen aus und sprechen über die Zukunft der Branche, wie das gastgebende Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung mitteilte. Zum Auftakt der dreitägigen Konferenz standen die Themen E-Learning für Sehbehinderte und E-Learning für die globalisierte Arbeitswelt auf dem Programm.
Arbeiten am Computer sei inzwischen für Blinde selbstverständlich, sagte Heike Wiedemann vom SFZ Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte Chemnitz. Für Blinde sei allerdings Voraussetzung, dass E-Learning-Inhalte als reiner Text darstellbar seien. Blinde können dank spezieller Hilfsmittel Texte am Computer lesen. Viele Anwendungen enthielten jedoch Bilder, Filme oder Sprechblasen, womit Blinde nichts anfangen könnten, sagte Wiedemann. Gut geeignet für blinde Schüler seien textorientierte Bereiche wie Fremdsprachen, deutsche Grammatik und Rechtschreibung oder Betriebswirtschaft, solange keine komplizierten Tabellen eingesetzt werden. Nicht so gut könnten Blinde am Computer mit Fächern umgehen, in denen praktische Anschauung wichtig sei, wie Biologie oder Geografie.
Die "E-Learning Baltics" bilden den Auftakt der Rostocker IT-Tage, zu denen ab Mittwoch Anwender und Entwickler aus der Informationstechnologiebranche erwartet werden. Rund 60 Unternehmen und Einrichtungen wollen Nachwuchs werben, neue Entwicklungen vorstellen und die Branche besser vernetzen. In Mecklenburg- Vorpommern arbeiten nach Angaben des Wirtschaftsministeriums rund 14 500 Beschäftigte in mehr als 600 Unternehmen in diesem Bereich. Rund 300 Fachkräfte werden derzeit gesucht. In Lehre und Forschung an den Hochschulen beschäftigen sich weitere 1000 Forscher und Studenten mit der Informations- und Kommunikationstechnologie.
MVregio Landesdienst mv/hro, Medienbericht

 

HINWEIS für Besucher des Sehzentrums Dresden!

Sehr geehrte Besucher/-in des Sehzentrums Dresden,
wir freuen uns sehr, dass die Angebote im Sehzentrum Dresden einen so großen Anklang finden.
Bitte beachten Sie, dass für die Sehfunktionsuntersuchung ein Beratungstermin vereinbart werden muss.
Gern können Sie diesen Termin telefonisch unter der Rufnummer 0176 13344-004 verabreden.
Ab dem 01.07.08 wird die Festnetznummer 0351 3223399 freigeschaltet sein.
Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Öffnungszeiten

Di und Mi    09.30 - 13.00 Uhr, 14.00 - 17.30 Uhr
Do    09.30 - 13.30 Uhr
und nach Vereinbarung

 

"Hilfe für Sehbehinderte",  12/06/2008
Eine neue Kontaktstelle berät und vermittelt zwischen Sehbehinderten, Behörden und Ärzten.

SEEVORSTADT-OST
Genau am Tag der Sehbehinderten eröffnete am Freitag am Wiener Platz das Sehzentrum Dresden. Fast 3000 Blinde oder Sehbehinderte gibt es in der Stadt. Für sie verbinde die neue Einrichtung „die Selbsthilfe mit den Angeboten der Dienstleister“, sagt Karsten Hohler, der Geschäftsführer des Trägers, dem Sächsischen Förderzentrum. Die Einrichtung entstand in Kooperation mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband.
Neben der Beratung wird es Computerschulungen, Orientierungstrainings und Sehmessungen geben. Die Erstberatung ist kostenlos: sich anschließende kostenpflichtige Leistungen würden oft von der Krankenkasse rückerstattet, sagt Hohler. Ziel sei außerdem die berufliche Integration der Betroffenen. Denn: „Wir können alles, nur nicht sehen“, sagt Jana Schlegel, die Leiterin des Sehzentrums. Die 28-jährige Sozialpädagogin ist selbst blind und kennt die Sorgen der Betroffenen.
Schlegel will Ansprechpartnerin  auch für Behörden, Kliniken oder Optiker sein und damit mehr Barrierefreiheit für Blinde fördern.
Zwar funktioniert das selbst im eigenen Haus noch nicht ganz: Ein ertastbares Leitsystem zu den Räumen im zweiten Stockwerk fehlt. Ein Teppich führt jedoch vom Gebäudeeingang genau bis vor den sprechenden Fahrstuhl, verrät sie einen Trick.
„Den Standort mitten in der Stadt haben wir sehr bewusst gewählt“, erklärt Karsten Hohler: Nur wenige hundert Meter sind es bis zum Hauptbahnhof, wo Besucher bei Bedarf gern persönlich abgeholt werden. Für eine Erstberatung empfiehlt er trotzdem, eine sehende Begleitperson mitzubringen. Ingey

Öffnungszeiten des Sehzentrums, Wiener Platz 6 (hinter dem Intercity-Hotel), 2.OG: Montag/Donnerstag 10 bis 13.30 Uhr, Dienstag/Mittwoch 10 bis 17.30 Uhr sowie Freitag 9 bis 13 Uhr. Tel. 0351 3223399
Freie Presse, Medienbericht

  

"Reha-Zentrum öffnet seine Türen", 05/06/2008
Ausstellung „Von der Sozialfürsorge zur Euthanasie" bis 22. Juni

(red). Den Tag der offenen Tür im SFZ Förderzentrum an der Flemmingstraße nutzten am Sonnabend zahlreiche Chem-nitzer, um sich über das Leben, Lernen und Arbeiten der blin­den und sehbehinderten Kin­der, Jugendlichen und Er­wachsenen zu informieren. Bei Führungen durch das Gelände konnten sie auch ei­nen Blick in die neu erbaute Schule werfen. Nochbis 22. Ju­ni ist im Haus 47 der Einrich­tung die Ausstellung „Von der Sozialfürsorge zur Euthanasie - das Leben der Schwachsinni­gen in der Sächsischen Lan­deserziehungsanstalt von 1905 bis 1945" zu sehen.
Freie Presse, Medienbericht

  

"Berührende Zeugnisse einer dunklen Vergangenheit", 28/05/2008
Ausstellung "Von der Sozialfürsorge zur Euthanasie" in der Sächsischen Blindenschule eröffnet - 270 Opfer in der Nazizeit

Mit einem dunklen Kapitel hat sich das Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte in Chemnitz beschäftigt. Dabei ist die Ausstellung "Von der Sozialfürsorge zur Euthanasie - Das Leben der Schwachsinnigen in der Sächsischen Landeserziehungsanstalt von 1905 bis 1945" entstanden. Gestern wurde sie eröffnet. Bis zum 22. Juni hängen die 24 Tafeln mit Texten, Fotos und Kopien von Originaldokumenten im Haus 47 des Sächsischen Förderzentrums (SFZ) an der Flemmingstraße. Besonders berühren dabei Briefe von Eltern, die ihre Kinder suchen.
Wie Karsten Hohler, einer der beiden Geschäftsführer des SFZ, gestern erklärte, soll die Ausstellung der Frage beantworten, wie aus einer Vorzeigeeinrichtung für die Bildung und Erziehung behinderter Kinder und Jugendliche eine Verwahranstalt wurde, von der aus die Nationalsozialisten 270 Menschen in den Tod schickten. "Die Sozialpolitik der Nazis hat sich am gesunden Deutschen orientiert, auf Kosten von Juden, Fremdländern und Behinderten ", sagte Hohler. Damit die einen mehr bekamen, hätten andere, die nur als Kostenfaktor betrachtet worden seien, sterben müssen. Wie sich dieser Zeitgeist in der Entwicklung der Landeserziehungsanstalt niedergeschlagen habe, solle in der Ausstellung deutlich werden. Dabei gehe es nicht um Selbstzerfleischung, sondern darum, die Geschehnisse zur Kenntnis zu nehmen und vorwärts zu gehen.
Obwohl die Ausstellung in der Blindenschule gezeigt wird, wurde sie nicht für Sehbehinderte aufbereitet. Organisatorin Cornelia Knorr erklärte, dass die komplette Übersetzung in Blindenschrift nicht sinnvoll sei. Das Thema werde jedoch im Unterricht behandelt. Außerdem könnten die 260 Lehrlinge die Tafeln im Internet abrufen.
Im September hat das SFZ auf seinem Friedhof schon eine Gedenkstätte zur Erinnerung an die Opfer der Naziherrschaft eröffnet.www.sfz-chemnitz.de
Freie Presse, Sandra Czabania

 

Plakat Ausstellungseröffnung

Ausstellungseröffnung "Von der Sozialfürsorge zur Euthanasie - Das Leben der Schwachsinnigen in der Sächsischen Landeserziehungsanstalt von 1905 - 1945"
Ausstellungseröffnung
27.05.2008, 15 Uhr

Zu sehen in der Zeit vom
27.05. - 22.06.2008

Ort
SFZ Förderzentrum gGmbH, Haus 47
Flemmingstr. 8, Chemnitz

Lesetipp: Die Plakate zur Ausstellung (pdf 3,4 MB)

 

Andrea Breitkreutz

"Bewerben mit Netz und doppelten Boden", 09/05/2008
Das SFZ Berufsbildungswerk setzt auf Bewerbertraining -in Kooperation mit Firmen aus der Region Chemnitz, die blinden und sehbehinderten Auszubildenden simulierte Vorstellungsgespräche anbieten. Erste Eindrücke von einer Teilnehmerin und einem der Projektpartner.

Andrea Breitkreutz ist eine aufgeschlossene junge Frau. Sie ist Auszubildende im Beruf der Kauffrau für Bürokommunikation, drittes Lehrjahr im SFZ Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte Chemnitz (BBW). Wenn man mit ihr über ihre berufliche Zukunft spricht, sind ihr Elan, ihre Energie und ihre Freude zu spüren. Am liebsten würde sie später in einem Unternehmen arbeiten, wo sie auch ihre englischen Sprachkenntnisse einsetzen kann. Doch für blinde und sehbehinderte Absolventen ist es nicht ganz einfach, den Einstieg ins Berufsleben zu 'finden. Deshalb hat das BBW ein Bewerbertraining ins Leben gerufen.
Um junge Erwachsene auf die reale Situation vorzubereiten, wurden Unternehmen im Chemnitzer Raum angefragt, testweise Vorstellungsgespräche zu führen. Die Resonanz war sehr gut: Vom Restaurant über die Stadtverwaltung bis zum Industriebetrieb erklärten sich Personalchefs bereit, an der Aktion teilzunehmen.
Für Andrea Breitkreutz war sofort klar, dass sie sich ausprobieren würde. Um zu wissen, wie es ist, wenn man sich richtig bewirbt - was ankommt und was nicht, wie sie auf fremde Menschen wirkt. Also wurde sie zunächst von Mitarbeitern des BBW fit gemacht, in Internetrecherche, freiem Sprechen und auch in der WallI der richtigen Kleidung. Und bewarb sich dann bei der Firma Scholpp, einem Unternehmen, das in­ternational in der Industrie- und Maschinenmontage tätig ist. "Ein Glückstreffer", wie sie meint. Das Gespräch verlief optimal: Andrea Breitkreutz gewann an Selbstwertgefühl und hofft nun, die positiven Erfahrungen in die wirkliche Bewerbungssituation mitnehmen zu können. Vielleicht wieder bei der Firma Scholpp, denn sie hat vor, sich dort um ein Praktikum zu bewerben.
Cornelia Knorr
Gegenwart, Medienbererichte


Das Bild zeigt Jana Schlegel und ihre Mannschaftskameraden, ganz rechts Co-Trainer Jürgen Müller. (Foto:Ulf Dahl)
Das Bild zeigt Jana Schlegel und ihre Mannschaftskameraden, ganz rechts Co-Trainer Jürgen Müller. (Foto:Ulf Dahl)

"Ein rasselnder Ball und akustische Zurufe", 29/3/2008
Heute startet die Blindenfußball-Bundesliga in ihre erste Saison - Ein besonders für Außenstehende faszinierender Sport

Was Menschen mit Beeinträchtigungen in der Gesellschaft leisten können, beweist der Blindenfußball. In Deutschland steckt dieser Sport, verglichen mit Ländern wie etwa Spanien oder Brasilien, noch in den Kinderschuhen. Doch in den vergangenen zwei Jahren hat sich viel getan. Das zeigt sich nicht zuletzt daran, dass am Wochenende die Blindenfußball-Bundesliga in ihre erste Saison startet. Unter den acht teilnehmenden Mannschaften befindet sich auch ein Team aus Chemnitz.Chemnitz. "Hier, hier, hier, C 9, B 8" - die für einen Außenstehenden ungewohnten Zurufe in einer Sporthalle, abgegeben von Jürgen Müller, gelten Fußballern, die nichts sehen können: keinen Ball, keine Mitspieler, keinen Gegner, kein Tor. Sie sind blind, mit Ausnahme des Torwarts.Müller ist einer von zwei Trainern einer noch im Aufbau befindlichen Chemnitzer Mannschaft, die jeden Donnerstag im Sächsischen Förderzentrum für Blinde und Sehbehinderte in der Chemnitzer Flemmingstraße ihr normales wöchentliches Trainingspensum herunterspult. Und doch ist diese Übungseinheit zur späten Nachmittagszeit etwas Besonderes: Es ist das Abschlusstraining vor einem für alle Beteiligten großen Ereignis: Heute startet der deutsche Blindenfußball in seine erste Bundesligasaison. Die Chemnitzer Mannschaft ist eine von insgesamt acht teilnehmenden Teams. Die 22-jährige Jana Schlegel ist die einzige Frau in der Gruppe, die aber ausdrücklich betont, dass dies "bestens funktioniere", auch wenn international nicht in gemischten Mannschaften gespielt werde.Trainer Müller, der seit 30 Jahren in der Einrichtung arbeitet, und früher selbst kein aktiver Fuß- sondern Handballer war, weiß das engagierte Auftreten der jungen Frau, wie auchaller anderen Spieler, zu schätzen. Was er sich wünscht, ist, dass die Chemnitzer Mannschaft, der es "noch ein wenig an Nachwuchs fehlt" recht bald den einen oder anderen Zuwachs erhält. Der Kreis der Spieler sei mit insgesamt acht noch recht klein, auch im Vergleich zu anderen Mannschaften der Bundesliga, wie etwa St. Pauli.Der Außenstehende, der Blindenfußball zum ersten Mal erlebt, ist fasziniert. Wie die Spieler ihre Bewegungen koordinieren, zugleich auf die akustischen Signale des Balles und die Zurufe des Trainers oder der Guids (siehe nebenstehender Kasten zu den Regeln) achten, außerdem sich im Raum orientieren, und auch noch ein entsprechendes Ball- und Balancegefühl entwickeln, das alles nötigt allergrößten Respekt ab. Der Zuruf C bedeutet übrigens rechts, B Mitte und A links, 9 oder 8 ist die Entfernung in Metern zum Tor.Auch Mut und bestimmte Nehmerqualitäten sind gefragt, denn es kann durchaus ziemlich hart zur Sache gehen. "Zusammenstöße, die nicht nur weh tun sondern auch zu ernsthaften Verletzungen führen können", kommen in dieser Sportart nun einmal vor, weiß Müller zu berichten. "Angst darf und muss man aber nicht haben", sagt Jens Hielscher. Der 42-jährige Arbeitslose, der seit 30 Jahren Sport treibt, beschreibt sich selbst als "sehr ehrgeizig". Den Beweis dafür liefert er beim Training. Seine kraftvollen Schüsse auf das Tor fordern Schlussmann Mayk Preiß zu so mancher Glanzparade heraus.Der 45-Jährige, der eine Blindenführhund-Schule besitzt, und der als einziger in der Mannschaft sehen kann, dirigiert seine Kameraden aus dem Tor heraus. "Kommunikation ist wichtig." Beim Neunmeter-Schießen klopft er, wenn der Schütze bereit steht, erst mit den Händen gegen beide Pfosten und ruft "links" und "rechts", um dann in der Mitte des Tores stehend, noch einmal in die Hände zu klatschen. Ein Hilfsmittel, das den Feldspielern, die am Strafstoßpunkt stehen, Orientierung gibt.Erfreut zeigen sich alle, dass Uwe Seeler, einer der prominentesten Spieler der gesamten deutschen Fußballgeschichte, die Schirmherrschaft über die Bundesliga übernommen hat. Als Favorit fühlen sich die Chemnitzer nicht, den einen oder anderen Punkt möchte man aber schon gewinnen.

Teilnehmer
Die Blindenfußball-Bundesliga wird in Turnierform an drei Wochenenden gespielt, und zwar in Stuttgart, Berlin und Dortmund.
Spieltage sind der 29. und 30. März, der 26. und 27. April sowie der 24. und 25. Mai. Teilnehmer sind: Marburg, Dortmund, Stuttgart, St. Pauli, Essen, Chemnitz, Würzburg-Berlin und Mainz. Pro Wochenende absolviert jede Mannschaft zwei Spiele.
Ermöglicht wurde die höchste deutsche Spielklasse für Blinde durch eine Kooperation zwischen der Sepp-Herberger-Stiftung des Deutschen Fußball-Bundes, des Deutschen Behindertensportverbandes und des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes.
Freie Presse, Peter Bretschneider

 

"SFZ Förderzentrum baut neues Wohnheim für behinderte Menschen", 31/4/2008
Zukünftige Bewohner sind bereits in der Planungsphase eingebunden

Der 17. März war für Franziska Müller und Dorian Annas ein ganz besonderer Tag sein, denn  an diesem Tag war Baubeginn für das neue Wohnheim für behinderte Menschen des SFZ  Förderzentrum.

Franziska Müller und Dorian Annas sind sehbehindert. Sie arbeiten in der Werkstatt für Sehgeschädigte und wohnen und im Heim für behinderte Menschen des SFZ Förderzentrums. Dorian Annas lebt seit August 2007 mit weiteren fünf Jugendlichen in der Außenwohngruppe auf der Paul-Jäkel-Straße. Franziska Müller wohnt im Wohnheim auf der Flemmingstraße.  Von ihren Mitbewohnern wurden sie in den Heimbeirat gewählt.

Seit einiger Zeit arbeiten sie in einer Arbeitsgruppe mit, in der es um die  Gestaltung und Einrichtung des neuen Wohnheimes geht. Sie bestimmen gemeinsam mit den Bauplanern und Mitarbeitern über die Farben der Wände, Fußbodenbeläge oder die Möbel in den verschiedenen Räumen. Sie bringen völlig neue Betrachtungen in die Beratungen ein. Zum Beispiel sorgten Sie dafür, dass auf die Glasflächen der Türen farbige Elemente aufgebracht werden. Dorian Annas stellte anhand von Beispielen in den Beratungen anschaulich dar, wie gefährlich ansonsten Glasflächen für sehbehinderte Menschen sind. Für die Fachleute ist eine neue spannende und kreative Herangehensweise an eine Planung. Beide Seiten profitieren von der Zusammenarbeit.  

Für die behindertengerechte Gestaltung des Neubaus, setzten die Planer außerdem  Augenbinde und Simulationsbrillen auf. Sie bewegten sich so in Räumen und Gängen. Dadurch nahmen sie Kontraste, Lichtverhältnisse und Farben völlig neu für sich wahr. Das ermöglichte ihnen einen anderen Blick auf ihre bestehenden Planungen und führte zu Veränderungen.

Derzeit können 28 behinderte Menschen im Wohnheim des SFZ Förderzentrums auf der Flemmingstraße wohnen. Jedoch können in dem jetzt genutzten Gebäude  nicht alle Nachfragen berücksichtigt werden. Deshalb plant SFZ einen Neubau für das Heim.  

Am 17.03.08 war endlich Baubeginn. Es wird von einer Bauzeit von ca. 14 Monaten ausgegangen, so dass im Juni 2009 der Umzug erfolgen kann. In dem neuen Wohnheim werden 48 Plätze zur Verfügung stehen, plus weitere sechs Plätze für Menschen, die nur tagsüber kommen.

Das Gebäude wird drei Ebenen gebaut werden. Zwei Etagen werden für das Wohnheim genutzt. In der dritten Etage werden die Tagesbesucher ihre Räume haben. Ein Bewegungs- und ein Musikraum ermöglicht die individuelle und strukturierende Tagesgestaltung. Dort kann mit verschiedensten Materialien gearbeitet werden bzw. ist der Raum mit speziellen Instrumenten  ausgestattet.

Durch die gute Zusammenarbeit der Bewohner, Mitarbeiter und Planer wird  der Neubau den Bedürfnissen sehgeschädigter und mehrfachbehinderter Menschen gerecht werden.
Bis es so weit ist und der Neubau bezogen werden kann, werden Dorian Annas und Franziska Müller weiter den Bau begleiten. Sie werden sich einmischen und ihre Meinung sagen und sie werden gehört werden.

Ganz sicher werden sie auch bei der Grundsteinlegung im April 2008 dabei sein.
Pressemitteilung, Cornelia Knorr

 

"Schritt für Schritt ins Leben", 10/03/2008 

Bericht der Frühförderin Clementine Schröter über ihren täglichen Einsatz für "ihre" Kinder.

Seit ca. zwei Jahren arbeitet die SFZ Förderzentrum gGmbH auf dem Gebiet der sinnesspezifischen Frühförderung in Berlin. Die Frühförderung empfiehlt sich ab den ersten Lebensmonaten bis zur Einschulung. Da­bei gilt der Grundsatz, umso zeitiger begonnen desto wirkungsvoller. Die Frühförderin des SFZ arbeitet dabei mobil. Das bedeutet, dass sie die Kinder zu Hause oder in der Kita aufsucht. Dabei kann Frühförderung bis zu zweimal wöchentlich bei den Kindern stattfinden. Nach­folgend beschreibt Clementine Schröter, Sonderpädagogin (Blinden- und Gehörlosenpädagogik) ihren Tag und zeigt gleichzeitig wie wichtig Frühförderung für die Entwicklung der Kinder ist.
Ich packe meine Taschen mit Fördermaterial für Uwe, Lea und Kai, gehe schwer bepackt zu meinem Auto und mache mich wie jeden Tag auf den Weg zu "meinen" Kindern. Mein Tag beginnt mit einer Erstberatung.

Uwe (7 Monate) ist taubblind und hat möglicherweise noch zusätzliche Einschränkungen.
Schön, dass wir bei ihm so früh mit der Förderung beginnen können, denn gerade die ersten Lebensjahre sind für die Entwicklung aller Kinder besonders wichtig. Zuerst führe ich ein langes Gespräch mit den Eltern über Uwe, seine Fördermöglichkeiten und Sprachanbahnung.
Uwe weiß nichts über seinen Platz in der Welt, kaum etwas über seine Umwelt oder sich selbst.

Er kennt nur das Gefühl, sich wohl oder unwohl zu fühlen und in seinem Körper zu sein. Wo sich sein Körper befindet, ob der Kopf oben, die Füße unten und wozu die Hände fähig sind, muss er erst noch entdecken. Meine Aufgabe ist, Uwe die Anregung zu geben, die er braucht, um sich als agierendes Ich zu erleben, Beziehungen zu anderen Personen herzustellen und ein Verständigungssystem zu erlernen.

Im Zentrum der Förderung wird zu Beginn die motorische Entwicklung stehen. Sie ist Grund­lage für die Entfaltung des Denkens und der Sprache, denn bei jeder Sprache ist das Zusam­menspiel von Wahrnehmung und Muskulatur nötig. Ich will erreichen, dass Uwe lernt, seinen eigenen Körper zu "gebrauchen". Erst wenn er die Bewegungen steuern kann; kann er Handlungen bewusst ausführen. Für Uwe sind die Hände das einzige "Sinnesorgan", das einen verlässlichen Zugang zur Sprache vermitteln kann.

Zusätzlich ist Tasten für ihn die Basis von Strukturierungsprozessen und trägt damit zur Begriffsbildung bei. Besonders das Vertrauen in den Gebrauch seiner Hände ist daher von ent­scheidender Bedeutung für seine Entwicklung. Seine Hände müssen ihm nicht nur Werkzeug sein, wie bei allen Menschen, sondern Sinnesorgan als Kompensation für fehlendes Hören und Sehen, Stimme und Kommunikationsmittel. Übungen zum Tasten und Greifen und damit Be­greifen werden daher Förderschwerpunkte sein. Beim nächsten Besuch werde ich für Uwe den "Iittle room" mitbringen. Er regt zu aktiver Eigenbeschäftigung, zum Entdecken und Erforschen der Umwelt und zu grob- und feinmotorischen Bewegungen an. Uwe wird hier Raumvorstel­lung und Orientierungsfähigkeit entwickeln können, zu denen eigentlich visuelle und akustische Informationen notwendig sind.

Lea (3 Jahre) ist sehbehindert. Als Säugling wurde ihr Sehrest als sehr gering diagnostiziert. Anhand optischer Reize machte ich sie auf diesen Sinneskanal aufmerksam. Durch die visuelle Stimulation wurde nicht nur vorhandenes Seh­potential erhalten und stabilisiert, sondern eine Verbesserung der Sehleistung und Integration in die Gesamtaktivität erreicht.
Dabei trainierte ich in erster Linie nicht ihre Augen, sondern das Gehirn, und zwar unter Einbeziehung psychischer Instanzen wie Gefühl, Wille, Entscheidung, Denken, Gedächtnis, Lernen, Motivation und motorischer Aktivitäten. Sehen ist ein komplexer Vorgang, an dem eine Vielfalt von Strukturen im Gehirn beteiligt ist. Nicht das Auge und nicht der visuelle Cortex sehen - sondern das Individuum!
Die visuelle Stimulation richtete sich so an die Gesamtpersönlichkeit Leas mit dem Ziel, sehen zu wollen und zu erfahren: "Sehen lohnt sich für mich." Ihre Förderstunde findet heute wieder in ihrem Kindergarten statt, da ich so in regelmäßigen Abständen ihre Erzieherinnen beraten kann. Gleich werden wir auf dem Lichtkasten die bunten, leuchtenden Klötzchen nach Farben und Formen sortieren.

Kai (wird im Sommer eingeschult und ist blind).
In letzter Zeit haben wir daher einen Schwerpunkt auf die Vorbereitung zum Erwerb der Braille-Schrift gelegt. Immer geht es jedoch um Unterstützung des Aufbaus kompensatorischer Fähigkeiten, von Ordnungs-, Such-und Taststrateqien und der Förderung von Orientierung und Mobilität. Dieses Mal findet meine Stunde zwischen einem aufgebauten Hindernisparcours statt.
Ich verteile Süßigkeiten auf Gegenständen, die sich in Taillenhöhe von Kai befinden. Wenn Kai die Unterkörperschutztechnik korrekt anwendet und den Gegenstand lokalisiert, bekommt er die kleine Belohnung, die sich darauf befindet. Nach der Förderstunde bespreche ich mit seiner Mutti die Hilfsmittelversorgung und den Übergang zur Schule.
Diese Beispiele aus meiner täglichen praktischen Arbeit sollen zeigen, dass insbesondere die mobile sinnesspezifische Frühförderung ein Weg für das Kind ist, auf dem es ihm möglich wird, seine Persönlichkeit erleben zu dürfen und die Erfahrungen zu machen: "Ich kann viele Dinge alleine; ich werde so, wie ich bin, angenommen; ich bin nicht allein; ich werde gesehen, gehört und verstanden." Es ist immer wieder wunderbar, diesen Weg mit einem Kind zu suchen, zu finden und zu gehen.
Weitere Informationen rund um die sinnesspezifische Frühförderung: SFZ Förderzentrum gGmbH, Sinnesspezifische Frühförderung und Beratung, Schreinerstraße 40, 10247 Berlin; Tel./Fax: (030) 25567347, Mobil: (01 76) 1334 40 19, E-Mail. clementine.schroeter(at)sfz-chemnitz.de.
Gegenwart, Medienbericht

  

"Trotz Sehbehinderung stark im Beruf", 14/02/2008
SFZ Chemnitz gibt 260 jungen Menschen eine Perspektive

Wenn stark sehbehinder­te oder blinde Menschen ins Be­rufsleben einsteigen wollen, werden immer noch viele Be­denken geäußert.
„Absolvieren unsere Auszubildenden dann ihr Praktikum, sind die Arbeit­geber überrascht, wie prob­lemlos das funktioniert. Unsere Fachinformatiker sind meist so­gar die Schnelleren", verrät Cor­nelia Knorr, Sprecherin vom SFZ Förderzentrum, mit einem Au­genzwinkern.

Im Berufsbil­dungswerk für Blinde und Seh­behinderte Chemnitz (BBW), ei­nem Unternehmensteil des För­derzentrums, werden derzeit 260 junge Menschen aus allen neuen Bundesländern in 20 Be­rufen ausgebildet. Dabei reicht das Spektrum von traditionel­len Berufen wie Klavierstimmer über Büroberufe bis hin zum Zerspanungsmechaniker. „Im­merhin 60 Prozent unserer Ab­solventen können wir letztlich in eine Beschäftigung vermit­teln", erklärt Cornelia Knorr.

Ei­ner, der trotz seiner Sehbehinde­rung stark im Berufsleben steht, ist Rene Brethfeld. In der Berufsfachschule des BBW ließ er sich zum Physiotherapeuten ausbil­den, arbeitete dann in verschie­denen Praxen und wagte vor knapp einem Jahr den Weg in die Selbstständigkeit. Seitdem organisiert der 29-Jährige, wie jeder andere Unternehmer auch, seine eigene kleine Praxis. Damit noch mehr solcher Er­folgsgeschichten geschrieben werden können, ist das SFZ Chemnitz ständig auf der Suche nach Praktikumsplätzen. „Die Jugendlichen verdienen die Chance zu zeigen, was sie ge­lernt haben", wirbt Cornelia Knorr und will gleichzeitig po­tentiellen Partnern Unsicher­heiten nehmen: „Wir unterstüt­zen auch die Firmen, ganz gleich ob nun bei Förderanträgen oder mit einem Mobilitätstraining."
Weitere Informationen unter www.sfz-chemnitz.de, Kontakt R.Brethfeld 0371/4446634.
Blick, SH

 

"Blinder räumt die Daetz-Internetseite auf", 29/01/2008 
Kai Weser will Präsentation für die Lichtensteiner Erlebnisausstellung benutzerfreundlicher gestalten

Lichtenstein. Auf der Internetseite des Daetz-Centrums besteht dringend Handlungsbedarf. Sie muss vereinfacht und benutzerfreundlicher gestaltet werden, nennt Marketingverantwortliche Doreen Dalgahn das Ziel. Dieser Aufgabe hat sich Kai Weser angenommen. Er ist derzeit dabei, intensiv auf der Internetseite aufzuräumen. Dass der Mann blind ist, bedeutet für ihn kein Hindernis.

Der Auszubildende in Fachinformatik für Anwendungsentwicklung ist von Geburt an blind. So steht es in seinem Ausweis. Er selbst bezeichnet sich als stark sehbehindert. Denn er sieht mit einem Auge minimal, das besitzt jedoch nur drei Prozent Sehkraft. „Ich sehe noch so, dass ich mich grundsätzlich orientieren kann, brauche aber länger, um mir beispielsweise in einem Zimmer einen groben Überblick zu verschaffen.“ Schemenhaft erkennt er Helles und Dunkles. Recht flink bewegen sich seine Finger dagegen am Computer.

Ausgebildet wird Kai Weser im SFZ Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte in Chemnitz. Dort lernt er, wie man mit Hilfe der Blindenschrift und spezieller technischer Hilfsmittel nicht nur den Weg ins Internet findet, sondern in ihm programmieren kann. Ulrike Eger, Fachbereichsleiterin Ausbildung im Berufsbildungswerk, ist begeistert von diesem Lehrling, seinem Fleiß, seiner Ausdauer und seiner Schnelligkeit. Sie behauptet, er arbeite nahezu so schnell wie Sehende, weil er die Abläufe verinnerlicht.

Als Glücksfall betrachtet es Doreen Dalgahn, dass der Auszubildende seit Anfang Oktober sein Praktikum inmitten der internationalen Meisterwerke aus Holz absolviert und sich voll in seine Aufgabe kniet. Natürlich schaut sie ihm voller Neugier über die Schulter – und ist ebenfalls begeistert. „Ich find’s klasse. Es gibt künftig eine ganz, ganz einfache Struktur, man kann sich nicht mehr so verlaufen wie das jetzt der Fall ist. Kai hat fachlich was drauf.“ www.daetz-centrum.de 
Freie Presse, Liane Mainka

 

"Veranstaltung "Retinachip" am 23.01.2008 im SFZ, Flemmingstr. 8c, Haus 47"
Neue Wege in der Therapie bei Netzhauterkrankungen, Chip ermöglicht Blinden Seheindrücke

Erste Ergebnisse einer Pilotstudie werden am 23.01.08 im SFZ Förderzentrum vorgestellt. Die Universitätsaugenklinik Tübingen und die Retina Implant GmbH sowie weitere Projektpartner haben einen winzigen mikroelektronischen Chip entwickelt. Dieser Chip ist erstmals 2005 sieben blinden Patienten direkt unter die Netzhaut (Retina) eingepflanzt worden. Der Chip ersetzt dort die abgestorbenen Sehzellen und kann einen Teil ihres Sehvermögens vermitteln.

In zwei Fachvorträgen (ab 18.30 Uhr) werden die Ergebnisse der Studie präsentiert.

Thema1: „Sind subretinale Netzhautimplantate für die Wiederherstellung von Seheindrücken bei Blinden geeignet?“,  Prof. Dr. med. Eberhart Zrenner, Ärztlicher Direktor, Department für Augenheilkunde, Universität Tübingen
Thema 2: „ Aktueller Stand der zell- und gentherapeutischen Verfahren bei Netzhauterkrankungen", Prof. Dr. med. Katrin Engelmann, Chefärztin der Augenklinik Chemnitz

Bereits um 16.00 Uhr wird am gleichen Tag und Ort zum Thema ein Patientenseminar mit der Möglichkeit zu anschließenden Einzelgesprächen angeboten. Außerdem werden Interessenten für weitere klinische Studien gesucht. Speziell dafür wird ein Mitarbeiter von Prof. Zrenner zu Gesprächen im Anschluss zum Patientenseminar zur Verfügung stehen.

Wir würden uns freuen, viele Interessierte bei beiden Veranstaltungen begrüßen zu können.
Für weitere Informationen zu den Veranstaltungen steht Ihnen gern Frau Catrin Hastreiter, tel. 0371 33 44-254 zur Verfügung.

  

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