zum Inhalt springen zur Navigation springen

Presse

Die Presseberichte sind in aufklappbaren Links angeordnet. Durch klicken des Links wird der Inhalt angezeigt.

Start des Psychosozialen Zentrums – Beratungsstelle Chemnitz

Am 01.06.2017 nimmt das Psychosoziale Zentrum – Beratungsstelle Chemnitz seine Arbeit auf.

Die Beratungsstelle ist ein durch den Freistaat Sachsen gefördertes Projekt und richtet sich an Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund aus dem Raum Chemnitz, Erzgebirge und Vogtland. Die Beratungsstelle am Standort Chemnitz bietet psychologische und sozialpädagogische Unterstützung, gibt Hilfestellung zur Stabilisierung im Alltag und vermittelt bei Bedarf zu anderen Hilfsangeboten. Im PSZ – Beratungsstelle Chemnitz arbeiten 2 Psychologen*innen, 2 Sozialarbeiter*innen und 2 Sprachassistenten.

Die SFZ Förderzentrum gGmbH als Träger der PSZ – Beratungsstelle Chemnitz ist - zusammen mit dem Mosaik Leipzig e. V. und der das Boot gGmbH - Projektpartner im Psychosozialen Zentrum Sachsen. Neben der Beratungsstelle im Raum Chemnitz gibt es jeweils eine Beratungsstelle für den Raum Dresden und Leipzig, sowie eine sachsenweit agierende Netzwerkstelle.

Die offizielle Eröffnung mit dem Besuch der Staatsministerin Petra Köpping (Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz) ist am 09. August 2017 von 14 - 16 Uhr geplant.


Besuch Henry Wanyoike am 06.06./07.06.2017 zum Tag der Sehbehinderten 

Wann: 06. Juni 2017 ab 18:00 Uhr Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen e.V. – Kreisorganisation Chemnitz, 07. Juni 2017 8:00 - 14:00 Uhr Berufsbildungswerk Chemnitz der SFZ Förderzentrum gGmbH 

Wo: SFZ Förderzentrum gGmbH, Flemmingstraße 8 c, 09116 Chemnitz

Wer: Berufsbildungswerk Chemnitz der SFZ Förderzentrum gGmbH in Kooperation mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes Sachsen e.V. – Kreisorganisation Chemnitz

Anlässlich des Tages der Sehbehinderten am 06.06.2017 unter dem Motto „Audiodeskription“ ist der kenianische blinde Marathonläufer Henry Wanyoike zu Gast in der Berufsschule und Berufsfachschule des Berufsbildungswerkes Chemnitz. Gemeinsam mit den blinden und sehbehinderten Schülern wird der Film „Gold – Du kannst mehr als du denkst“ über Henry Wanyoike  mit Audiodeskription angeschaut. Anschließend gibt es eine kleine Gesprächsrunde, wo die Schüler ihre Fragen stellen können.  

Als Abschluss ist für einige Schüler als Auszeichnung für ihre guten Leistungen ein gemeinsames Mittagessen mit Henry Wanyoike geplant.  

Am Abend des 06. Juni 2017 ist Henry Wanyoike bereits zu Gast beim Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband – Kreisorganisation Chemnitz. Es ist ein gemeinsames Grillen auf dem Gelände der Flemmingstraße 8 c in Chemnitz geplant, wo Interessierte herzlich eingeladen sind. Die Teilnahme erfolgt unter Anmeldung.

Henry Wanyoike ist ein bekannter Marathonläufer, der im Alter von 22 Jahren durch einen Schlaganfall erblindete. Sein erstes Gold bei den Paralympics gewann er 2000 in Sydney. Sein Film „Gold – Du kannst mehr als du denkst“ erschien 2013 in den deutschen Kinos und steht mit einer Audiodeskription zur Verfügung.

SFZ präsentiert die „Finden“-App

Eine mobile Orientierungshilfe für Menschen mit Behinderung

Das SFZ -Projektteam lud am 23.11.2016 zur Präsentation einer im Rahmen der Förderung „Lieblingsplätze" entwickelten App Namens „Finden“ ein.

Durch das Investitionsprogramm „Lieblingsplätze - Förderung für barrierefreies Bauen“ 2016 konnte die SFZ CoWerk gGmbH eine App entwickeln, die es Menschen mit Behinderung ermöglicht, öffentliche Orte des gesellschaftlichen Lebens besser zu erschließen. An der Entwicklung der App haben selbst Menschen mit Behinderung gewirkt, so dass auf die Problematik besonders eingegangen werden konnte. 

„Die Idee dazu hatten wir schon länger. Dank der Förderung konnten wir diese nützliche Anwendung für Menschen mit Behinderung nun in die Tat umsetzen, so SFZ-Projektkoordinator Alexander Seidel. 

Die App stellt eine direkte Verbindung zwischen Menschen und Gebäuden her. Mögliche bautechnische Barrieren können dadurch abgebaut werden. Die mobile Anwendung funktioniert in ihrer öffentlichen Umgebung in Rückkopplung mit einem passiven Bluetooth-Sender, der an bestimmten Orten eines Gebäudes angebracht wird. Die elektronische Orientierungshilfe lässt sich einfach und wartungsarm auf andere IT-Systeme übertragen und könnte dadurch besonders für Kommunen und öffentliche Einrichtungen von Interesse sein.

"Die Herstellung umfassender Barrierefreiheit bildet das Kernstück des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG). Darüber hinaus denke ich, dass es heutzutage sehr wichtig ist, Werte wie Toleranz und das gemeinsame Miteinander immer wieder zu fördern. Unsere „Finden-App“ kann hier einen guten Beitrag leisten.“, so Alexander Seidel weiter. 

Ansprechpartner/Kontakt:
Alexander Seidel, Projektkoordinator 
Telefon: 0172 7856979

Webseite: www.finden-app.de/


Chemnitzer Mannschaft Deutscher Meister in Goalball

Am vergangenen Samstag, 11.06. fand in Hamburg der fünfte und damit letzte Spieltag der Saison der Goalball-Bundesliga statt.

Die Chemnitzer Mannschaft hatte in Hamburg zwei Spielansetzungen. So war das erste Spiel gegen Marburg, den Bundesligaersten von 2015. Dies konnte die Mannschaft mit 10:8 für sich entscheiden, nachdem sie zunächst mit 1:0 zurücklagen. Dabei ist zu bemerken, dass drei Spieler der Marburger Mannschaft, der aktuellen Paralympics-Formation in Goalball für Rio angehören werden.

Das zweite Spiel für die Chemnitzer Mannschaft war gegen die Rostocker Goalballer zu absolvieren. Auch hier konnten die Chemnitzer mit 10:3 siegreich aus der Partie gehen.

Am Ende des Tages stand fest, die Goalballmannschaft aus Chemnitz ist der Deutsche Meister 2016 in Goalball. Den zweiten Platz belegt die Mannschaft aus Marburg, den dritten Platz die Rostocker Mannschaft. Insgesamt gehören acht Mannschaften der Bundesliga Goalball an.

Auf dem Spielfeld standen am fünften Spieltag folgende Chemnitzer Spieler:

Oliver Hörauf (ebenfalls im Kader der Paralympic-Mannschaft in Rio)
Martin Burkhardt
Lars Geithner
Ernst Kroisl
Sascha Timaeus 

Wir gratulieren der Mannschaft des BFV Ascota zu diesem großen Erfolg.


Tag der Sehbehinderten in Chemnitz - Treppenmarkierung zum Vorteil für alle.

Juni 2016

Wann: 06.06.2016
Zeit: 10:30 – 11:30 Uhr
Ort: 09111 Chemnitz, Straße der Nationen 2 – 4 (Treppe vor der Galerie Borssenanger)

„Treppen stellen eine große Unfallgefahr da. Täglich kommt es zu unzähligen Stürzen auf Treppen und laut dem statistischen Bundesamt enden jedes Jahr mehr als 1.000 davon tödlich. Die Gründe für Treppenunfälle sind vielfältig, von ungleichmäßigen Stufen über rutschige Beläge bis zum Fehlen eines Handlaufs. Häufig passieren Unfälle aber auch aus dem einfachen Grund, dass Treppenstufen nicht richtig erkannt werden. Wenn die Stufenkanten im gleichen Farbton wie die restliche Stufe gestaltet sind, können sie nur schwer erkannt werden und die Treppe wird zur Gefahr - insbesondere für Menschen mit Seheinschränkung. Die Stufen verschwimmen zu einer Fläche.“ (Quelle: Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband)

Das SFZ nimmt den Tag der Sehbehinderten am 06.06. zum Anlass, um im öffentlichen Raum zu zeigen, wie sich kontrastreiche Gestaltung von Stufen vorteilhaft auf die Sicherheit auswirkt.

Dazu wird durch das Tiefbauamt, die Treppe vor der Galerie Borssenanger gekennzeichnet. Mit Hilfe von Simulationsbrillen wird Passanten verdeutlicht, wie sich die Kennzeichnung der Stufen positiv auf ihre Wahrnehmung auswirkt. Unterstützt wird die Aktion von der Behindertenbeauftragten der Stadt Chemnitz, Petra Liebetrau, die auch anwesend sein wird.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns helfen auf das Thema: Treppenmarkierung im öffentlichen Raum aufmerksam zu machen.

Für weitere Informationen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Cornelia Knorr I Assistentin der Geschäftsführung
Telefon: 0371 3344-111
Fax: 0371 3344-350


Wissen in Punkten und Großschrift erschließen

April 2016

„Tag der offenen Tür“ im SFZ Berufsbildungswerk und der Werkstatt 

Erbsen zählen bei CoWerk „Tag der offenen Küche“

Wann: 23.04.2016
Zeit: 10.00 – 14.00 Uhr
Wo: Flemmingstraße 8, 09116 Chemnitz
Wer: SFZ Förderzentrum gGmbH 

Am Samstag, 23. April ist es  so weit, die Bereiche des SFZ Berufsbildungswerkes und der Werkstatt für Sehgeschädigte  öffnen die Türen, bei CowWrk öffnen sich die Küchentüren.

Es wird viel Interessantes zu sehen und Neues zu entdecken sein.  So stellt sich das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ)  und die Vorbereitungsklasse mit Deutsch als Zweitsprache vor. Jugendliche, die sich für eine berufliche Ausbildung oder die Arbeit in der Werkstatt interessieren, können sich in den einzelnen Bereichen  umfassend informieren.

In der Küche von Cowerk, die viele Schulen der Stadt mit Mittagessen versorgt, kann den Köchen über die Schulter  geschaut werden.

Außerdem werden Basketballer der Niners vor Ort sein und  man kann mit ihnen ein paar Körbe werfen.  

Die Mitarbeiterin der Beratungsstelle für blinde und sehbehinderte Menschen wird ebenfalls über ihre Arbeit informieren.

Der zentrale Informationspunkt  befindet sich im Haus 1.

Für ein reichhaltiges Imbiss-Angebot wird gesorgt sein.

Den Menschen eine Chance geben

Das SFZ Chemnitz nimmt Flüchtlinge auf. Es bietet behinderten Menschen und ihren Familien einen geschützten Raum. Blinde und sehbehinderte Flüchtlinge können spezielle Deutschkurse belegen. Geschäftsführer Karsten Hohler über engagierte Mitarbeiter und Ehrenamtler, schwer zu finanzierende Rehaleistungen und die große Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Interview: Irene Klein

Herr Hohler, im SFZ Chemnitz leben seit einiger Zeit mehrere Flüchtlingsfamilien, die ein behindertes Familienmitglied haben. Wie ist es dazu gekommen?

Wir haben vor Jahren über unsere Integrationsfirma CoWerk einen Assistenz- und Pflegedienst gegründet, um schwerbehinderten Menschen die Möglichkeit zur Berufsausübung zu geben. Dieser Pflegedienst hat in der Erstaufnahmeeinrichtung Chemnitz die Pflege übernommen. Dabei ist uns klar geworden, wie schwierig in Massenunterkünften die Lage für Menschen mit Behinderungen ist. So sind wir mit der Landesdirektion - das ist die Vertretung der sächsischen Landesregierung, die diese Einrichtungen betreibt - übereingekommen, dass wir für diesen Personenkreis modellhaft versuchen, etwas zu tun.

Sie haben ein ganzes Haus geräumt...

Nicht geräumt, es war leer und wir haben es angemietet und renoviert. Wir haben dort Behinderte mit ihren Familien oder Angehörigen aufgenommen. Insgesamt sind es jetzt 32 Personen - darunter auch Kinder -, die dort während ihres Erstaufnahmeverfahrens wohnen. Sie haben also noch keinen Status von Duldung.

Was bieten Sie den Flüchtlingsfamilien? Oder anders: Wie geht es diesen Familien im Unterschied zu denen, die in normalen Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht sind?

Bei uns herrscht eine himmlische Ruhe. Auch wenn die Kinder über den Hausflur toben, ist der Lärm zuordenbar. Es ist eine überschaubare Gemeinschaft. Wir haben Mitarbeiter, die bei der Tagesstrukturierung helfen, wir haben Ehrenamtler, die Sprachkurse geben, wir haben einen kleinen Spielplatz, und es kommen Auszubildende aus dem pädagogischen Bereich, die Spielnachmittage anbieten. Die Menschen fühlen sich geborgen. Wo aufgrund der Behinderung ein überschaubarer Lebensraum notwendig ist, bieten wir ihn. Wir entlasten die Frauen, die in der Regel die Lasten der Familie tragen. Es ist eine Art Kräftigungskur.

Normalerweise würde man denken, dass behinderte Menschen in ihrer Heimat bleiben, vor allem wenn sie mobilitätseingeschränkt sind. Welche Beobachtungen machen Sie?

Gerade aus den arabischen Ländern kommen Flüchtlinge, die nicht die ärmsten sind. Sie nutzen ihre finanziellen Ressourcen, um dem Tod zu entgehen und die ärztliche und rehabilitative Versorgung ihrer behinderten Angehörigen sicherzustellen. Wir haben zwei junge Leute, die mit ihrer MS-kranken Mutter aus Syrien gekommen sind. Auch im Kosovo oder in Teilen des Balkans machen sich Familien auf, weil ihr geistig behindertes Kind seit Jahren nicht mehr gefördert wird. Es sind oft sehr bewahrende Gründe, sie wollen ihrem Kind eine Zukunft geben.

Gibt es bei den Familien, die Sie aufgenommen haben, auch blinde und sehbehinderte Menschen?

Wir haben schon Familien mit blinden oder sehbehinderten Kindern gehabt. Aber sie werden oft in Orte gebracht, wo sie zum Beispiel Verwandte haben. Wir haben aber zwei blinde Einzelreisende aufgenommen, die mit bezahlten Begleitern gekommen sind. Der eine hat jetzt eine dreijährige Aufenthaltsberechtigung und ist im Kurs "Deutsch als Zweitsprache". Während der Erstaufnahmezeit konnten wir ihn in begrenztem Umfang rehabilitativ fördern. Er hat Kochen gelernt und etwas Orientierung und Mobilität. Das ist eine Voraussetzung, damit er ein Stück weit selbstständig ist, wenn er in eine Wohngemeinschaft zieht und auch andere Angebote der Eingliederungshilfe annehmen kann.

Haben Sie bei den Deutschkursen die Möglichkeit, blinde und sehbehinderte Menschen in ihrem besonderen Bedarf zu unterstützen, zum Beispiel mit Hilfsmitteln?

Diese Deutschkurse heißen Integrationskurse, aber das ist eine Mogelpackung. Es ist ein reiner Sprachkurs. Da wird zwar auch über Deutschland geredet, aber mit Integration behinderter Menschen oder gar Inklusion hat das nichts zu tun. Der so genannte Integrationskurs wird vom Bundesamt für Migration bezahlt. Und die tun sich schon schwer damit, die Teilnehmer während des Kurses bei uns wohnen zu lassen. Normalerweise besuchen die Leute, wenn sie nicht blind oder sehbehindert sind, diese Kurse an ihrem Wohnort. Für rehabilitative Begleitleistungen gibt es im Moment keinen Kostenträger. Wir versuchen aber gerade, mit der Regierung ein Modell für Sachsen zu stricken, damit wenigstens eine Grundreha bezahlt wird und das Angebot aus Sprache, Wohnen und Reha rund wird.

32 Flüchtlinge aufnehmen und versorgen - das macht sich auch für eine Einrichtung der Größenordnung des SFZ Chemnitz nicht nebenbei. Woher nehmen Sie die Ressourcen für diese Aufgabe?

Wir bauen gerade sechs Wohnungen aus, in denen weitere Flüchtlingsfamilien unterkommen können. Und wir bauen eine Einrichtung auf, in der bisher 23 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge wohnen und die bis zum Jahresende auf 30 Plätze anwachsen soll. Es geht schon um einen größeren Bereich. Woher wir die Kraft nehmen? Wir haben tolle Mitarbeiter, die gerne tätig werden für Menschen, die besonderen Einschränkungen unterliegen, die wenig Chancen haben. Wir profitieren davon, dass wir als Arbeitgeber einen guten Ruf haben und finden genügend neue Mitarbeiter. Natürlich ist die Flüchtlingsarbeit mit Geldleistungen, mit Finanzierung verbunden. Wir erhalten Tagessätze und zahlen den Mitarbeitern Lohn, unabhängig davon, dass wir von allen mehr Engagement erwarten.

Und woher nehmen Sie das Geld, das nötig ist, um die Unterkünfte zu unterhalten?

Wir sind ein anerkannter Träger der Jugendhilfe und bekommen entsprechende Tagessätze. Für die Erwachsenen im Erstaufnahmestatus zahlt das Land Sachsen einen Tagessatz pro Person. Der ist verhandelt wie alle Tagessätze in der Rehabilitation. Wir können es uns nicht leisten, bei dieser Menge an Personen, die wir begleiten, Defizite zu schreiben.

Gibt es besondere Tagessätze für behinderte Flüchtlinge?

ES gibt einen Tagessatz für Flüchtlinge in der Erstaufnahme, der auf Massenunterkünfte ausgerichtet ist und bei unter 20 Euro liegt. Wir haben angemessene Tagessätze, mit denen sich gut wirtschaften lässt. Da darf man nicht jammern. Wenn Sie aber die finanzielle Situation insgesamt betrachten, insbesondere die Reha, die nicht schon bei der Erstaufnahme beginnt, muss man sehr darauf achten, dass etwas Ordentliches zustande kommt und eine wirkliche Integration der Flüchtlinge möglich wird.

Wie wir alle wissen, ist ein Ende des Flüchtlingsstroms nicht in Sicht. Welche Vision haben Sie vor diesem Hintergrund für das SFZ Chemnitz?

Wir diskutieren mit Mitarbeitern, Nachbarn, Schülern, Auszubildenden. Dabei wird mir immer klarer, dass man die Ängste, die da sind, nur mit guten Praxisbeispielen relativieren oder nehmen kann. Wir haben geglückte Unterbringung, geglückte Begleitung - das wollen wir weitertragen. Flüchtlinge willkommen zu heißen und auf den Bahnhof Suppe zu bringen, ist das eine, aber den Alltag zu organisieren und den Menschen eine Chance zu geben, hier Fuß zu fassen, ist das andere. Wir wollen zeigen, dass das geht.

Dabei weiten Sie Ihren Blick und nehmen nicht nur blinde und sehbehinderte Menschen in den Fokus, sondern behinderte Menschen ganz allgemein.

Das ist eine Tradition des SFZ. Seit der Gründung unserer Integrationsfirma CoWerk haben wir Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen und Einschränkungen beschäftigt. So ist es nur logisch, dass wir auch bei den Flüchtlingen unseren Horizont weiten, im Kern aber für blinde und sehbehinderte Menschen gute, breit gestützte Angebote machen. Das war schon immer die Politik, die wir betrieben haben.

Mittlerweile sind die Flüchtlinge auch in vielen Landesvereinen des DBSV angekommen. Man kann im Großen, aber auch im Kleinen helfen. Was raten Sie jedem Einzelnen, der sich engagieren möchte?

Zu schauen, wo es schon Strukturen gibt, wo man mitmachen kann. Das kann ein Landesverein sein, der etwas für blinde und sehbehinderte Flüchtlinge tut. Das kann aber auch eine Ehrenamtleraktion sein, ein Verein, der Sprachkurse oder Begleitung anbietet. Ganz wichtig ist, dass man als Mensch da ist, sich als Mensch anbietet und dann schaut, was gebraucht wird, was man ergänzen kann. Dazu gehört auch, seine Möglichkeiten genau zu prüfen. Es ist leicht gesagt: "Ich komme dich jeden Nachmittag besuchen." Wenn man es nicht einhalten kann, ist es aber schrecklich. Deshalb ist es sinnvoller zu sagen: "Ich komme jeden Mittwoch." Viele Menschen sind misstrauisch. Was wurde ihnen alles versprochen, im Heimatland und jetzt in Deutschland? Da ist es wichtig, dass sie verlässliche Partnerschaften haben.

Auf DBSV-Inform hören Sie dieses Gespräch im Originalton.

GegenWart, 10/2015


Verlustängste und die große Wende

Jörg Arndt, 52

Ich bin aufgeregt, als ich 1979 in einem Vorstellungsgespräch in der Medizinischen Fachschule Karl-Marx-Stadt, dem heutigen SFZ Chemnitz, sitze. Mir gegenüber zwei Män­ner, ein älterer hagerer Mann und ein jüngerer Schwarzhaariger mit einer starken Brille. Der Ältere fragt mich, wie viel Wasser in eine Bade­wanne passt. „Vielleicht 50, 60 Liter?", schätze ich mit meinen unbedarften 16 Jahren. Sie lachen und meinen, dass das wohl nur für ein Fußbad reichen würde. Die Zusage für die Mas­seurausbildung habe ich trotzdem erhalten.

Seit meinem achten Lebensjahr bin ich sehbehindert. Dass sich mein Sehvermögen weiter verschlechtern würde, wusste ich. Als mir die Kreisjugendärztin jedoch eröffnete, dass es zu einer Erblindung kommen kann, war ich schockiert. Unter den wenigen beruflichen Mög­lichkeiten, die mir die Ärztin aufzeigte, war der Masseurberuf. Da verdiene man zwar nicht gut, erklärte sie mir, aber zusammen mit dem Blin­dengeld würde das schon gehen. Nach dieser Hiobsbotschaft sah ich die Welt mit anderen Augen. Immer wenn ich blinden Menschen be­gegnete, schossen Zukunftsängste in mir hoch.

Meine Ausbildung an der Medizinischen Fachschule begann im September 1979 in einer von drei Klassen. Die Einrichtung in Karl-Marx-Stadt war die einzige in der DDR, die die schon damals für blinde und sehbehinderte Menschen übliche Ausbildung anbot. Es war ungewohnt, mit nur zwölf Mitschülern in einer Klasse zu sitzen. Nur wenige hatten wie ich eine Regelschule besucht und auch deutlich ältere Klassenkameraden drückten mit mir die Ausbildungsbank.

Wie die meisten meiner Mitschüler lebte ich im Internat in Karl-Marx-Stadt. Ich genoss meine neue Freiheit. Gleichzeitig erlebte ich, wie sehr die Verschlechterung ihrer Sehkraft einigen mei­ner Mitschüler zu schaffen machte.

Mit Alkohol versuchten sie, ihre Trauer zu betäuben. Meine eigene Sehbehinderung konnte ich mit einer starken Brille ausgleichen.

Nach einem halben Jahr Vollzeitunterricht absolvierte ich mein erstes Praktikum in einem Krankenhaus. Mir gefiel die betriebsame Atmo­sphäre und es steigerte mein Selbstbewusst­sein, als ich erste Erfolge bei meiner Arbeit am Patienten sehen konnte.

Nach der Ausbildung arbeitete ich für ein Jahr in einer Poliklinik. Als ich hörte, dass in meiner ehemaligen Fachschule ein Praxisbetreuer ge­sucht wurde, bewarb ich mich und wurde an­genommen. Da eine Kollegin für längere Zeit ausfiel, habe ich den angehenden Masseuren zusätzlich berufspraktischen Unterricht erteilt. Ich besaß mit meinen 19 Lebensjahren kaum pädagogische Kenntnisse und bekam unsanft mit, was es bedeutete, auf der Lehrerseite zu stehen. Heute wäre so eine Karriere undenkbar.

Als ich meine Arbeit als Lehrer begann, such­te ich mir eine eigene Wohnung in Karl-Marx-Stadt. In der Zwischenzeit durfte ich in den spar­sam eingerichteten Frauenruheraum der Schule ziehen. Morgens wurde ich manchmal durch das Hämmern der Punktschriftmaschinen im darunterliegenden Klassenzimmer geweckt.

Um mich pädagogisch weiterzubilden, hospi­tierte ich bei Kollegen, besuchte Fortbildungen und holte in der Abendschule das Abitur nach. Nun war ich morgens Lehrer und abends Schü­ler. Nach einiger Wartezeit konnte ich 1988 mit dem Fernstudium zum Medizinpädagogen an der Berliner Humboldt-Universität beginnen. Weil ich mich für eine Präsenzveranstaltung im Herbst 1989 in Berlin aufhielt, erlebte ich den Fall der Mauer hautnah mit. In der Berufsfach­schule machte sich die politische Wende am deutlichsten im Stundenplan bemerkbar. Der Anteil der Fachstunden wurde höher, die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer wurden in­haltlich verändert und stark reduziert.


Bildbeschreibung:
Ein Mann mittleren Alters mit Brille, Dreitagebart und kräftigen Oberarmen steht neben einem lebensgroßen anatomischen Modell des Menschen. Statt der Haut sind Muskelstränge und Sehnen zu sehen. Der Oberkörper der armlosen Figur ist aufgeschnitten, so dass verschiedene Organe zu unterscheiden sind. Der Mann deutet erklärend auf die Leber.

1992 begann ich, meine Diplomarbeit zu schreiben, während ich im umbenannten Chem­nitz weiterhin unterrichtete. Zwei Jahre später trat das neue Masseur- und Physiotherapeuten­gesetz in Kraft. Es vereinheitlichte die Aus­bildung blinder und sehbehinderter Masseure und Physiotherapeuten in Ost und West. Ein Anerkennungspraktikum von einem halben Jahr wurde zur Bedingung, um die Berufsbezeich­nung Masseur/ medizinischer Bademeister füh­ren zu können. Die Entlohnung der Praktikanten wurde allerdings nicht geregelt. Bis heute erhal­ten sie nur ein Entgelt auf freiwilliger Basis. Für mich brachte das Gesetz ein enormes Arbeits­pensum mit sich. Ich fühlte mich oft überfordert.

Im Laufe der Jahre bin ich Vater von drei Söh­nen geworden. Zwei Jahre nach der Geburt des dritten Kindes trennten sich seine Mutter und ich. Das war ein tiefer Einschnitt, aber meine Söhne sah ich weiter regelmäßig und war in ihren Alltag fest eingebunden.

Anfang des neuen Jahrtausends verliebte ich mich wieder, bezog eine Wohnung mit meiner Partnerin und ihren beiden Kindern und wurde Vater einer Tochter. Beruflich war Routine ein­gekehrt und ich konnte mich immer besser mit meiner Rolle als Lehrer identifizieren. Die Bedin­gungen in der Berufsfachschule hatten sich sehr verbessert. Aus kleinen dunklen Räumen waren große, gut ausgestattete Fachkabinette gewor­den, in denen wir den Schülern noch heute viele Anwendungen anschaulich vermitteln können. Die meisten unserer ausgebildeten Masseure und Physiotherapeuten finden Arbeit.

Ich bin froh, dass meine Sehbehinderung stabil geblieben ist und nicht den prophezeiten Verlauf genommen hat. Im Herbst werde ich den 70. Jahrestag der Massageausbildung in Chem­nitz mitfeiern. Ich wünsche mir, dass ich noch vielen weiteren Schülergenerationen diesen Beruf nahebringen kann und er auch in Zukunft Bestand haben wird.

Jörg Arndt (52) ist Diplom-Medizinpädagoge und lebt in Chemnitz.

Veröffentlicht bei: GegenWart 09/2015


CoWerk Assistenz und Pflege - verlässlicher Partner vor Ort

Freitag, 10. Juli 2015 

Vorgestellt: Bereich Pflege seit zwei Jahren im Flemminggebiet aktiv.

Vor zwei Jahren ging der Pflegedienst an den Start. Damit wurde das Dienstleistungsangebot von CoWerk für die Bewohner der angrenzenden Stadtteile komplettiert und der Alltag unserer Kunden erleichtert.

Der Pflegedienst trägt dazu bei, dass mehr Menschen ihren Lebensabend in vertrauter Umgebung verbringen können. Die hauswirtschaftliche, pflegerische oder beratende Unterstützung von CoWerk liefert dazu einen wichtigen Beitrag. 

Ein großes Plus des Pflegedienstes ist der 24 Stunden-Service, der die telefonische Erreichbarkeit für Akutfälle ganztägig ermöglicht. 

Dies bietet den Nutzern ein hohes Maß an Sicherheit. Die Unterstützung des Pflegedienstes kann so auch zu ungewöhnlichen Zeiten eingeholt werden. 

Sicher kennen Sie den sozialen Hausmeister Thomas Feuerhack, der für Sie im Auftrag von CoWerk und CSg unterwegs ist. Sie können ihn jederzeit mit Ihren kleinen und größeren Problemen ansprechen. Er kann Ihnen Unterstützung vermitteln. 

Ein weiteres Plus ist die günstige Lage und barrierefreie Erreichbarkeit der Geschäftsstelle des Pflegedienstes. Sie befindet sich in der Flemmingstraße 8, Haus 7 - direkt an der Endhaltestelle Linie 31 und ist damit bestens an öffentliche Verkehrsmittel angebunden. 

Für viele ältere Menschen ist es oftmals besonders wichtig, dass sie vertraute Personen um sich wissen. Gerade im Bereich der Pflege und Betreuung, aber auch bei weiteren Dienstleistungen, wie bei der Hilfe im Haushalt oder bei Einkäufen ist dies ein entscheidendes Kriterium. Deshalb ist es gut, dass CoWerk auf ein großes Leistungsspektrum zurückgreifen und Ihnen viele Dienstleistungen zusätzlich aus einer Hand anbieten kann. Mit diesem starken Partner an der Seite ist eine vertrauensvolle Basis von Beginn an gegeben. 

Hauswirtschaftliche Dienstleistungen können auch einen guten Beitrag zur Entlastung von Familien liefern. Zum Beispiel bei der Reinigung der Wohnung, dem Fensterputzen oder nach einem Krankenhausaufenthalt.

Das große Spektrum der CoWerk-Dienstleistungen gibt viele Möglichkeiten, unterschiedliche Angebote zu nutzen bzw. zu kombinieren.

Uns ist wichtig, den Stadtteil als einen Ort zu sehen, in dem wir einen Beitrag für ein gutes Miteinander der Generationen leisten wollen.

Sprechen Sie uns an, wir beraten gern. Für den Bereich Assistenz & Pflege ist Ihr Ansprechpartner Herr Ralf Nieland, Tel.: 0371 3344-188.

Die wichtigsten Pluspunkte von CoWerk Assistenz & Pflege auf einen Blick:

Erreichbarkeit des Pflegedienstes 24 Stunden täglich für Akutfälle (Tel.: 0371 444 6226) zuverlässige, sensible und vertrauensvolle Erledigung aller Aufträge gut vernetzt mit anderen begleitenden und unterstützenden Angeboten barrierefreier Zugang der Geschäftsstelle Assistenz & Pflege, Flemmingstraße 8, Haus 7 sehr gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Veröffentlicht in: Klopfzeichen • Das Magazin der Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft eG 02½2015


Kleider machen Leute

Der sichere Umgang mit Mode ist völlig unabhängig vom Sehvermögen - das behauptet eine Imageberaterin, die sich auf Menschen mit Seheinschränkung spezialisiert hat.
Sie verrät, welche Farben und Schnitte zu welchem Typ passen und gibt Tipps und Tricks für den richtigen Sitz.

Von Ina Oertel

Mode soll Spaß machen und die eigene, einzigartige Persönlichkeit unterstreichen. Um nicht verkleidet zu wirken, ist Authentizität eine Grundvoraussetzung für jegliches Styling. Auch blinde und sehbehinderte Menschen können ein Händchen für eine stilsichere Wahl der Kleidung bekommen, wenn sie sich etwas Hintergrundwissen aneignen und einige Hinweise verinnerlichen.

Der erste Eindruck

Ob bei der Partnerwahl, im Beruf oder bei einer Party - innerhalb von drei bis fünf Sekunden beurteilen wir unser Gegenüber. Der erste Eindruck erfolgt unbewusst und bei sehenden Menschen fast ausschließlich über die Optik. Das hat nichts mit Vorurteilen zu tun. Es sind angeborene Instinkte, die schon vor Millionen Jahren über Leben und Tod unserer Urvorfahren entschieden haben. Ohne ausgeprägte Kommunikationsmöglichkeiten mussten sie innerhalb kürzester Zeit entscheiden, ob die Gestalt, die aus dem Wald auf den Lagerplatz zukommt, Freund oder Feind ist. Dieser Impuls ist uns erhalten geblieben. Nur zu sieben Prozent prägt der Inhalt der Worte den ersten Eindruck. Etwa 60 Prozent macht die Optik über Kleidung, Frisur, Accessoires, Mimik, Gestik und Körpersprache aus und etwa 33 Prozent die Stimmlage und Sprechweise. Bei blinden und sehbehinderten Menschen spielen neben der Stimme eher der Gang, der Händedruck und der Geruch eine Rolle.

Es ist also sinnvoll, zu überprüfen, welche Signale man mit seinem Erscheinungsbild aussendet und zu überlegen, wie man sich anderen Menschen präsentieren will. Intuitiv hat jeder ein gewisses Gespür dafür, was ihm gut steht, nur an der Sicherheit mangelt es. Darum verlässt man sich auf den Rat von Eltern, Partnern oder Freunden mit der Folge, dass der Geschmack des anderen in den Vordergrund rückt. Dabei gibt es objektive Kriterien, nach denen man sich modisch und vor allem selbstständig kleiden kann. Zum einen kann man Farben verwenden, die dem Teint schmeicheln, zum anderen kann man Kleidung tragen, die den eigenen Körperproportionen gerecht wird.

Farben

Es ist ein Trugschluss, dass Menschen mit Seheinschränkung, insbesondere geburtsblinde, nichts von Farben verstehen. Sie bringen Farben zum Beispiel mit Musik in Verbindung, mit bestimmten Tönen, Instrumenten oder Melodien. Andere assoziieren sie mit Wochentagen oder geraden und ungeraden Zahlen.
Farben haben eine psychologische Wirkung auf unsere Mitmenschen. Das Tragen der Farbe Rot lässt uns dynamisch und energiereich, aber auch dominant und bedrohlich erscheinen. Weiß wirkt rein und offen, aber auch steril und distanziert. Schwarz macht einen eleganten, geheimnisvollen und autoritären, aber auch traurigen und reservierten Eindruck.

Welche Farben einem gut stehen, hängt vom Hautunterton ab. In unseren Breiten haben die meisten Menschen einen hellen, weißen Hautunterton und doch eine unterschiedliche Hautunterton-Nuance. Ein Teil hat einen gelb-goldenen Unterton und gehört zum warmen Farbtyp, der andere Teil hat einen rose-bläulichen Unterton, was dem kühlen Farbtyp entspricht. Menschen des warmen Farbtyps schmeicheln die Farben des Frühlings und Herbstes und Menschen des kühlen Farbtyps die Farben des Sommers und Winters. Trägt man Farben, die nicht dem eigenen Farbtyp entsprechen, treten Hautunebenheiten und Falten stärker hervor, man wirkt müde und ungesund.

Frühlingsfarben sind beispielsweise Orange, korallenrot, Pfirsichtöne, Wollweiß, Apfelgrün und Sonnengelb. Herbstfarben sind warme und erdige Töne wie Gold- und Rottöne, Oliv, Khaki, Braun und Maisgelb. Sommerfarben sind rauchige und grau gedeckte Töne, Jeanstöne, Weinrot, Mint bis Dunkelgrün, aber auch Pastelltöne wie Flieder und Pink. Winterfarben sind klar und leuchtend, zum Beispiel Rot, Königs- und Marineblau, Dunkelgrün, aber auch Weiß und Schwarz.

Farben können optisch kleiner oder größer machen. Zwar macht Schwarz tatsächlich schlank, aber gleichzeitig auch klein. Trägt man im Oberkörperbereich starke Kontraste zum Unterkörperbereich, wie ein weißes Shirt zu einer schwarzen Hose, schneidet man sich optisch durch und wirkt kleiner. Trägt man hingegen Kleidungskombinationen "Ton in Ton", wirkt man größer.

Körperform

Es gibt bei Frauen sechs und bei Männern fünf verschiedene anatomische Körperformen. Nach der eigenen Körperproportion sollte man die Schnittführung der Kleidung aussuchen. In den Geschäften gibt es H-, X- und A-Linien. So, wie die Buchstaben im Schwarzschriftalphabet aussehen, sind die Kleidungsstücke geschnitten: H - gerade, X - tailliert, A - oben schmaler und nach unten weiter auslaufend. Als Faustregel für beide Geschlechter gilt: Wer eine ausgeprägte Taille hat, sollte diese mit dem X-Linien-Schnitt betonen. Ist die Körperproportion gerade, sind H-Linien zu bevorzugen. Insbesondere für Männer gilt: Wenn die Hüfte schmaler ist als die Schultern, sollte diese mit der X-Linie betont werden. Welche Körperform man hat, lässt sich - am besten mit Hilfe einer sehenden Person - leicht herausfinden. 
 
Die Körperproportionen bei Frauen sind:

  • Sportlich: athletische Körperform, oft mit breiten Schultern, keine ausgeprägte Taille, um 1,70 m (H-Linie)
  • Natürlich: keine ausgeprägte Taille, gerade gebaut, kantiges Gesicht, um 1,66 m (H-Linie)
  • Romantisch: dezente bis starke Rundungen, abfallende Schultern, oval bis rundliches Gesicht, sehr weibliche Proportionen, um 1,70 m (X-Linie, bei Oberteilen und Röcken auch A-Linie)
  • Feminin-zart: filigran, zierlich, jugendlich, weiblich, ausgeprägte Taille, ovales bis rundes Gesicht, um 1,65 m und kleiner (X-Linie)
  • Klassisch: ausgewogene Körperformen, schlank, schöne Proportionen, ovales Gesicht, um 1,68 m (X-Linie oder elegante H-Linie)
  • Dramatisch: wirkt groß, dünn und eher knochig, Model-Figur mit langen Beinen und ausgeprägter Taille, dreieckiges Gesicht, um 1,73 m und größer (X-Linie mit zusätzlicher Betonung der Schultern)

Die Körperproportionen bei Männern sind:

  • Sportlich: schlank, schmale Hüfte, breite Schultern, um 1,80 m (X-Linie)
  • Natürlich: gerade gebaut, um 1,70 m (H- Linie)
  • Klassisch: schlank, ebenmäßiges Gesicht, ausgewogene Körperproportionen, um 1,75 m (X-Linie)
  • Extravagant: dünn, wirkt knochig, markantes Kinn, 1,75 m und größer (X-Linie)
  • Abenteurer: Becken breiter als Schultern, 1,75 m und größer (H-Linie)

Passform

Die richtige Passform entscheidet darüber, ob ein Kleidungsstück vorteilhaft wirkt. Ist es zu groß oder zu klein und eng, trägt es auf und macht unnötig dick.

Hosen sollten im Bund und an den Oberschenkeln gut sitzen, ohne einzuengen. Am Gesäß sollte bei einer Jeanshose kein Stoffüberschuss spürbar sein. Wenn die Hose beim Auffallen auf den Schuh maximal einen Knick macht, ist die Länge genau richtig. Das ist deshalb wichtig, weil man sich mit zu langen Hosen kleiner und mit zu weiten Hosen dicker macht.

Um bei Pullovern, Hemden, Blusen oder Shirts die richtige Größe zu bestimmen, ist die Arm-Naht ein wichtiger Anhaltspunkt. Das ist die Naht, an der der Arm des Oberteils beginnt. Diese Naht muss, dort wo der Arm beginnt, auf der Schulter sitzen und sollte nicht Richtung Oberarm nach unten rutschen. Das lässt sich mit den Fingern leicht erfühlen. Gerade Männer tragen oft zu große Oberteile. Sollte die Armlänge bei korrekt sitzender Arm-Naht zu kurz sein, gibt es bei speziellen Anbietern Hemden mit extra langen Armen.
Wie lang Jacken, Blazer und Jacketts sein sollten, hängt von dem Verhältnis von Oberkörper zu Unterkörper ab. Das gilt auch für die Frage, ob man Hemd oder Bluse in oder über der Hose oder dem Rock tragen sollte.

Um die Oberkörper-Unterkörper-Proportion zu bestimmen, werden ein Schal oder ein langes Tuch sowie eine sehende Person benötigt. Die zu vermessende Person stellt sich ohne Schuhe aufrecht hin. Die assistierende Person legt den Schal an der Außenseite des Oberschenkels in Höhe des Beinansatzes an. Mit der einen Hand hält der Assistent den Schal an dieser Stelle fest, während er ihn mit der anderen Hand an den Beinen entlang bis zum Boden zieht. Ohne die auf diese Weise festgehaltene Länge des Schals zu verändern, wird er im zweiten Schritt in Richtung Kopf nach oben geklappt, während die andere Hand an der Stelle des Beinansatzes bleibt.

Es gibt drei verschiedene Ergebnisse, die Auswirkungen auf die Kleiderwahl haben. Erstens: Der Schal ragt mit der abgemessenen Beinlänge über den Kopf hinaus. Zweitens: Der Schal endet genau am Scheitel. Drittens: Der Schal endet zwischen Kinn und Stirn. Wenn die Beine länger sind als der Oberkörper (Ergebnis 1), dürfen die Oberteile etwas länger sein und aus der Hose heraus getragen werden. Auch Mäntel, Jacken und Jacketts dürfen länger ausfallen. Ist die Oberkörper-Unterkörper-Proportion ausgewogen (Ergebnis 2), können Oberteile, ob kurz oder lang, beliebig getragen werden. Wenn die Beine kürzer sind als der Oberkörper (Ergebnis 3), sollten die Oberteile kürzer sein und in Hose oder Rock getragen werden. Auch bei Blazern, Mänteln und Jacketts sollte die Wahl auf die Kurzversion fallen.

Probieren geht über Studieren

Sind die eigene Körperform und der Farbtyp einmal bestimmt, kann man sich auch mit eingeschränktem Sehvermögen ohne fremde Hilfe stilsicher und vorteilhaft kleiden. Wer möchte, kann sich zusätzlich darüber informieren, was modisch gerade angesagt ist. Im Frühjahr / Sommer 2015 sind Blumenmuster jeglicher Art sowie der Army- und Safaristil und Vichy-Karos im Trend. Farblich sind Rot und Weiß gefragt, die Materialien sind weiche, seidige und fließende Stoffe.

Ina Oertel ist Diplom-Pädagogin und Image-Consultant und regelmäßig für das SFZ Chemnitz tätig.
Kontakt: Tel.: 0172 / 3 72 07 88 (mobil),
E-Mail: www.image-consult.de

Veröffentlicht in: GegenWart 05/2015


Die Wäscherei des SFZ

Mittwoch, 18. März 2015 

Dienstleistung in Altendorf gut etabliert

Seit fast zwei Jahren gibt es sie: die Wäscherei des SFZ an der Flemmingstraße.

Ob das italienische Restaurant, das besonders die wieder blütenweißen Tischdecken schätzt oder Anwohner, die besonders gern ihre "große Wäsche" in die Wäscherei bringen – für alle ist das Angebot in dem freundlichen wirkenden Neubau ein Gewinn.

Auch die Genossenschaft nutzt regelmäßig das Dienstleistungsangebot der Einrichtung. U. a. lassen wir die anfallende Wäsche aus unseren Gästewohnungen durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reinigen.

Wenn auch Ihnen das Waschen von Bett-, Tisch- oder Alltagswäsche zu viel wird, Sie genug haben vom Hemden bügeln etc., so informieren Sie sich doch einmal unverbindlich über die Angebote der Wäscherei.

Auf Wunsch holt das SFZ Ihre Wäsche sogar von zu Hause ab und bringt sie gereinigt und gebügelt zu Ihnen zurück.

Eine Möglichkeit zum Kennenlernen bietet sich am 18. April. Zum Tag der offenen Tür können Sie sogar hinter die Kulissen der Wäscherei schauen und einen Einblick in die Arbeitsabläufe erhalten. Frau Gehre und ihr Team freuen sich über Ihren Besuch bzw. über Ihre Kontaktaufnahme

Kontakt:
Ansprechpartnerin: Frau Nadja Gehre
Telefon: 0371/3344-175
Internet: www.diewäscherei.com

Veröffentlicht bei: Klopfzeichen Frühjahr 2015


Meine Fluchtgeschichte

Mittwoch, 4. Februar 2015

Ahmad Farid Khorrami, 20. Nach einer langen Odyssee bin ich am 14. Juni 2011 in Chemnitz angekommen - weit weg von meiner Heimat, aber endlich in Sicherheit. Meine Reise begann in Wardak in Afghanistan, als ich 16 Jahre alt war. Dort lebte ich mit meinen Eltern, neun Brüdern und zwei Schwestern. Mein Vater ist Obst- und Gemüsebauer, er bewirtschaftet ein Stück Land. Trotz meiner Sehbehinderung ging ich auf eine ganz normale Schule. In der Umgebung von Wardak gab es weder Schulen für blinde und sehbehinderte Kinder noch gab es Hilfsmittel. Ich versuchte, mich in der Klasse so zu setzen, dass ich auf der Tafel etwas erkennen konnte. Mein Vater hat mir Texte, zum Beispiel aus dem Koran, in verschiedenen Farben abgeschrieben. Das brachte jedoch nicht viel. Das einzige, was gegen meine Blendempfindlichkeit half, war eine dunkle Brille.

Ich konnte die Schule nur bis zur sechsten Klasse besuchen, dann ging der Krieg wieder los. Die Lehrer zogen in größere Städte, die sicherer waren, so dass die Schule schließen musste. Von da an half ich meinem Vater beim Obst- und Gemüseanbau. Als ich etwas älter war, habe ich eine Arbeit als Fahrerhelfer bei den Amerikanern gefunden. Ich war dafür verantwortlich, die Fahrer einzuweisen und auf den Weg zu achten.

Meine Sehbehinderung bereitete mir damals noch nicht so große Schwierigkeiten. Wir fuhren in Konvois von etwa 70 Lastwagen. Ich wusste nie, was geladen war - das Be- und Entladen haben die Amerikaner übernommen. Es waren schöne Tage, auch wenn mir bewusst war, dass es gefährlich werden konnte. Diese Ahnung sollte sich bestätigen. In den vier Wochen, in denen ich als Fahrerhelfer arbeitete, wurde der Konvoi zweimal von den Taliban beschossen. Beim zweiten Angriff wurde der Fahrer, den ich begleitete, tödlich von Gewehrkugeln getroffen.

Ich und zwei weitere Jugendliche wurden entführt. Wir wurden jeden Tag geschlagen und misshandelt. Nach einer Woche verlangten die Taliban, dass ich einen Anschlag verübe. Ich sollte eine Jacke mit Bomben in den Innentaschen anziehen und sie in einem Gebäude zünden. Ich versprach den Taliban, dies zu tun, jedoch mit der Bitte, mich von meiner Familie verabschieden zu können. Das ließen sie zu. Ich wurde mit einem Motorrad nach Hause gebracht. Meine Familie hatte schon geglaubt, ich wäre nicht mehr am Leben. Sie ließ keine Zeit verstreichen und schmiedete einen Plan, wie ich in Sicherheit gebracht werden könnte.

Noch in derselben Nacht verließ ich mit einem meiner älteren Brüder unser Elternhaus. Nach acht Stunden Fußmarsch fuhren wir mit dem Bus zur pakistanischen Grenze. Pakistan durchquerten wir in vier Tagen, bis wir im Iran ankamen. Dort arbeiteten wir sieben Monate als Fliesenleger auf einer Baustelle, um Geld für die Weiterfahrt zu verdienen. Mein Vater verkaufte ein Stück Land, um uns zu unterstützen. Trotzdem reichte das Geld nicht für uns beide. Mein Bruder blieb im Iran und lebt heute in Pakistan. Ich fuhr weiter in die Türkei und über Griechenland nach Bulgarien. Von dort ging es mit dem Bus über Rumänien, Ungarn, Österreich nach Deutschland.

Eigentlich wollte ich zu einem Onkel nach Frankfurt am Main, doch ich landete in dem mir unbekannten Dresden. Ich wurde von der Polizei aufgegriffen und nach Chemnitz gebracht. Schon fünf Tage später begann ich einen Deutsch-Kurs. Danach wollte ich in der Abendschule den Abschluss der achten Klasse nachholen. Meine Augenerkrankung machte mir jedoch einen Strich durch die Rechnung, da sich meine Sehfähigkeit in den Monaten der Flucht stark verschlechtert hatte. Das Jobcenter hat mich an das Berufsbildungswerk Chemnitz verwiesen. Seit vergangenem September bin ich dort in einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme.

Ich möchte meine Ausbildung mit sehr guten Leistungen abschließen, um eine gute Arbeit, am liebsten im Detailbereich, zu finden. Später möchte ich eine eigene Familie gründen. Zurzeit lebe ich zusammen mit zwei anderen Afghanen in einem Chemnitzer Flüchtlingsheim. Es ist nachts oft laut und ich kann nicht schlafen. In einer eigenen Wohnung würde ich mich wohler fühlen.

Mit meiner Familie bleibe ich über das Handy in Kontakt. So erfahre ich auch von den Geschehnissen in Afghanistan. Ich vermisse meine Eltern, Geschwister und Freunde und mache mir Sorgen um sie. Besonders seit im letzten Jahr ein neuer Präsident gewählt wurde und niemand weiß, wie es weitergehen wird. Schlimm war auch die Zeit direkt nach meiner Flucht, als die Taliban meinen Vater entführt hatten.

In Afghanistan kann man nicht einfach zur Polizei gehen. Man bekommt keine Unterstützung von staatlichen Stellen. Stattdessen haben sich die älteren Männer unseres Ortes zusammengetan, um meinen Vater zu befreien. Wir leben in einer eng verbundenen Gemeinschaft, die ihre Mitglieder unterstützt und für sie einsteht. Selbst wenn in derselben Familie ein Bruder in der Armee dient, während der andere bei den Taliban kämpft, sorgt der starke Zusammenhalt dafür, dass die Familie nicht auseinanderbricht.

Ich habe mich in Chemnitz gut eingelebt. Seit einiger Zeit arbeite ich ehrenamtlich als Sprachmittler und begleite andere Afghanen, Iraner und Pakistaner auf Ämter oder zum Arzt - ich spreche fünf verschiedene Sprachen. Mein Deutsch wird dabei immer besser. Meine Aufenthaltsgenehmigung gilt bis 2016. Ich hoffe, dass ich danach in Deutschland bleiben darf. Ob ich meine Familie und mein Heimatland jemals Wiedersehen kann, weiß ich nicht.

Ahmad Farid Khorrami (20) kommt aus Afghanistan und lebt seit dreieinhalb Jahren in Chemnitz. Veröffentlicht in: GegenWart 02/2015

Ballett auf der Massagebank

Wenn perfekt trainierte Tänzer auf blinde und sehbehinderte Schüler treffen, dann ist das der allwöchentliche Besuch der angehenden Physiotherapeuten des SFZ Chemnitz im Opernhaus der Stadt. Einer der Schüler erzählt die Geschichte einer außergewöhnlichen Symbiose.

Grazile Bewegungen und athletische Körper faszinieren uns an Tänzern. Als Besucher schauen wir voller Bewunderung, manchmal auch neidvoll auf die Bühne und können nur erahnen, welche Strapazen mit dem professionellen Tanzen verbunden sind. Die Schmerzen der Tänzerinnen und Tänzer des Balletts der Theater Chemnitz zu lindern und ihnen vorzubeugen, haben wir, die Schüler der Berufsfachschule für Physiotherapie des SFZ Berufsbildungswerkes für Blinde und Sehbehinderte, uns auf die Fahnen geschrieben.

Ende 2012, in unserem ersten Ausbildungsjahr, stand ein Besuch im Opernhaus Chemnitz auf dem Programm. Im Ballettsaal konnten wir die Tänzerinnen und Tänzer beim Training beobachten und hatten die Idee, ihnen unser bereits erworbenes Wissen und Können zugutekommen zu lassen. Ein knappes Jahr später kam es zum ersten Kontakt zwischen der Ballettbetriebsdirektorin und ersten Ballettmeisterin Sabrina Sadowska und uns. Sie war sofort begeistert von unserem ehrenamtlichen Angebot. Seitdem gehen jeden Mittwoch ein oder zwei Schüler zusammen mit unserer Lehrerin in das Opernhaus, um die Balletttänzer zu behandeln. Hauptsächlich führen wir präventive Lockerungsübungen und Massagen durch. Im Theater hat man sich schnell auf uns eingestellt und es wurden Liegen beschafft. Berührungsängste zwischen den Tänzern und uns gab es kaum.

Bei einer Veranstaltung des Berufsbildungswerkes erklärte Sabrina Sadowska: "Wir gehen oftmals sehr ausbeutend mit unserem Körper um. Es fällt Tänzern häufig schwer, mit Verletzungen und Überlastungsschäden umzugehen und sie zu akzeptieren. Hinzu kommt, dass wir schwer Vertrauen zu Ärzten oder Physiotherapeuten fassen und zulassen können, dass uns jemand hilft. Präventiv vorzusorgen, ist deshalb sehr wichtig. Große Häuser haben dafür meist einen angestellten Physiotherapeuten."

Meine Mitschüler und ich sind hochmotiviert bei unseren wöchentlichen Besuchen. Wann immer es mir möglich ist, bin ich dabei und gehe mit meinem Koffer voller medizinischer Utensilien in den Ballettsaal. Ich finde das von der Normalität so sehr abweichende Leben der Tänzer spannend. Mich interessieren die Menschen hinter der perfekten Künstlerfassade. Außerdem haben Tänzer ein Muskelkorsett, das ganz andere Bewegungen ermöglicht, als es bei untrainierten Menschen der Fall ist. Jede Muskelgruppe ist wie im Lehrbuch sichtbar, weshalb wir an den Balletttänzern, sozusagen "am lebenden Objekt", viel lernen können. Mich fasziniert, mit welch starkem Willen die Tänzer sich fordern. Es ist eine ganz andere Welt als meine eigene - und ich bin seitdem viel öfter als Besucher in Vorstellungen.

Aber auch die Tänzer profitieren von der Zusammenarbeit - und zwar nicht nur physisch, sondern auch mental, wie Sabrina Sadowska betont: "Unser Körper ist unser wichtigstes Ausdrucksmittel. Wenn er nicht funktioniert, wie wir es erwarten, stürzt für uns eine Welt zusammen und die Angst, das Tanzen womöglich aufgeben zu müssen, beherrscht einen. Zu erleben, wie die jungen Menschen mit Behinderung ein ausgefülltes, glückliches Leben führen und sich selbst annehmen, ist für uns Tänzer eine wichtige Erfahrung."

Seit September, nach der Sommerpause des Balletts, besuchen wir die Tänzer auch in unserem dritten Ausbildungsjahr regelmäßig. Ich genieße es, wieder Theaterluft schnuppern zu dürfen.

Rene Herbst, Schüler der Physiotherapie am SFZ Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte Chemnitz

Veröffentlicht in: GegenWart 12/2014


Neues Angebot von SFZ CoWerk in Altendorf  

Das SFZ CoWerk ist seit 13 Jahren eine feste Größe in Bezug auf Dienstleistungen in der Stadt, vor allem in Chemnitz – Altendorf. Vom Essensversorger für Schule, Kita oder Seniorenbetreuung über Hausmeisterdienste, Fahrdienst, Wäscherei, Assistenz & Pflege und Hauswirtschaftsdienstleistungen. So manch einer konnte sicherlich bei seiner privaten Feier den Service und das gute Essen von SFZ CoWerk bereits genießen.

Seit April können die Bewohner des Flemminggebietes vom Projekt "ImPuls Leben" profitieren. Das von der CSg initiierte Projekt wird vom SFZ CoWerk mit Unterstützung der Stiftung "Internationales Leben" durchgeführt. Mitarbeiter des Projektes "ImPuls Leben" ist Thomas Feuerhack mit seinem Hund John-Paul.

Thomas Feuerhack ist seitdem im Stadtteil unterwegs und sieht sich wie folgt: "Ich verstehe mich als Mittler zwischen Bewohnern und Akteuren, habe ein offenes Ohr für die Anliegen und Anregungen oder Probleme meiner Gesprächspartner.

Mir ist es wichtig, dass die Altendorfer wissen, welche Hilfen vor Ort vorhanden sind, z. B. wenn es darum geht, möglichst lange selbstständig und selbstbestimmend in den eigenen 4 Wänden wohnen zu können."

Dafür gibt es eine Vielzahl von Unterstützungsangeboten. Das kann z. B. eine vertraute Person, die hin und wieder vorbeischaut, eine Hilfe beim Einkauf oder bei Arztbesuchen etc. sein. Thomas Feuerhack ist schon gut bekannt in Altendorf. Dafür sorgt nicht zuletzt sein kleiner schwarzer Hund John-Paul.

"Wenn ich mit ihm durch das Wohngebiet laufe, erkennen mich viele schon von Weiten und sprechen mich an". Eine gute Vertrauensbasis zu haben, ist für Thomas Feuerhack sehr wichtig, "nur damit kann ich was bewirken", so ist er überzeugt.

Jedoch nicht nur für Menschen, die ihren Lebensabend möglichst in ihrer eigenen Wohnung verbringen wollen, will Thomas Feuerhack Ansprechpartner sein, auch für junge Familien. "Eine Haushaltshilfe kann den Alltag mit Kindern enorm entspannen", sagt er lachend.

Herr Feuerhack ist telefonisch unter 0371 38222-53 zu erreichen. Gerne können Sie sich auch direkt an das SFZ CoWerk wenden. Ansprechpartner dort ist Herr Nieland, Bereichsleiter Assistenz & Pflege (Tel.: 0371 3344-188). Er reicht Ihre Anfragen und Anliegen an Herrn Feuerhack weiter.

Veröffentlicht in: Klopfzeichen, Sommer 2014


Lehrjahre sind keine Herrenjahre

Die Ausbildung von jungen Menschen nimmt bei der Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft eG seit eh und je einen hohen Stellenwert ein. Seit 1996 gibt die CSg Schulabgängern die Möglichkeit, den Beruf der Immobilienkauffrau bzw. des Immobilienkaufmann zu erlernen.

Aktuell bildet die Genossenschaft sogar einen angehenden Informatikkaufmanns aus. 2008 erhielt die CSg von der IHK die Anerkennung als geprüfter Ausbildungsbetrieb. Diese Auszeichnung erhalten Unternehmen, wenn sie über Jahre hinweg jungen Leuten eine qualitativ hochwertige Berufsausbildung ermöglichen. Alle Auszubildenden haben bisher ihre Lehre mit guten bis sehr guten Ergebnissen bestanden.

Nicht nur Auszubildende, sondern auch Praktikanten können bei der CSg erste Berufserfahrungen sammeln. So wie der 20-jährige Christopher Handwerker, der im Mai für 3 Wochen bei der CSg hineinschnupperte. Der sehbehinderte aus Zerbst, Sachsen-Anhalt, stammende junge Mann absolviert derzeit beim SFZ eine Ausbildung zum Kaufmann für Bürokommunikation.

Im Rahmen seiner Tätigkeit unterstützte er den Geschäftsservice und den Bereich Wohnungswirtschaft im Tagesgeschäft. U. a. führte er eine telefonische Umfrage zur Mieterzufriedenheit durch, die er anschließend auswertete und die daraus resultierenden Ergebnisse darstellte. Dem Hobbymusiker und Lyriker hat es bei der Genossenschaft so gut gefallen, dass er spontan ein Gedicht über das Wohnen im Allgemeinen schrieb.

Ende Juni/Anfang Juli wird Herr Handwerker für weitere 2 Wochen im Unternehmen sein. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen sich auf die weitere Zusammenarbeit mit dem lebenslustigen, dynamischen Praktikanten.

Die Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft eG unterstützt das SFZ Berufsbildungswerk seit mehreren Jahren bei der Integration von sehbehinderten Menschen in den Alltag. Im Rahmen von Projekttagen werden blinde und sehbehinderte Auszubildende auf die erste eigene Wohnung vorbereitet. Es ist zu einer guten Tradition geworden, dass sich die Genossenschaft an diesen Veranstaltungen beteiligt und den Jugendlichen jährlich praktisches Wissen zur Thematik vermittelt.

Die Eigene Wohnung

Vier Wände und ein Dach,
mit Fenster und Türen,
das klingt recht einfach,
dazu noch Gebühren?

Mietkosten hin oder her,
man muss daran denken.
Sie zu bezahlen ist für manchen schwer,
doch keiner kann sie sich schenken.

Stube, Küche und Bad,
das sind die wichtigsten Zimmer.
Selbst wenn man ein Haustier hat,
kleiner wie größer geht's immer.

Eines leuchtet jedem hoffentlich ein,
damit einen durchnässt kein Regentropf,
soll man mit seiner Wohnung zufrieden sein,
Hauptsache: ein Dach über dem Kopf.

Christopher Handwerker

Klopfzeichen, Sommer 2014


März 2014

Zertifizierung EFQM

Das Unternehmen wurde im Oktober 2014 als "Recognised for excellence 5 star - 2014" von der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) zertifiziert.


SFZ, November 2014

Fielmann stiftet SFZ in Chemnitz neun Obstbäume für den Hausgarten

Deutschlands größter Optiker Fielmann stiftet der SFZ Förderzentrum gGmbH in Chemnitz für die Begrünung des Außengeländes der Werkstatt für Sehgeschädigte neun Obstbäume verschiedener heimischer Sorten. Am Dienstag, 18. November, setzten die Werkstattleiterin Nadja Gehre und die Leiterin der Fielmann-Niederlassung im Chemnitzer Vita-Center, Rosemarie Schubert, zum gemeinsamen Spatenstich an. Schubert sagte: „Wir pflanzen Bäume nicht für uns, wir pflanzen Bäume für nachkommende Generationen. Und so hoffe ich, dass noch nachfolgende Generationen an diesem Grün Freude haben werden.“ 

Im Fall der Werkstatt für Sehgeschädigte wird die Symbolik noch erweitert, denn es wurden Obstbäume gepflanzt. Sie sind Teil des Hausgartens, der sich hinter der Werkstatt befindet. Der Garten steht deren Mitarbeitern und den Bewohnern des Wohnheimes für behinderte Menschen für die Freizeitgestaltung und arbeitstherapeutische Zwecke offen. Außerdem wird er für umfassende Förderangebote, zum Beispiel Sinnesschulungen genutzt. „Mit den Obstbäumen steigert sich die Attraktivität des Hausgartens erheblich“, ist sich Gehre sicher. „Vielleicht können wir bald unseren eigenen Apfelsaft oder Marmelade herstellen.“ 

Wie in Chemnitz engagiert sich Fielmann bereits seit Jahrzehnten im Umwelt- und Naturschutz. „Das Unternehmen pflanzt für jeden Mitarbeiter jedes Jahr einen Baum, bis heute mehr als eine Million“, so Augenoptikermeisterin Rosemarie Schubert: „Der Baum ist Symbol des Lebens, Naturschutz eine Investition in die Zukunft.“ 

Chemnitz, November 2014 

Weitere Informationen zum Unternehmen finden Sie im Internet: www.fielmann.de

SFZ, Juni 2013

Bundesliga Goalball: Dritter Spieltag findet in Chemnitz statt

Für die Chemnitzer Bundesligamannschaft geht es um den dritten Platz

Wann: 15.06.2013, 10:30 – 16:00 Uhr
Wo: Sporthalle SFZ Förderzentrum gGmbH, Flemmingstraß 8c, 09116 Chemnitz

Erstmals findet ein Spieltag der Bundesliga Goalball, der gleichzeitig der letzte Spieltag der Saison ist, in Chemnitz statt. Die beiden voran gegangenen Spieltage wurden in Marburg und Königs Wusterhausen durchgeführt.

Für die Chemnitzer Mannschaft, die für den BSV Ascota spielen, finanziell und personell von SFZ Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte unterstützt werden, geht es dabei um viel. „Wir haben große Chancen auf den 3. Platz“ versichert Jürgen Müller, der Trainer der zwölfköpfigen Mannschaft, von denen sich sechs Spieler für die Goalball Bundesliga qualifiziert haben.

Die Goalball Bundesliga wurde im September 2012 gedanklich aus der Taufe gehoben und ist 2013 erstmalig in Spielbetrieb eingestiegen. Ziel ist, damit die Deutsche Meisterschaft, die bisher in Goalball ausgespielt wurde, abzulösen. 2013 laufen die beiden Systeme noch parallel. Die Verantwortlichen vom eigens dafür gegründeten Verein „AktivGoal“ wollen erreichen, dass 2014 nur noch in der Bundesliga gespielt wird. Im derzeitigen Bundesliga Spielbetrieb sind sechs Mannschaften am Start. Es spielen die Mannschaften von ISC Viktoria Dortmund, Blista Marburg, FC St. Pauli, Blau Weiß Neukoster, SSV Königs Wusterhausen und BFV Ascota Chemnitz.

Für den Chemnitzer Spieler Stephan Klose, ist die neue Bundesliga motivierend, „da macht das Training einfach mehr Spaß, wenn mehr Möglichkeiten bestehen, sein Können im Spiel mit anderen Mannschaften zeigen zu können, ich will mit meiner Mannschaft den dritten Platz unbedingt erreichen.“

Ein großer Wunsch von Stephan Klose, seinen Mitstreitern und dem Trainer ist auch, dass sich möglichst viele Besucher am 15. Juni in der Spielstätte an der Flemmingstraße einfinden und die spannenden Spiele verfolgen, die den Spielern, die nicht mit ihren Augen agieren können, viel abverlangt.

Cornelia Knorr


SFZ, Juni 2013

CoWerk Pflegedienst - die Schwester Agnes vom Flemminggebiet

Wir sind dort, wo Menschen uns brauchen

Seit Anfang Mai arbeitet CoWerk, auf dem für sie neuen Gebiet, der Pflege. Damit wird eine Lücke bei CoWerk geschlossen und ein rundes Ganzes gebildet. CoWerk arbeitet erfolgreich seit mehreren Jahren in den Bereichen Essen & Trinken, Haus & Garten; Fahrdienst sowie Assistenz, die jetzt um den Teil Pflege sinnvoll ergänzt wird. Dieses große Spektrum an Tätigkeitsbereichen unter einem Dach ist gleichzeitig der Vorteil unserer Kunden.

Besonders aus dem Bereich Assistenz heraus, hat sich die Notwendigkeit des Aufbaus eines Pflegedienstes gezeigt. „Dort wo bereits familienentlastende Dienste oder Betreuung in Anspruch genommen werden, wird oft auch Pflege benötigt“, so Ralf Nieland, Leiter Assistenz & Pflege. Dazu kommt, so Nieland weiter, „dass wir einen großen Erfahrungsschatz durch die jahrelange Arbeit mit behinderten Menschen einbringen können. Das lässt uns auf bestimmte Dinge einfach anders drauf schauen und anders angehen. Uns ist es zum Beispiel sehr wichtig, dass wir auch im Bereich der Pflege versuchen, die persönlichen Ressourcen der Personen zu aktivieren. Einfacher gesagt, wir schauen was geht und nicht umgekehrt.“

Die Bedürfnisse der Kunden werden bei CoWerk in allen Bereichen in den Mittelpunkt der Arbeit gestellt. Die Selbständigkeit, das Wohlfühlen in ihrem zu Hause und Umfeld soll so lange wie möglich erhalten bleiben. „Und wenn da der Ausflug an den Ottoteich dazu gehört, aber allein nicht mehr zu bewältigen ist, muss das einfach möglich sein“, sagt Ralf Nieland bestimmt.

Mit den weiteren Diensten von CoWerk ist ein internes Netzwerk vorhanden, welches die besten Voraussetzungen bietet, über sonst vorhandene Grenzen hinweg zu gehen. Da ist es z. B. unkompliziert, eine Autofahrt für Rollstuhlfahrer zu organisieren, dass Mittagessen kurzfristig zu bringen, die Gartenarbeit zu unterstützen oder das Füttern der Katze, wenn man nicht zu Hause sein kann.

Dazu kommt, dass CoWerk schon lange vor Ort ist, sich in den vorhandenen Strukturen bestens auskennt und gute Partner hat. „Das zahlt sich für unsere Kunden aus. So können schnell und fachgerecht die Bereiche abgedeckt werden, die CoWerk nicht bedient.“ meint Ralf Nieland

Es ist eben schon ein wenig so wie bei Schwester Agnes, ihr waren auch nicht nur die gesundheitlichen Probleme ihrer Kunden wichtig.

Für weitere Informationen oder ein persönliches Gespräch steht Ihnen gern Ralf Nieland, Tel. 0371/33 44 188 zur Verfügung. Oder kommen Sie einfach auf der Flemmingstr. 8c, Haus 7 (Endhaltestelle) vorbei.

Cornelia Knorr


05. Februar

Eröffnung des Neubaus der „Werkstatt für Sehgeschädigte

SFZ Förderzentrum schafft neue Arbeitsplätze für blinde und sehbehinderte Menschen

Nach knapp einem Jahr Bauzeit können wir den Neubau der „Werkstatt für Sehgeschädigte“ offiziell in Betrieb nehmen.

Damit wird es möglich, für 60 Menschen mit  Behinderung einen Arbeitsplatz zu schaffen und gleichzeitig die Palette der Tätigkeitsfelder zu erweitern. Bisher konnten 40 Arbeitsplätze in den Tätigkeitsfeldern Keramik, Bürstenmacherei, Korb- und Stuhlflechten sowie K-lumet angeboten werden. Neu kommt jetzt der Teil Wäscherei hinzu. 

Dafür wurden in dem Neubau alle Vorbereitungen getroffen und die Ausstattung der Wäscherei mit modernen Maschinen in großzügigen Räumlichkeiten vorgenommen.

Der Teil der „Werkstatt für Sehgeschädigte“ im Haus des Handwerks (Haus 18) mit dem“ handmade Laden“ bleibt weiterhin bestehen.

Durch den Neubau wurden für beide Teile der Werkstatt beste Voraussetzungen geschaffen.

Die behinderten Mitarbeiter/innen der Werkstatt schätzen vor allem am Neubau, die vorhandenen Handläufe und den ebenerdigen Baustil. Damit ist es Menschen wie z. B. Kevin Berthel, der außer seiner Seh- auch eine Gehbehinderung hat, viel besser möglich, sich in der Werkstatt zu bewegen.

Um die Orientierung der sehbehinderten Mitarbeiter/innen in den neuen Räumen von Anfang an gut zu gewährleisten, erhielten sie durch die Rehabilitationslehrerinnen ein zusätzliches Mobilitäts- und Orientierungstraining.

Für weitere Informationen steht Ihnen gern die Leiterin Werkstatt, Frau Nadja Gehre zur Verfügung.

Gut beraten: Sehilfen

Blickpunkt Gesundheit Dezember 2012 / Januar 2013

Wer durch Unfall oder Krankheit oder alters­bedingt nur über ein ein­geschränktes Augenlicht verfügt, benötigt indi­viduelle Hilfsmittel, um -möglichst unabhängig- im Alltag zurecht zu kom­men. Welches Hilfsmittel genau gebraucht wird, kann mit einer Hilfsmittel-Beratung ermittelt werden. Sarah Smitkiewicz vom Berufsbildungswerk für Blinde und Sehbehinderte, dem SFZ Förderzentrum in Chemnitz, berichtet über dieses besondere Angebot.

Menschen mit Sehbeeinträchti­gungen können von einem indivi­duell angepassten Hilfsmittel beson­ders profitieren. Und zwar, um ihr Sehvermögen optimal auszunutzen. Eine Hilfsmittel-Beratung kann die individuell richtige Sehhilfe ermit­teln. Blinde und sehbehinderte Men­schen können eine solche Beratung beispielsweise im Berufsbildungwerk für Blinde und Sehbehinderte, dem SFZ Förderzentrum in Chemnitz, wahrnehmen. Sarah Smitkiewicz ist Mitarbeiterin im SFZ Förderzentrum und weiß, worauf es bei einer Hilfs­mittel-Beratung ankommt: „Im Rah­men einer individuellen Hilfsmittel-Beratung wird zum Beispiel das oft­mals unterschiedliche Sehvermögen beider Augen berücksichtigt. Auch, in welchen Tätigkeitsfeldern das Hilfsmittel hauptsächlich genutzt werden soll, etwa im Hobbybereich oder bei beruflichen Anforderungen. So können spezielle Lupenbrillen das Lesen von Zeitungen oder das Zeich­nen wieder ermöglichen. Der Vorteil von Lupenbrillen ist, dass die Hände, im Vergleich zur Lupe, frei sind.

Reicht die Brille/Lupe nicht mehr aus, sind Bildschirmlesegeräte oft­mals sinnvoll. Damit kann elektro­nisch eine bis 60-fache Vergrößerung erreicht werden. Bedeutet; Mit einem Sehvermögen von beispielsweise nur zwei Prozent ist Lesen damit noch möglich. Für besonders blendungsempfindliche Menschen sind die Far­beinstellungen vorteilhaft, wie weiß auf schwarz. Des Weiteren gibt es eine Vielzahl von Hilfsmitteln für die Arbeit mit dem Computer, wie Braillezeiie, Sprachausgabe oder Vergröße­rung."

Die Hilfsmittel-Beratung selbst läuft nach einer bestimmten Reihenfolge ab. „In unserem Sehzentrum erhal­ten Interessenten nach der Vereinba­rung eines Termins zunächst Infor­mationsmaterial und einen Fragebo­gen zugesandt", so Sarah Smitkiewicz. „Mit dem Fragebogen wollen wir herausfinden, welche Tätigkeiten durch die Sehbeeinträchtigung nicht mehr oder nicht mehr richtig ausge­übt werden können. Zum vereinbar­ten Termin erfolgt dann eine Bera­tung und ausgiebige Anamnese. Also Aufklärung über die Erkrankung, Auswertung vorhandener Befunde und des Fragebogens und darüber, welche Therapien/Hilfsmittel sinn­voll sein könnten. Idealerweise er­folgt im Anschluss an das Beratungs­gespräch eine Sehfunktionsuntersuchung. Hier untersuchen wir, wel­ches Sehvermögen vorhanden ist, wie es bereits eingesetzt wird, wo ei­ne Optimierung möglich ist. Sehr wichtig ist dabei die Zusammenarbeit mit dem behandelnden Augenarzt. Es ist nicht sinnvoll, eine Hilfsmit­telanpassung vorzunehmen, wenn gleichzeitig eine medizinische The­rapie erfolgt. Anhand der Sehfunktionsergebnisse können konkrete Therapien/Hilfsmittel in Betracht ge­zogen und gemeinsam mit dem Patienten ausgewählt werden. Apropos Hilfsmittel, hier gibt es einige neue und sinnvolle Hilfsmittel: beispiels­ weise haben sich elektronische Lu­pen zu kleinen, handlichen und da­mit mobil nutzbaren Hilfsmitteln entwickelt. Besonders Ausführungen mit der Möglichkeit der Farbinvertierung und verschiedenen Vergröße­ rungseinstellungen sind innovativ. Gute Entwicklungen gibt es auch bei Kamera-Lesesystemen und bei Farberkennungssystemen, die in den letz­ten Jahren deutlich an Qualität gewonnen haben.

Die Hilfsmittelbe­schaffung kann über den Optiker der Wahl erfolgen. Der behandelnde Augenarzt erhält ein Empfehlungs­schreiben und wird um Rezeptierung gebeten. Wird in diesem gesamten Prozess ersichtlich, dass weiterer Beratungsbedarf, zum Beispiel in Richtung Orientierung & Mobilität, lebenspraktischer Fähigkeiten, PC-Schulung oder einer sozialrechtli­chen Beratung besteht, werden ent­sprechende Kontakte vermittelt."

An die Sehzentren des SFZ Förderzen­trums in Chemnitz, Dresden, Berlin und Königswusterhausen kann sich jeder wenden, der Fragen rund ums Sehen hat. Es gibt natürlich auch da­rauf spezialisierte Optiker und Hilfs­mittelfirmen, die dafür ein Angebot unterbreiten. Doch das ist dann häu­fig auf ihre Produkte bezogen. Bleibt die Frage: Was kostet eine Hilfsmittelberatung und wer zahlt sie? „Das ist von verschiedenen Faktoren abhän­gig", erklärt Sarah Smitkiewicz: „Un­ter anderem, ob die zu behandelnde Person im Arbeitsprozess steht, ob die Sehbeeinträchtigung auf einen Unfall zurückzuführen ist oder ob es sich um eine Privat- oder Kassenleistung handelt. Es ist also sehr indivi­duell. Interessenten sollten einfach anrufen und sich über ihren speziel­len Fall informieren.


Pressemitteilung des Institut der deutschen Wirtschaft Köln Nr. 44 / 16. Oktober 2012

Berufsbildungswerke

Ausbildung lohnt sich

Die Ausbildung eines behinderten Jugendlichen in einem Berufsbildungswerk (BBW) kostet rund 52.000 Euro mehr als seine Ausbildung andernorts. Doch diese teure Investition, die hauptsächlich von der Bundesagentur für Arbeit finanziert wird, lohnt sich für alle Beteiligten. Das belegt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Demnach haben Absolventen der Berufsbildungswerke, an denen behinderte Jugendliche mit einem ganzheitlichen Ansatz für das Erwerbsleben qualifiziert werden, im Durchschnitt bereits nach zehn Jahren mehr erwirtschaftet, als ihre Ausbildung zusätzlich gekostet hat. Der Grund: Die Fachkräfte sind häufiger erwerbstätig und erzielen höhere Einkommen als behinderte Jugendliche ohne Abschluss an einem BBW.

Lediglich 2,4 Prozent der BBW-Absolventen der Jahre 1995 bis 2008 hatten laut IW-Studie im Jahr 2010 noch keinen einzigen Job erhalten. Behinderte Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung verdienen durchschnittlich rund 6.100 Euro pro Jahr mehr als solche ohne Berufsabschluss. 

Michael Neumann, Dirk Werner: Berufliche Rehabilitation behinderter Jugendlicher, IW-Analysen Nr. 81, Köln 2012, 72 Seiten, 18,90 Euro. Versandkostenfreie Bestellung unter: www.iwmedien.de/bookshop

Ansprechpartner im IW: Dirk Werner, Telefon: 0221 4981-712

Anlage zu Pressemitteilung Nr. 44/2012 des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln

Chancen für behinderte Jugendliche

Berufsbildungswerke. Bei der Integration behinderter Jugendlicher in den Arbeitsmarkt leisten die Berufsbildungswerke einen wichtigen Beitrag. Deren Ausbildungsangebot ist zwar zunächst teuer, rentiert sich aber später für alle Beteiligten.

Ging es früher eher um die reine Fürsorge, verfolgt die Sozialpolitik in Deutschland seit dem Behindertengleichstellungsgesetz von 2002 vorrangig das Ziel, die Lebensqualität von behinderten Jugendlichen zu verbessern – nicht zuletzt dadurch, dass ihre Chancen erhöht werden, einen Beruf zu erlernen und auszuüben.

Möglich machen das die Berufsbildungswerke (BBW). Die vorwiegend außerbetriebliche Ausbildung in diesen Einrichtungen (Kasten) wird hauptsächlich von der Bundesagentur für Arbeit finanziert und kostet rund 52.000 Euro pro Kopf mehr als die Ausbildung benachteiligter Jugendlicher andernorts. Aber diese Investition lohnt sich, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zeigt, für die mehr als 1.500 BBW-Absolventen der Jahre 1995 bis 2008 befragt wurden:

Bereits nach zehn Jahren haben die behinderten Ausbildungsabsolventen mehr an Wertschöpfung erwirtschaftet, als ihre Ausbildung zusätzlich im Vergleich zu anderen Ausbildungsangeboten gekostet hat.

Der Grund: Die BBW-Absolventen sind öfter erwerbstätig und erzielen höhere Einkommen als behinderte Jugendliche ohne Berufsabschluss oder Ausbildungsabbrecher – wer eine Ausbildung abgeschlossen hat, bekommt durchschnittlich rund 6.100 Euro pro Jahr mehr.

Allerdings findet unmittelbar nach der Ausbildung erst einmal nur gut jeder Dritte einen Job. Nach zehn Jahren aber stehen sieben von zehn Absolventen im Berufsleben (Grafik). Analog dazu sinken die Arbeitslosenzahlen der BBW-Absolventen. Waren im Jahr 2010 noch 27 Prozent der Abschlussjahrgänge 2005 bis 2008 ohne Job, betrug die Quote bei den Jahrgängen 1995 bis 1999 nur noch 17 Prozent. Dauerhafte Arbeitslosigkeit kommt fast gar nicht vor:

Lediglich 2,4 Prozent der BBWAbsolventen von 1995 bis 2008 hatten im Jahr 2010 noch keinen einzigen Job ergattert. 

Die Berufsbildungswerke

Die 52 Berufsbildungswerke in Deutschland haben einen ganzheitlichen Ansatz zur Qualifizierung behinderter Jugendlicher – angefangen von der Eignungsfeststellung über die Berufsvorbereitung bis hin zur Ausbildung. Während ihrer Ausbildung sind die Jugendlichen in Internaten untergebracht und werden sozialpädagogisch, medizinisch sowie psychologisch betreut. Im Jahr 2008 hatten die Berufsbildungswerke insgesamt gut 14.200 Ausbildungsplätze für 244 Berufe, fast 12.100 Internatsplätze, rund 2.500 Plätze für berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen sowie 610 Plätze für Berufsfindung, Arbeitserprobung und ähnliche Maßnahmen. Einschließlich der Berufsvorbereitung dauert die Ausbildung an einem Berufsbildungswerk durchschnittlich knapp dreieinhalb Jahre.

Drei Viertel der BBW-Teilnehmer haben entweder keinen Schulabschluss oder höchstens die Hauptschule geschafft; die meisten haben Schwierigkeiten zu lernen oder sind körperlich behindert, es folgen Sprach- und Hörbehinderungen, psychische Behinderungen, Sehschwächen/ Blindheit und Autismus. 

Information

IW-Analysen Nr. 81
Michael Neumann, Dirk Werner: Berufliche Rehabilitation behinderter Jugendlicher, Köln 2012, 72 Seiten, 18,90 Euro

Herausgeber: Institut der deutschen Wirtschaft Köln · Verantwortlich für den Inhalt: Katrin Rüffer · Telefon 0221 4981-602 · rueffer@iwkoeln.de

www.iwkoeln.de · Grafik: Michael Kaspers, Ralf Sassen · Verlag und Druck: Institut der deutschen Wirtschaft Köln Medien GmbH,

Postfach 1018 63, 50458 Köln, Konrad-Adenauer-Ufer 21, 50668 Köln

© 2012 IW Medien · iwd 42


Chemnitz, September 2012

Seit September 2012 - neues Beratungsangebot bei SFZ - Beratungsstelle für blinde und sehbehinderte Menschen in Chemnitz


Speziell ausgebildete und geschulte Sozialpädagoginnen stehen Ihnen für die:

  • Beratung zu Ansprüchen nach dem Schwerbehindertengesetz,
  • Beratung zu soziale Fragen,  
  • Unterstützung bei der Antragstellung,
  • Beratung und ggf. Vermittlung an weiterführende Stellen oder Selbsthilfegruppen,
  • Beratung zu sozialrechtlichen Fragen,
  • psychosoziale Beratung, Hilfe  und Unterstützung in schwierigen Lebenslagen

zur Verfügung.

Das Angebot ist für Betroffene und Angehörige kostenlos und wird von der Stadt Chemnitz getragen.

Für einen Beratungstermin ist eine vorherige Terminvereinbarung notwendig. Bitte rufen Sie dafür wochentags in der Zeit von 8:00 – 16:30 Uhr unter Tel. 0371 3344 105 an.

Kontakt:
SFZ Förderzentrum gGmbH
Beratungsstelle für blinde und sehbehinderte Menschen
Flemmingstraße 8c
09116 Chemnitz


Chemnitz, 30.07.2012

Medieninformation zum XXXV. Kongress für Blinden-und Sehbehindertenpädagogik

Zahlen und Fakten 

  • Kongress: 30.07. – 03.08.2012 in Chemnitz
  • Kongressort: SFZ Förderzentrum gGmbH, Flemmingstr. 8c
  • Veranstalter: Verband für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik e. V.
  • Schirmherr: Herr Wolfgang Angermann, Präsident der Europäischen Blindenunion
  • Kongress findet aller vier Jahre statt, 2008 in Hannover – 2016 in Graz
  • Wichtigster Kongress für dieses Fachgebiet im deutschsprachigen Raum
  • Teilnehmerinnen/Teilnehmer: über 500
  • Veranstaltungen: 157
  • Referentinnen /Referenten: 196
  • Teilnehmer /Referenten aus 15 Ländern (z. B. Philippinen, Australien, USA und aus vielen europäischen Ländern)
  • 10 Häuser auf dem Gelände in den Kongress eingebunden
  • Hilfsmittelmesse: 21 Aussteller (Ausstellung: Dienstag + Mittwoch)
  • Präsentationen anderer Einrichtungen/Projekte: 8
  • Ein Veranstaltungsstrang wird tgl. Deutsch – Englisch / Englisch – Deutsch übersetzt


Heute beginnt der XXXV. Kongress für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik unter dem Motto Vielfalt & Qualität in Chemnitz auf dem Gelände des SFZ Förderzentrums und der Sächsischen Blindenschule in der Flemmingstraße. Der Kongress ist der wichtigste dieses Fachgebiets im deutschsprachigen Raum.  

Die ganze Woche werden Fachleute, blinde und sehbehinderte Menschen und namenhafte Wissenschaftler die Gelegenheit nutzen, sich auszutauschen und Konzepte für die Zukunft der Bildung von blinden und sehbehinderten Menschen entwickeln. Eine wichtige Rolle wird dabei die UN-Behindertenrechtskonvention spielen und deren Forderung nach inklusiven Lebenwelten für alle Menschen. 

Ein Blick ins Programmheft zeigt, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei eine große Auswahl an Begegnungsorten und Veranstaltungen haben, so dass es manchen schwer fallen wird, zwischen den 157 Veranstaltungen mit nahezu 200 Referenten zu entscheiden. Die Fachvorträge und Workshops werden ergänzt durch Präsentationen von Einrichtungen und Projekten und durch eine Messe mit Hilfsmitteln für Blinde und sehbehinderte Menschen. 

Damit die Teilnehmer aus dem gesamt deutschprachigen Raum und aus über 15 Ländern Chemnitz in guter Erinnerung behalten, haben die Gastgeber ein attraktives Rahmen- und Abendprogramm gestaltet, Morgens wird es sportliche und besinnliche Angebote zum Start in den Tag geben. Zwischendurch haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit das Massagenagebot zu nutzen. In den Abendstunden werden Stadt- und Museumsführungen im Angebot sein, ebenso wie ein Besuch des Weinfestes. Höhepünkt wird der Sächsische Abend bilden, bei dem auf unterhaltsame Weise sowohl kulinarisches und als auch wissenswertes aus Sachsen geboten wird. 

Damit die Teilnehmer sich wohlfühlen, tragen sicher auch die Chemnitzer Hotels bei, die mit ihren Attraktiven Angeboten diese Woche für viele Teilnehmer zu einem schönen Erlebnis werden lassen.


Chemnitz, 03.07.2012

Wir setzen dem Haus die Krone auf – Werkstattneubau für Menschen mit Sehbehinderung feiert Richtfest

Im März dieses Jahres begannen die Arbeiten am Neubau der Werkstatt für Sehgeschädigte (WfbM). Am 03. Juli können wir Richtfest für das neue Werkstattgebäude feiern. Mit der diesem Werkstattbau wird die Möglichkeit eröffnet, zu der bereits bestehenden Werkstatt, mit 40 Plätzen, weiteren 20 Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz zu bieten.

Mit dem neuen Werkstattkonzept wird der Gedanke der Vereinigung von Industrie- und Manufakturarbeitsplätzen verfolgt. Das bedeutet, dass zum bestehenden „Haus des Handwerks“ mit Arbeitsplätzen im Keramik-, Bürsten- und Korbbereich, die neuen Arbeitsbereiche in Wäscherei, Holzbearbeitung und Industriemontage hinzu kommen. Für die Beschäftigten bedeutet dies, einen Ausbau individueller geschützter und abwechslungsreicher Betätigungsmöglichkeiten mit sehr guten Arbeitsbedingungen. 

Im Werkstattneubau soll mit einem besonderen Farbkonzept den zukünftigen Nutzern mit Sehbehinderung Rechnung getragen werden. Der Einzug soll spätestens im Februar 2013 erfolgen.

Chemnitz, 03.07.2012

Wir setzen dem Haus die Krone auf – Werkstattneubau für Menschen mit Sehbehinderung feiert Richtfest

Im März dieses Jahres begannen die Arbeiten am Neubau der Werkstatt für Sehgeschädigte (WfbM). Am 03. Juli können wir Richtfest für das neue Werkstattgebäude feiern. Mit der diesem Werkstattbau wird die Möglichkeit eröffnet, zu der bereits bestehenden Werkstatt, mit 40 Plätzen, weiteren 20 Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz zu bieten.

Mit dem neuen Werkstattkonzept wird der Gedanke der Vereinigung von Industrie- und Manufakturarbeitsplätzen verfolgt. Das bedeutet, dass zum bestehenden „Haus des Handwerks“ mit Arbeitsplätzen im Keramik-, Bürsten- und Korbbereich, die neuen Arbeitsbereiche in Wäscherei, Holzbearbeitung und Industriemontage hinzu kommen. Für die Beschäftigten bedeutet dies, einen Ausbau individueller geschützter und abwechslungsreicher Betätigungsmöglichkeiten mit sehr guten Arbeitsbedingungen. 

Im Werkstattneubau soll mit einem besonderen Farbkonzept den zukünftigen Nutzern mit Sehbehinderung Rechnung getragen werden. Der Einzug soll spätestens im Februar 2013 erfolgen.


März 2012

Zertifizierung EFQM

Das Unternehmen wurde im März 2012 als "Recognised for excellence 4 star" von der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) zertifiziert.

zum Anfang